Bajazzo

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Dieser Artikel behandelt die italienische Clownsfigur. Für andere Bedeutungen siehe Bajazzo (Begriffsklärung).
Bajass“ am AlsenbornerBajasseum

Der Bajazzo ist eine Clownsfigur in Italien.

Italien[Bearbeiten]

Die Bezeichnung wird entweder vom französischen pailasse (‚Strohsack‘) oder vom italienischen baia (‚Spaß‘) hergeleitet. Der italienische Pagliaccio[1] trägt ein übermäßig weites, schlotterndes, weißes Gewand mit großen Knöpfen, das Mehlgesicht hat große, rot bemalte Lippen. Auf seinem Kopf sitzt ein großer Filzhut in Trichterform.

In der Oper Der Bajazzo (Pagliacci) von Ruggero Leoncavallo ist der Bajazzo ein betrogener Ehemann, der sich nichts von seinem Kummer anmerken lassen darf.

Bajass - Figur der Narrenzunft Krakeelia Waldkirch

Deutschland[Bearbeiten]

60 Pf-Sondermarke der Deutschen Bundespost (1988) zu "150 Jahre Mainzer Carneval" mit „Bajass und Laterne“

In manchen deutschen Dialekten wandelt sich das Wort Bajazzo zu „Bajass“ und ist ein als Zirkusclown verkleideter Hanswurst und Possenreißer auf Jahrmärkten und anderen Schaustellungen. Das modernere Wort für diesen dummen August ist Clown.

Bekannt ist der Bajass auch als Narrenfigur in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und in Mainz.

Eine frühe Erzählung Thomas Manns, die sich der Künstlerproblematik widmet, trägt den Titel Der Bajazzo.

Im Rheinischen steht Bajass für den Hampelmann aus Pappe mit der Ziehkordel, die Vogelscheuche auf dem Feld oder das fahrende Volk der Kirmes. Im Pfälzischen Wörterbuch wird Bajass auch als Schimpfwort nachgewiesen.

In dem Entwicklungsroman „Der Pojaz“ des österreichischen Schriftstellers Karl Emil Franzos (1848–1904) wird der Lebensweg eines jungen begabten Juden dargestellt, der immer wieder versucht, sich aus den Fesseln des Ghettos zu befreien, um seinen Traum zu verwirklichen, Schauspieler zu werden. Das jiddische „Pojaz“ ist gleichbedeutend mit „Bajazzo“.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. In der deutschen Literatur um 1800 zum Beispiel bei Goethe oder E.T.A. Hoffmann wird diese Figur auch Pagliasso genannt. Vgl. zum Beispiel:  Lieselotte Blumenthal, Erich Trunz: Goethes Werke: Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. 14. Auflage. C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-08495-8, S. 698 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).