Apostolicae curae

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In dem Apostolischen Schreiben Apostolicae curae vom 13. September 1896 analysiert und bewertet Papst Leo XIII. die Riten der anglikanischen Kirche für die Bischofs- und Priesterweihe. In seiner Entscheidung stellt er die Ungültigkeit der Weihen nach römisch-katholischer Lehre fest und weist in diesem Zusammenhang auf die Unterbrechung der apostolischen Sukzession innerhalb der anglikanischen Kirche hin.

Das päpstliche Dokument wurde von den Erzbischöfen von Canterbury und York mit dem Schreiben Saepius officio vom 19. Februar 1897 beantwortet. Darin weisen die anglikanischen Bischöfe auf frühchristliche Liturgien hin, die ebenfalls die gleichen vermeintlichen Mängel aufwiesen, die von Leo XIII. beanstandet würden, und weisen seine Aussage in Bezug auf die Ungültigkeit ihrer Weihen zurück.

Begründung[Bearbeiten]

Nach Leo XIII. bestehe ein wesentlicher Mangel in der Weiheformel des durch König Eduard VI. eingeführten Weiheritus. Insbesondere bezeichnet er die anglikanische Formel für die Priesterweihe „Empfange den Heiligen Geist“ als ungenügend, auch in ihrer späteren Form mit den Zusätzen „für das Amt und die Tätigkeit des Priesters“ beziehungsweise „für das Amt und das Werk des Bischofs“.

Da die Intention (Handlungsabsicht) innerlich ist, kann sie laut Leo XIII. nur insoweit beurteilt werden, als sie nach außen in Erscheinung tritt. Da allerdings von den Anglikanern der Weiheritus der katholischen Kirche absichtlich geändert worden sei, dürfe angenommen werden, dass auch nicht die Absicht bestehe, „zu tun, was die Kirche tut“.

Die liturgiegeschichtliche Argumentation von Saepius officio wurde vorbereitet durch den Gottesdiensthistoriker Frank Edward Brightman.

Weiheritus[Bearbeiten]

Nach den Erzbischöfen von York und Canterbury werde auch in der Liturgie des Hippolytus (Traditio apostolica, Anfang des dritten Jahrhunderts) kein Bezug auf die priesterliche Tätigkeit als Vorsteher der Eucharistiefeier genommen, sondern nur auf „die Gebete, die er Tag und Nacht vor Gott herantragen wird“ sowie auf seine Vollmacht für die Vergebung der Sünden. Träfe die Argumentation von Leo XIII. zu, so müsse die Apostolische Sukzession schon zu diesem Zeitpunkt und somit für das gesamte Christentum und nicht nur für den Anglikanismus unterbrochen worden sein. Wenn Leo XIII. sich auf das Konzil von Trient berufe, so müsse er nach Meinung der Engländer sich ebenfalls von dem Urteil des Konzils richten lassen. Entweder sei das Urteil des Konzils richtig, und auch die frühchristlichen Weihen seien ungültig gewesen, oder das Urteil des Konzils dürfe nicht herangezogen werden.

Die Erzbischöfe von Canterbury und York bemängelten, dass Leo XIII. die Intentionen, die im Vorwort zum Weiheritus, der unter Edward VI. eingeführt wurde, genannt seien, außer Acht ließ. Sie behaupteten, die Riten der römischen Kirche seien ebenfalls nicht einheitlich, und die Einführung eines neuen Ritus sei daher zulässig, zumal dies zu den Freiheiten der Ortskirchen gehöre und nicht „vom Wohlwollen Roms“ abhänge. Die angeblichen „Neuerungen“, die in England im 16. Jahrhundert eingeführt wurden, ließen Bräuche der frühchristlichen Kirche wieder aufleben, die im römischen Brauch verloren gegangen seien; dies, und keine Abkehr vom Brauch der Kirche Jesu Christi, seien die Absichten, die im Ritus des 16. Jahrhunderts zum Ausdruck kämen.

Weblinks[Bearbeiten]