Athenaios

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem antiken Rhetor und Grammatiker Athenaios. Für weitere Bedeutungen siehe Athenaios (Begriffsklärung)

Athenaios (altgriechisch Ἀθήναιος Nαυκράτιος Athḗnaios Naukrátios, lateinisch Athenaeus Naucratita, selten Naucratitus; Ende des 2./Anfang des 3. Jahrhunderts) war ein griechischer Rhetor und Grammatiker aus Naukratis in Ägypten. Athenaios lebte anfangs in Alexandria, später in der Hauptstadt Rom.

Werk[Bearbeiten]

Sein Hauptwerk sind die Deipnosophistai (griechisch Δειπνοσοφισταί; deutsch Gastmahl der Gelehrten) in ursprünglich 30 Büchern, die in der Überlieferung auf 15 verkürzt sind, von denen die ersten drei nur in Auszügen erhalten sind. Nach dem literarischen Vorbild von Platons Symposion berichtet Athenaios seinem Freund Timokrates über die Teilnahme an einem Gastmahl. Der Gastgeber Publius Livius Larensis und seine insgesamt 29 Gäste behandeln in Form von Tischgesprächen die altgriechischen Sitten und Gebräuche, das Alltagsleben, die zeitgenössische Kunst und Wissenschaft. Dabei werden fast 800 antike Autoren und mehr als 10.000 Textzeilen zitiert. Nach Ansicht des Philologen Egidius Schmalzriedt gehört das Werk dem Inhalt nach zum „Abstrusesten und Ungenießbarsten, was je geschrieben wurde: ohne Sinn für Komposition und lebendige Darstellung“.[1] Andererseits ersetzt die Sammlung zum Teil den Verlust zahlreicher Werke von Schriftstellern des Altertums und gibt einen überaus wertvollen Einblick in die damaligen Lebensgewohnheiten.

Die Überlieferung stützt sich in erster Linie auf einen 1423 aus Konstantinopel nach Italien gebrachten Codex. 1514 erschien bei Aldus Manutius eine von Marcus Musurus herausgegebene Ausgabe im Druck, die 2012 einen Verkaufspreis von 45.000 Schweizer Franken erzielte.[2]

Die Standardausgabe des Textes ist die von Georg Kaibel herausgegebene. Bei der Zitierung wird meist die auf die Ausgabe von Isaac Casaubon zurückgehende Seitenzählung verwendet, die durch eine Kleinbuchstaben verwendende Abschnittszählung ergänzt wird. Der vollständige Text ist in nur einem einzigen Manuskript (A) erhalten, die Auszüge sind in zwei Manuskripten (C und E) erhalten.

Ausgaben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • David C. Braund, John Wilkins (Hrsg.): Athenaeus And His World. Reading Greek Culture in the Roman Empire. University of Exeter Press, Exeter 2000, ISBN 0-85989-661-7.
  • Françoise Caujolle-Zaslawsky: Athénaios de Naucratis (Athénée). In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 1, CNRS, Paris 1989, ISBN 2-222-04042-6, S. 644–648

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Athenaios – Quellen und Volltexte

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Kindlers Neues Literaturlexikon: Athenaios aus Naukratis, Sophistenmahl.
  2. Antiquariat Hellmut Schumann Zürich: Fine and rare books catalogue 600, S. 8-9.