Karl Emil Franzos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl Emil Franzos im Jahre 1891
(aus Könneckes Bilderatlas von 1895)

Karl Emil Franzos (* 25. Oktober 1848 in Russisch-Podolien nahe von Czortkow, Galizien (Podolien, Ukraine); † 28. Januar 1904 in Berlin) war ein zu seiner Zeit sehr populärer österreichischer Schriftsteller und Publizist. Seine Erzählungen und Romane reflektieren die Welt des osteuropäischen Judentums und die Spannungen, denen er als Jude und Deutscher in Galizien und der Bukowina ausgesetzt war.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Karl Emil Franzos wurde als Sohn von Heinrich Franzos (1808–1858), Bezirksarzt in Czortkow, und Karoline Franzos, geb. Klarsfeld aus Odessa, in einem Forsthaus im russischen Podolien geboren. Dorthin war die Mutter vor der Geburt wegen polnischer Aufstände im zu Österreich-Ungarn gehörenden Galizien geflohen. Kurz nach der Geburt kehrten sie wieder über die Grenze nach Czortkow zurück. Die väterliche Linie bildeten sephardische Juden aus Spanien. Sie kamen Mitte des 18. Jahrhunderts über Lothringen noch unter dem Namen Levert nach Ostgalizien (heutige Ukraine) und nahmen da den Familiennamen Franzos an.

Karl Emil erhielt Privatunterricht von Heinrich Wild, einem Wiener Studenten der 1848er-Unruhen, der zur Strafe ins Militär gesteckt wurde. Später besuchte Franzos drei Jahre die Klosterschule der Dominikaner in Czortkow und erhielt privaten Unterricht in Hebräisch. Nach dem Tod des Vaters (1858) übersiedelte Karoline Franzos mit ihrer Familie nach Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina. Hier besuchte Karl Emil 1859 bis 1867 das deutsche Gymnasium und erhielt in dieser Stadt auch die stärksten Eindrücke seines Lebens, einen Einblick in die ethnische Vielschichtigkeit des Habsburger Reiches, die in seinen späteren Erzählungen und Romanen ihre literarische Verarbeitung erlebten. In diese Zeit fallen auch seine ersten dichterischen Versuche.

Studienjahre[Bearbeiten]

Nach dem Abschluss der Reifeprüfung 1867 mit Auszeichnung wollte er zunächst Klassische Philologie studieren. Da ihm aufgrund seiner jüdischen Abkunft kein Stipendium gewährt wurde, sattelte er auf Rechtswissenschaften um, begann 1867 sein Studium an der Universität Wien und wechselte nach zwei Semestern an die Universität Graz. Franzos bekannte sich stets offen zu seinem Judentum, war aber, geprägt durch den Vater, deutschnationaler Gesinnung und in Wien Mitglied der Burschenschaft Teutonia und in Graz der akademischen Verbindung „Orion“. Die Schaffung des deutschen Kaiserreiches 1871 begrüßte er freudig und sprach sich außerdem für eine deutsche Einigung unter preußischer Führung mit Einschluss Österreichs aus. Franzos trat allerdings tief enttäuscht aus den Burschenschaften aus, nachdem deren antisemitische Gesinnung klar zutage trat.

In Graz verfasste er für Tageszeitungen Satiren, Rezensionen, Erzählungen und Gedichte und freundete sich mit Schriftstellerkollegen wie Robert Hamerling und Alfred Klaar an. Das Zerbrechen einer Liebesbeziehung mit einer Christin aus Czernowitz wurde zum Anlass der Novelle Das Christusbild, die in Westermanns Monatshefte aufgenommen wurde und bei den Lesern sogleich Anklang fand. Franzos promovierte zum Dr. iur., erkannte jedoch bald, dass er sich zum Journalismus und der Schriftstellerei mehr hingezogen fühlte.

