Assyrer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem antiken Volk der Assyrer. Für die modernen Assyrer, siehe Assyrer (Gegenwart).

Die Assyrer (assyr. Assūrāju) waren ein Volk, das im Altertum im mittleren und Nord-Mesopotamien (dem heutigen Irak) lebte. Sie sind seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. am mittleren Tigris archäologisch nachgewiesen. Mehrfach schwangen sich die Assyrer zur Vorherrschaft über Nordmesopotamien und Nordsyrien auf. Sie konnten auch Babylon erobern. Die Assyrer zeichneten sich durch kriegerische Aktivität aus, vollbrachten aber auch hohe kulturelle Leistungen. Die Kultur Assyriens war wie die der Akkader sumerisch beeinflusst, jedoch lassen sich auch Einflüsse der Hurriter, Hethiter sowie der Iranier feststellen. Ihr Hauptgott war Aššur, der Schutzgott der gleichnamigen Hauptstadt.

Assyrische Sprache[Bearbeiten]

Assyrisch ist neben dem Babylonischen einer der beiden Hauptdialekte des Akkadischen, einer semitischen Sprache.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 8. Jahrhundert v. Chr. stieg das Neuassyrische Reich zum Großreich auf und beherrschte teilweise auch Babylonien und Ägypten. Die Kultur Assyriens war wie die der Akkader sumerisch beeinflusst. In neuassyrischer Zeit lassen sich auch Einflüsse der Aramäer, Babylonier sowie der Iranier feststellen. Ihre Könige trugen unter anderem den Titel „König von Sumer und Akkad“.

Außerhalb ihres Kernlands am mittleren Tigris bildeten die Assyrer in ihrem Reich zu vielen Zeiten die Oberschicht aus Verwaltungsbeamten und Militärs.

Einer ihrer hartnäckigsten Feinde war das Reich von Mittani, das Assyrien zeitweise beherrschte, und später Urartu, das Assyrien beinahe zum Zusammenbruch brachte. Das assyrische Reich wurde von den Medern und Babyloniern zerschlagen, die 612 v. Chr. die Hauptstadt Ninive zerstörten. Doch das assyrische Volk lebte in den nachfolgenden Reichen des Gebietes weiter.

Religion[Bearbeiten]

Die Religion der Assyrer war auch durch ihre mesopotamischen, syrischen und anatolischen Nachbarn beeinflusst. Ihr Nationalgott war Aššur, was auch der Name einer ihrer Hauptstädte war.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eva Cancik-Kirschbaum: Die Assyrer. Geschichte, Gesellschaft, Kultur. C.H.Beck, München 2003, ISBN 3-406-50828-6 (C.H.Beck Wissen).
  • Francis Joannès: Dictionnaire de la civilisation mésopotamienne. Robert Laffont, Paris 2001, ISBN 2-221-09207-4.
  • Francis Joannès: La Mésopotamie au Ier millénaire avant J.-C. Armand Colin, Paris 2000, ISBN 2-200-26120-9.
  • J. N. Postgate: The ownership and exploitation of land in Assyria in the 1st Millennium B.C. In: M. Lebeau, P. Talon (Hrsg.): Reflêts des Deux Fleuves: Volume des mélanges offertes à Andrè Finet. Peters, Leuven 1989, S. 141–152.
  • Johannes Renger: Institutional, communal, and individual ownership or possession of arable land in ancient Mesopotamia from the end of the fourth to the end of the first millennium. In: Chicago Kent Law Review Bd. 71, 1995, S. 269–319.
  • Ephraim Stern: Archaeology of the Land of the Bible. Bd 2. Doubleday, New York 2001, ISBN 0-385-42450-7.
  • T. J. Wilkinson: The structure and dynamics of dry-farming states in upper Mesopotamia. In: Current Anthropology. Bd. 35/5, 1994, S. 483–520.

Weblinks[Bearbeiten]