Länge des aufsteigenden Knotens

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Bahnelemente der elliptischen Umlaufbahn eines Himmelskörpers um einen Zentralkörper (Sonne/Erde)
Sechs Bahnelemente
a: Länge der großen Halbachse
e: numerische Exzentrizität
i: Bahnneigung, Inklination
Ω: Länge/Rektaszension des aufsteigenden Knotens
ω: Argument der Periapsis, Periapsisabstand
t: Zeitpunkt der Periapsispassage, Periapsiszeit, Epoche des Periapsisdurchgangs
Weitere Bezeichnungen
M: Ellipsenzentrum.   B: Brennpunkt, Zentralkörper, Sonne/Erde.   P: Periapsis.   A: Apoapsis.   AP: Apsidenlinie.   HK: Himmelskörper, Planet/Satellit.   ☋: absteigender Knoten.   ☊: aufsteigender Knoten.   ☋☊: Knotenlinie.   ♈: Frühlingspunkt.   ν: wahre Anomalie.   r: Abstand des Himmelskörpers HK vom Zentralkörper B

Die Länge des aufsteigenden Knotens (kurz: Knotenlänge) einer Umlaufbahn um die Sonne ist in der Himmelsmechanik der in der Ekliptik (Referenzebene oder Bezugsebene) zu messende heliozentrische Winkel zwischen aufsteigendem Knoten ☊ und Frühlingspunkt ♈. Bei anderen Zentralkörpern und Referenzebenen ist unter „Länge“ allgemein die 1. Polarkoordinate eines Sphärischen Koordinatensystems zu verstehen; entsprechend ist im Fall des Erdäquators als Referenzebene die speziellere Bezeichnung Rektaszension des aufsteigenden Knotens üblich (s. u.).
Die Länge des aufsteigenden Knotens Ω ist eines der sechs Bahnelemente (vgl. Graphik), die zur hinreichenden Beschreibung einer - idealen - Keplerbahn genügen. Zusammen mit der Inklination i und dem Argument der Periapsis ω definiert sie die Lage der Bahnebene im Raum. Abhängig von der Art des Objektes, dessen Bahnelement angegeben wird, sind folgende Bezugs-Ebenen üblich:

Im Falle von Keplerbahnen (nur zwei Körper im Vakuum) ist die Länge des Knotens konstant und die Bahnebene bleibt in ihrer Ausrichtung unter den Fixsternen stabil. Bei gravitativen Störungen durch dritte Körper erleidet die Länge des Knotens kleine, teilweise periodische Änderungen. Daher wird das Bahnelement als eine Reihe oskulierender Terme bezüglich einer Epoche angegeben, also als zu einem bestimmten Zeitpunkt gültige Näherungslösung. Als erste Näherung wird etwa der Wert für die Länge des Mondknotens zu

\Omega = 125{,}0445^\circ - 1934{,}1363^\circ\cdot T
mit T als Zeitargument in Julianischen Jahrhunderten seit der Epoche J2000.0 (Lit.: Vollmann, 3.5 S. 26) angegeben.

Die etwa 1934° in 100 Julianischen Jahren (zu 365,25 Tagen) entsprechen einer vollständigen Umdrehung der Knotenlinie in 18,61 Jahren, der Nutationsperiode.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Guthman: Einführung in die Himmelsmechanik und Ephemeridenrechnung, Theorie, Algorithmen, Numerik, 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2000.
  • Jean Meeus: Astronomical Algorithms. Willmann-Bell Inc., 2009.
  • Wolfgang Vollmann: Wandelgestirnörter. In: Hermann Mucke (Hrsg.): Moderne astronomische Phänomenologie. 20. Sternfreunde-Seminar, 1992/93. Planetarium der Stadt Wien – Zeiss Planetarium der Stadt Wien – Zeiss Planetarium und Österreichischer Astronomischer Verein, 1992, S. 55–102 (online).