Halb-Asien und jüdisches Alltagsleben[Bearbeiten]

1872 bis 1873 war Franzos Feuilletonredaktor der Tageszeitung Ungarischer Lloyd in Budapest, und schrieb später für die Wiener Neue Freie Presse. Nebenbei verfasste er Novellen über das Leben im jüdischen Stetl. Die baldige Gründung und Redaktion der Wochenschrift Die Laterne wurde zu einem finanziellen Fiasko und kam über sechs Ausgaben nicht hinaus. Danach unternahm er längere Reisen, die ihn unter anderem nach Venedig, Genua, Monaco, Florenz, Rom und Neapel führten und die in seine Reisefeuilletons eingingen.

Seine Reisebeiträge waren beliebt, weswegen ihn die Neue Freie Presse von 1874 bis 1876 auf weitere Reisen in die östliche Hälfte der Habsburgermonarchie schickte. Es entstanden kulturhistorische und ethnografische Kulturbilder, die, nach Abdruck in der Zeitung als Buch unter dem Titel Aus Halb-Asien zusammengefasst und immer wieder aktualisiert, in mehreren Auflagen erschienen und sehr erfolgreich wurden. 1878 und 1888 erschienen weitere Sammlungen solcher Kulturbilder (Vom Don zur Donau beziehungsweise Aus der grossen Ebene).[1] Die Juden wünschte Franzos sich mehr an die „deutsche Kultur“ angepasst, weshalb er einigen Angriffen jüdischer Zeitungen ausgesetzt war. Er rechtfertigte sich damit, dass er als erster Jude die Juden realistisch und ohne jegliche Schönfärberei gezeichnet habe.

In der Novellensammlung Die Juden von Barnow (1877), die jüdische Stetlgeschichten vereint, setzte Franzos seinem Heimatort Czortkow (dem fiktiven Barnow seiner Schriften) ein literarisches Denkmal. Diese Werke schufen die materielle Grundlage dafür, dass er sich mehr und mehr vom Tagesjournalismus abwenden und sich der Schriftstellerei im Hauptberuf widmen konnte. 1877 heiratete er Ottilie Benedikt, die Tochter eines jüdischen Kaufmanns. Ottilie hatte unter dem Namen Fanny Ottmer Texte veröffentlicht und war verwandt mit dem Mitherausgeber der Neuen Freien Presse Moriz Benedikt und dem Schriftsteller Fritz Mauthner.

Herausgeber und literarischer Förderer[Bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller war Franzos auch als Übersetzer, beispielsweise von Gogol und ukrainischen Volksliedern, und vor allem als Herausgeber tätig. Als herausragende Leistung gab Franzos 1879 die Werke von Georg Büchner, dem zunehmend vergessenen deutschen Dichter aus der Vormärzzeit, heraus. Neben den schon bekannten Theaterstücken Dantons Tod und Leonce und Lena enthielt diese Ausgabe auch den Woyzeck (damals noch Wozzeck), den Franzos aus dem Nachlass erstmals 1878 in der Zeitschrift Mehr Licht! veröffentlichte. Franzos' Edition wird in der zeitgenössischen Philologie einerseits positiv bewertet, andererseits werden Bearbeitungsfehler und eine teilweise Zerstörung der Manuskripte Büchners durch Franzos kritisiert. Nach Kindlers Literaturlexikon ist Woyzeck die ursprüngliche Schreibweise. "Wozzeck" ist auf einen Schreibfehler Franzos' zurückzuführen, der in Alban Bergs Oper "Wozzeck" übernommen wurde.

1884 wurde Franzos Redakteur der Neuen Illustrierten Zeitung in Wien und gründete 1886 die Halbmonatszeitschrift Deutsche Dichtung (1886–1904), die er bis zu seinem Tod herausgab. In dieser literarischen Zeitschrift schrieben auch heute noch bekannte Schriftsteller wie C.F. Meyer, Theodor Fontane oder Theodor Storm. Franzos hatte es sich zudem zur Aufgabe gemacht, junge Talente zu fördern. Stefan Zweig veröffentlichte darin seine ersten Gedichte und Aphorismen.

