Asymmetric Digital Subscriber Line 2

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Asymmetric Digital Subscriber Line 2 (ADSL2) und Extended bandwidth Asymmetric Digital Subscriber Line 2 (ADSL2+) sind Weiterentwicklungen der ADSL-Norm (G.992.1/G.992.2), die vor allem Datenraten und Reichweite einer ADSL-Verbindung verbessern. Die Verbesserung der Reichweite erlaubt es dem Netzwerkbetreiber, ADSL einer größeren Zahl potentieller Kunden anzubieten, während die höheren Datenraten neue Dienste wie hochauflösendes Fernsehen (HDTV) über eine Internetverbindung ermöglichen.

ADSL2 und ADSL2+ sind als G.992.3 und G.992.5 von der ITU genormt worden.

Unterschiede zu ADSL[Bearbeiten]

Die maximale Downstream-Datenrate bei ADSL2 beträgt 12 Mbit/s im Vergleich zu max. 8 Mbit/s bei ADSL; eine verbesserte Signalverarbeitung und Kodierung führt zu höheren relativen Datenraten für eine gegebene Entfernung.

ADSL2+ erweitert die Bandbreite des ADSL-Signals von 1,1 MHz auf 2,2 MHz und erhöht damit die maximale Datenrate auf 24 Mbit/s in Empfangsrichtung (in Deutschland werden mit Ausnahme einiger lokal verfügbarer Angebote lediglich max. 16 Mbit/s in Empfangsrichtung angeboten). ADSL2/2+ verfügt auch über eine Stromsparfunktion (L2-Modus), wenn keine Daten übertragen werden, sowie über die sogenannte Seamless Rate Adaption. Diese Stromsparfunktion ist bei Annex-J-Anschlüssen eventuell nicht verfügbar. Beide Merkmale waren bei den meisten ADSL2+-Anbietern in Deutschland im Sommer 2009 noch ungenutzt.

Kompatibilität zu ADSL[Bearbeiten]

Während des Aufbaus einer ADSL2/2+-Verbindung tauschen Modem und Vermittlungsstelle Informationen über die Fähigkeiten der jeweils anderen Seite aus, daher können üblicherweise sowohl ADSL2/2+-Modems in einem reinen ADSL-Netz als auch ADSL-Modems an einer ADSL2/2+-Leitung betrieben werden (letzteres gilt jedoch nicht an ADSL2+-Anschlüssen der Deutschen Telekom).

ADSL2/2+-Varianten[Bearbeiten]

ADSL2 Frequenzaufteilung
Teledat 431
ADSL2 Modem der Telekom
(ADSL2 nur mit zuletzt verwendeter Firmware)

Mit Reach-Extended-ADSL2 (RE-ADSL2; ITU G.992.3 Annex L) wurde eine Übertragungsvariante für besonders lange Anschlussleitungen mit gleichzeitig möglicher Analogtelefonie standardisiert, bei der in den niedrigeren Frequenzbereichen der Sendepegel angehoben wird, womit die mit einer ADSL-Vermittlungsstelle versorgbare Fläche gegenüber ADSL-over-POTS (Annex A) um etwa 40 % erhöht wird. France Telecom setzt RE-ADSL2 seit dem Frühjahr 2006 landesweit bei langen Anschlussleitungen ein.

Frequenz- bzw. Kanalaufteilung der verschiedenen ADSL-Normen
  • analog/ISDN
  • Schutzband
  • Upstream
  • Downstream ADSL/ADSL2
  • zusätzlicher Downstream ADSL2+
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Wer sagt, dass Firmen ein in der Regel höheres Datenaufkommen haben? Die Telcos? In Zeiten von Youtube- und Flickr-Uploads in HD kommt bei einem Verbraucher durchaus mehr Upstream-Traffic zusammen als in einer Heizungsbaufirma. Wo gibt es in DACH entsprechende Produkte?

Um Firmen entgegenzukommen, die in der Regel ein höheres ausgehendes Datenaufkommen als durchschnittliche Verbraucher haben, wurden mit ITU G.992.3/5 Annex M (mit gleichzeitig möglicher Analogtelefonie) sowie ITU G.992.3/5 Annex J (für entbündeltes DSL) Varianten der ADSL2/2+-Normen geschaffen, die die maximale Datenrate in Senderichtung (das heißt ins Netz) auf bis zu 3,5 Mbit/s erhöhen.
Diese Varianten weisen aufgrund des identischen Up/Downstream-Frequenzsplits bei 276 kHz eine hohe Spektralkompatibilität zum in Deutschland bisher exklusiv verwendeten ADSL-over-ISDN (Annex B) auf, weshalb sie von der Deutschen Telekom im Gegensatz zu Annex A und Annex L zur Nutzung in ihrem TAL-Netz bereits seit mehreren Jahren freigegeben sind; dessen ungeachtet gab es im Sommer 2009 noch keine darauf basierenden Angebote auf dem deutschen Markt. Bei der Deutschen Telekom wurde erwogen, bei All-IP-Anschlüssen künftig Annex J anstelle von Annex B einzusetzen. Mittlerweile (Stand: November 2011) gibt es bereits über Annex-J realisierte Anschlüsse, die ebenfalls ohne Zwangstrennung auskommen.
Außerhalb Deutschlands werden auf Annex M basierende DSL-Zugänge dagegen bereits seit mehreren Jahren beispielsweise vom australischen Anbieter Internode, vom britischen Anbieter Be*, vom dänischen Anbieter Fullrate und vom schwedischen Anbieter Bredbandsbolaget (20 Mbit/s downstream, 3 Mbit/s upstream) angeboten.

In Japan wird eine weitere, bisher nicht genormte Variante von ADSL2+ eingesetzt, die das Empfangsspektrum auf 3,7 MHz erweitert und Datenraten bis zu 50 Mbit/s ermöglicht. Mit diesen hohen Datenraten tritt ADSL in Konkurrenz zu VDSL, mit dem Vorteil, auch bei großen Entfernungen des Teilnehmers von der Vermittlungsstelle eine Verbindung herstellen zu können.

Zusätzlich ist bei ADSL2/2+ – wie zuvor nur bei SDSL – die Bündelung von mehreren Kupferdoppeladern mittels Bonding auf DSL-Protokollebene zur Erhöhung der Datenraten möglich.

ADSL2+ als Voraussetzung für IPTV[Bearbeiten]

Mit den über ADSL2+ realisierbaren Datenraten können gleichzeitig mehrere HD/SD-IPTV-Kanäle übertragen werden, wobei gleichzeitig noch genügend Datenratenreserven für das Internetsurfen und für VoIP zur Verfügung stehen, was als Voraussetzung für die kommerzielle IPTV-Vermarktung gilt. Neben Anbietern wie Telefónica Germany (früher HanseNet), die ihr IPTV-Angebot von Beginn an über ADSL2+ planten,[1] bietet die Deutsche Telekom seit dem Spätsommer 2007, nachdem sie in 750 Städten ein paralleles Streaming-fähiges IP-Konzentrationsnetz aufgebaut hat, ihr ursprünglich nur für VDSL2 projektiertes Triple Play/IPTV-Angebot Telekom Entertain auch über ADSL2+ an.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Axel Kossel: Breiterband. – Schneller Internet-Zugang mit ADSL2+. In: c't 11/06, S. 86.
  2. IPTV-ADSL2+-Ausbauliste der Telekom (Flash-Inhalt)