Programmkino

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Als erstes Programmkino Deutschlands gilt das Cinema Ostertor in Bremen, das 1969 gegründet wurde
Programmkino Atlantis in Mannheim

Ein Programmkino, auch Filmkunstkino oder Arthouse bzw. Art House (auch Arthaus), ist ein kleineres Kino, das künstlerisch anspruchsvolle Autorenfilme zeigt. Die Einrichtungen entstanden gegen Ende der 1920er Jahre an der Ostküste der Vereinigten Staaten vor allem in Großstädten. Diese Art House Cinemas waren in den USA in den 1950er und 1960er Jahren weit verbreitet; um 1960 gab es dort etwa 500 derartige Einrichtungen.[1] Ursprung der Arthouses waren meist Filmklubs. Heute hat sich der Begriff Arthouse auch als Bezeichnung für künstlerische, nichtkommerzielle Filme selbst durchgesetzt.

Das Programm der Arthouses war geprägt von unabhängigen und europäischen Filmen sowie Avantgardefilmen und Wiederaufführungen innerhalb von Retrospektiven für ein vorwiegend akademisches Publikum, das seine Geschmackskultur damit symbolisch gegen den Mainstreamfilm abgrenzte. In den 1970er und 1980er Jahren etablierten sich die Kinos als Spielstätten für den Independent- und Undergroundfilm, von da an auch in Europa als Antwort auf die Versuche der angestammten Kinoindustrie, kleineren Kinos das aktuelle Kinoprogramm vorzuenthalten. Die so entstehenden Programmkinos sind – verglichen mit anderen Kinos – von der Verleihstrategie und den Vorgaben der Filmverleiher unabhängig.

In Deutschland beträgt der Anteil der Programmkinos am Kinomarkt heute weniger als zehn Prozent; in anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder der Schweiz bis zu 30 Prozent.[1] In der Vergangenheit waren viele Programmkinos in Deutschland seit 1953 in der Gilde deutscher Filmkunsttheater und seit 1972 in der AG Kino organisiert. 2003 vereinigten sich beide Verbände zur Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater.

Im Gegensatz zu den nichtkommerziellen Kommunalen Kinos, die oft von der öffentlichen Hand bezuschusst werden, sind Programmkinos privatwirtschaftlich organisiert. Die Programmgestaltung muss daher wirtschaftlich sein und kann sich nicht allein an cineastischen Kriterien orientieren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gregory A. Waller (Hrsg.): Moviegoing in America: a sourcebook in the history of film exhibition. Blackwell, Malden, Mass. 2002, S. 233 ff.
  • Barbara Wilinsky: Sure seaters: the emergence of art house cinema. University of Minnesota Press, Minneapolis 2001.
  • Hans-Jürgen Tast: Kinos in den 1980ern. Beispiel: Berlin/West. Schellerten 2008. ISBN 978-3-88842-035-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b James zu Hüningen, Vinzenz Hediger, Patrick Vonderau: Art house. In: Hans. J. Wulff (Hrsg.): Lexikon der Filmbegriffe.