1887 zog Franzos mit seiner Gattin von Wien nach Berlin. In den 1890er Jahren schrieb er vor allem bürgerliche Liebes- und Gesellschaftsnovellen mit leicht pessimistischen Zügen, die trotz einigen Anklangs beim lesenden Publikum literarisch nicht kanonisch wurden. Gleichzeitig engagierte er sich für seine jüdischen Glaubensgenossen in Russland, die unter zunehmendem Druck standen. 1891 trat er dem Zentralkomitee für die russischen Juden bei, das Geld für verfolgte Juden sammelte. Außerdem hielt er Vorträge zu diesem Themenkreis (Manuskripttitel: Russische Literatur und Kultur, Die Rechtslage der russischen Juden, Die Juden in Russland: Nach Zeugnissen christlicher Russen).

Grabstein in der Ehrenreihe

1895 erfolgte auf Initiative Franzos' und mit dessen finanzieller Beteiligung die Gründung der Concordia-Verlagsgesellschaft.

Mit seiner Mittlerstellung zwischen Judentum und Deutschtum geriet er in den 1890er Jahren zunehmend in das Zentrum antisemitischer Angriffe. Seit 1901 litt er an Herzbeschwerden und starb am 28. Januar 1904 in Berlin, wo er auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee in einem Ehrengrab im Feld A 1 beigesetzt wurde.[2]

Zitate[Bearbeiten]

  • Immer wieder hingewiesen wird auf Franzos' Ausspruch: Jedes Land hat die Juden, die es verdient.
  • Ich musste in der kleinen jüdischen Gemeinschaft ebenso meine Pflicht tun wie in der großen deutschen.[3]
  • Die Notwendigkeit ist die einzige Gottheit, an die man glauben darf, ohne je zweifeln oder verzweifeln zu müssen.[3]
  • Lasst uns endlich die Wahrheit begreifen, dass nur die Liebe selig macht, der Glaube aber blind.[3]
  • Ich ziehe Schlüsse aus Tatsachen, die mir als Wahrheit feststehen, voll und ganz, ich fälsche keine Tatsachen, um Schlüsse daraus ziehen zu können.[4]

Werke[Bearbeiten]

als Autor[Bearbeiten]

