Apokopat

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Der Apokopat oder Apocopatus ist ein Modus, der in der arabischen Sprache vorkommt. Nach einer seiner Funktionen wird er bisweilen auch als Jussiv bezeichnet. Die Bezeichnung „Apokopat“ (von altgr. ἀποκοπή apokopē „Abschneidung“) ist eine Lehnübersetzung des entsprechenden arabischen Terminus (‏المضارع المجزوم‎, DMG al-muḍāriʿ al-maǧzūm) und weist auf die Bildungsweise der Form hin: Sie entspricht dem Imperfekt ohne Endvokal (z. B. ‏يكتبyaktub mit Sukun statt yaktubu mit Damma).

Der Apokopat hat zwei Funktionsbereiche: Zum einen kommt er mit Perfekt-Bedeutung nach den Negationspartikeln lam (z. B. ‏لم يكتبlam yaktub „er schrieb nicht“) und lammā (‏لما‎ „noch nicht“), in Konditionalsätzen (bei zeitunabhängiger Allgemeingültigkeit) und als Nachsatz (asyndetischer Folgesatz) zum Imperativ vor. Zum anderen drückt der Apokopat in Verbindung mit der Partikel li- den positiven und nach den negativen Jussiv (negativen Imperativ, d. h. ein Verbot) aus (z. B. ‏ليكتبli-yaktub „er soll schreiben“; ‏لا تكتبlā taktub „du sollst nicht schreiben, schreibe nicht!“). Vor den Jussiv kann auch noch die Verbindungspartikel fa- treten und dabei li- zu l- verkürzen (‏فلنكتبfa-l-naktub „so lasst uns schreiben!“).