Antoni de Falguera i Sivilla

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Conservatori Municipal de Música (Städtisches Konservatorium für Musik, 1916-28)
Farmàcia Bolós (vormals Novellas) (1902, gemeinsam mit Josep Maria de Falguera i Sivilla, in einem Gebäude von Josep Domènech i Estapà)

Antoni de Falguera i Sivilla – alternative Schreibweise Antoni Falguera i Sivilla – (* 1876 in Barcelona; † 1947 in Barcelona) war ein katalanischer Architekt und zunächst Vertreter des Modernisme Català später des Noucentisme.

Der Sohn eines wohlhabenden Notars studierte wie auch sein Bruder Josep Maria de Falguera i Sivilla – mit welchem er später einige Werke gemeinsam gestaltete – an der Escuela de Arquitectura de Barcelona, welche er im Jahr 1900 abschloss. Diese war zu dieser Zeit ein Zentrum des katalanischen Jugendstils und stand unter dem Einfluss der Ideen von Gaudí i Cornet, Puig i Cadafalch und Domènech i Montaner, welcher zu den Lehrern Falgueras gehörte.

Seine ersten Arbeit war die gemeinsam mit seinem Bruder entworfene Textilfabrik Fàbrica Estruch in Palau-solità i Plegamans, an gleichem Ort folgten in den nächsten Jahren der städtische Friedhof, das Rathaus und ein nicht erhaltenes Einfamilienhaus (alle 1900 bis 1910). In diesen Jahren errichtete er mit dem städtischen Friedhof in Sentmenat und der Casa Sans in Tossa de Mar, mit seiner Berufung zum Assistenten des Stadtbaurates Pere Falqués i Urpí im Jahr 1906 verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit nach Barcelona.

Während der nächsten Jahre entstanden hauptsächlich vom Modernismus beeinflusste Wohnhäuser, später folgten diverse Schulgebäude und Markthallen (der bekannte Eingang von den Ramblas zum Mercat de la Boqueria ist sein Werk). Nach dem Tod des Stadtbaurats Pere Falqués i Urpí – mit dem er zuvor die Casa de la Lactància an der Gran Via de les Corts Catalanes entwarf – folgte ihm Falgueres i Sivilla in diesem Amt. Die folgenden Werke – insbesondere das Gebäude des Conservatori Municipal de Música de Barcelona (1916) – waren noch modernistisch beeinflusst, mit dem Aufkommen des Noucentisme wandte er sich verstärkt der Erhaltung und Rekonstruktion mittelalterlicher Gebäude zu, beispielsweise der Casa de la Ciutat in Barcelona (1929).

Darüber hinaus verfasste er Beiträge zu einer von Josep Puig i Cadafalch und Josep Goday i Casals herausgegebenen Monographie zur Architektur der Romanik in Katalonien Arquitectura romànica a Catalunya (1909–1918) sowie die Monographien Sant Pere de Roda (1906) und Els constructors de les obres romàniques a Catalunya (Die Konstrukteure romanischer Werke in Katalonien) (1907), erstere mit einem Vorwort von Puig i Cadafalch.

Während des Spanischen Bürgerkriegs wurde er durch Vertreter der FAI verhaftet und aus seinem Amt entfernt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antoni Falguera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien