Bühnenmusik

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Der Begriff Bühnenmusik bezeichnet eine Verbindung von Musik und Theaterbühne. Es kann sich entweder um eine musikalische Gattung oder um ein Musikensemble handeln, das in die Handlung integriert ist und auf oder hinter der Bühne spielt. Für die Bühnenmusik im Sinne des Ensembles steht in Opern-Partituren oft der italienische Begriff Banda.

Inhaltsverzeichnis

Musik auf der Bühne [Bearbeiten]

Im engeren Sinn ist Bühnenmusik eine Musik, die in einer Theateraufführung auf der Bühne stattfindet, als Teil des szenischen Geschehens – im Unterschied zu Musik, die aus dem Orchestergraben kommt. Sie ist eine Musik, die nicht nur von den Schauspielern oder Sängern gehört wird, sondern auch von den dargestellten Figuren.

In Mozarts Oper Don Giovanni (1787) spielen im Finale des ersten Akts (Ballsaal) drei Orchester unterschiedliche Tanzmusik auf der Bühne. Zugleich spielt wie üblich das Orchester im Orchestergraben, das nicht zur Bühnenmusik gehört. In der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts spielt oft eine Banda die Bühnenmusik, die in der Orchester-Partitur nicht Stimme für Stimme notiert ist, weil ihr Part an jedem Aufführungsort für die lokale Blasmusik arrangiert wurde, die in ihrer Uniform auf der Bühne stand.

Parallel zu diesem Begriff der Bühnenmusik ist die diegetische Musik im Film.

Musik zu Bühnenstücken [Bearbeiten]

Im weiteren Sinn bedeutet Bühnenmusik die Musik im Schauspiel (auch Schauspielmusik). Dies können eingestreute Lieder und Chöre für die Darsteller sein, Tanzmusik, Melodramen, Hintergrundmusik, Zwischenspiele für Umbaupausen, früher auch ausgedehnte Ouvertüren und Entractes. Im Unterschied zur Oper wird die Bühnenmusik im Schauspiel für jede Einstudierung neu konzipiert und oft auch komponiert.

Die Komposition und Einrichtung der Bühnenmusik gehörte zu den traditionellen Aufgaben des Theater-Kapellmeisters. Heute haben Bühnenmusiker, die dem Regisseur der Inszenierung unterstellt sind, die Funktion der Theaterkapellmeister übernommen. Aus Kostengründen wird solche Bühnenmusik nur noch selten live gespielt. Sie entspricht oft einer Atmo. Gesangseinlagen im Sprechtheater sind selten geworden.

Im 19. Jahrhundert war die Bühnenmusik im Schauspiel sehr umfangreich und wurde von einem größeren Orchester begleitet, zum Beispiel in den Possen von Johann Nestroy (vgl. Adolf Müller senior).

Viele Musikstücke, die heute im Konzertsaal gespielt werden, sind Bearbeitungen oder Teile von Bühnenmusik, wie die Ouvertüre zu Die Ruinen von Athen von Ludwig van Beethoven (1812, zu dem gleichnamigen Drama von August von Kotzebue), Klärchens Lied „Freudvoll und leidvoll“ und die Ouvertüre aus Egmont von Beethoven (1809, zu dem gleichnamigen Drama von Goethe), die Musik zu Carl Maria von Webers Preziosa und Franz Schuberts Rosamunde, die dänische Königshymne aus Elverhøj von Friedrich Kuhlau (1828, zum Schauspiel von Johan Ludvig Heiberg), die Ouvertüre Dichter und Bauer von Franz von Suppé (zu einem Volksstück von Karl Elmar, 1846) oder Peer Gynt von Edvard Grieg (1875, zu Henrik Ibsens dramatischem Gedicht).

Im noch weiteren Sinn kann der Ausdruck "Bühnenmusik" auch die Oper mit einschließen, etwa wenn zwischen Konzertsaalmusik und den Bühnenwerken eines Komponisten unterschieden wird.

Literatur [Bearbeiten]

  • Oliver Huck: Von der Silvana zum Freischütz. Die Konzertarien, die Einlagen zu Opern und die Schauspielmusik Carl Maria von Webers. Mainz 1999, ISBN 3-7957-0381-6.
  • Dagmar Beck und Frank Ziegler (Hrsg.): Carl Maria von Weber und die Schauspielmusik seiner Zeit (= Weber-Studien, Bd. 7), Mainz: Schott, 2003
  • Axel Schröter: Musik zu den Schauspielen von August von Kotzebue. Zur Bühnenpraxis während Goethes Leitung des Weimarer Hoftheaters. Studio, Sinzig 2006, ISBN 3-89564-118-9 (Musik und Theater. Band 4).

Siehe auch [Bearbeiten]