Erzählungen
  • David der Bocher. Erzählung. 1870.
  • Ein einzig Kind. Erzählung. 1873.
  • Die Juden von Barnow. Novellen. 1877[5].
  • Junge Liebe. Novellen. 4. Aufl. 1879[6].
  • Stille Geschichten. 2. Aufl. Bonz Verlag, Stuttgart 1905.
  • Moschko von Parma[7]. Drei Erzählungen. 2. Aufl. Ruetten & Loening Verlag, Berlin 1984[8].
  • Mein Franz. Novellen in Versen. Verlag Breitkopf & Härtel, Leipzig 1883.
  • Der Präsident. Erzählung. Trewendt, Breslau 1884.
  • Die Reise nach dem Schicksal. Erzählung. 3. Aufl. Cotta, Berlin 1909.
  • Tragische Novellen. 2. Aufl. Cotta, Berlin 1895.
  • Der Schatten. Erzählung. 2. Aufl. Cotta, Berlin 1895.
  • Der Gott des alten Doktors. Erzählung. 2. Aufl. Cotta, Stuttgart 1905.
  • Ein Opfer. Erzählung. Engelhorn Verlag, Stuttgart 1893 (Engelhorns Romanbibliothek 10,8).
  • Der Wahrheitssucher. Roman. 3. Aufl. Cotta, Berlin 1896 (2 Bde.).
  • Ungeschickte Leute. Geschichten. 3. Aufl. Cotta, Stuttgart 1894.
  • Der kleine Martin. Erzählung. 3. Aufl. Cotta, Stuttgart 1910.
  • Leib Weihnachtskuchen und sein Kind. Erzählung. Greifenverlag, Rudolstadt 1984.
  • Allerlei Geister. Erzählungen. 2. Aufl. Verlag Concordia, Berlin 1897.
  • Mann und Weib. Novellen. 2. Aufl Cotta, Stuttgart 1905.
  • Neue Novellen. 2. Aufl. Cotta, Stuttgart 1905[9]
  • Der alte Damian und andere Geschichten. Cotta, Stuttgart 1905 (Cottasche Handbibliothek; 100).
  • Der Hiob von Unterach und andere Geschichten. Cotta, Stuttgart 1913 (Cottasche Handbibliothek; 181).
Reiseberichte
  • Halb-Asien. Land und Leute des östlichen Europa. Cotta, Stuttgart 1897 ff
  1. Aus Halb-Asien. Culturbilder aus Galizien, Südrußland, der Bukowina und Rumänien, Bd. 1. 5. Aufl. 1914[10].
  2. Aus Halb-Asien. Culturbilder aus Galizien, Südrußland, der Bukowina und Rumänien, Bd. 2. 5. Aufl. 1914.
  3. Vom Don zur Donau. Neue Culturbilder aus Halb-Asien, Bd. 1. 3. Aufl. 1912.
  4. Vom Don zur Donau, Bd. 2. 3. Aufl. 1912.
  5. Aus der großen Ebene. Neue Kulturbilder aus Halb-Asien, Bd. 1. 2. Aufl. 1897.
  6. Aus der großen Eben, Bd. 2. 2. Aufl. 1897.
  • Deutsche Fahrten. Reise- und Kulturbilder.
  1. Aus Anhalt und Thüringen. Aufbau-Taschenbuchverlag, Berlin 2000, ISBN 3-7466-6071-8 [11]. Edition hohesufer.com, Hannover 2011, ISBN 978-3-941513-20-4.
  2. Aus den Vogesen. Eine Elsaß-Reise im Jahr 1903. Edition hohesufer.com, Hannover 2010, ISBN 978-3-941513-12-9.
Romane
  • Ein Kampf ums Recht. Roman. 2. Aufl. List Verlag, Leipzig 1955.
  • Judith Trachtenberg. Roman. Ullstein, Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-548-30283-1 (Die Frau in der Literatur).
  • Der Pojaz. Roman. 1905[14].
Werkausgabe
  • Ausgewählte Werke. Der Pojaz. 7. Aufl. Rotbuch-Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-434-54526-3.
  • Anna-Dorothea Ludewig (Hrsg.): Eine Auswahl aus seinen Werken. Olms, Hildesheim 2008, ISBN 978-3-487-13703-2.
  • Oskar Ansull (Hrsg.): Namensstudien/Études de noms (1888/1897) zweispr. Ausgabe (dt.-franz.)Übersetzung von Ariane Lüthi. hohesufer.com, Hannover 2012, ISBN 978-3-941513-23-5 (Textvergleichende Ausgabe)

Franzos' Studien über die Zwangsvergabe von Nachnamen an die jüdische Bevölkerung in Galizien Ende des 18. Jahrh.

als Herausgeber[Bearbeiten]

  • Die Geschichte des Erstlingswerkes. Selbstbiographische Aufsätze. Verlag Titze, Leipzig 1894.

Literatur[Bearbeiten]

Aufsätze
  • Jan-Frederik Bandel: Der enttäuschte Assimilant. Der erste deutsch-jüdische Bestseller: Vor hundert Jahren erschien Karl Emil Franzos' Ghettoroman „Der Pojaz“. In: Jüdische Allgemeine Zeitung vom 30. Juni 2005.
  • Roland Berbig: Von Halb-Asien ins europäische Menschenleben. Karl Emil Franzos und Paul Heyse. In: Hugo Aust, Hubertus Fischer (Hgg.): Boccaccio und die Folgen. Fontane, Storm, Keller, Ebner-Eschenbach und die Novellenkunst des 19. Jahrhunderts. Frühjahrstagung der Theodor Fontane Gesellschaft e. V. Mai 2004 in Neuruppin. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3458-9, S. 135–153 (Fontaneana; 4).
  • Andrei Corbea Hoișie: Kein „Bukowiner Poet“. Karl Emil Franzos. In: Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands, Jg. 17 (2000), Heft 2 (Doppelheft, Juli), S. 23–25. ISSN 1563-3438
  • Berliner Hefte zur Geschichte des literarischen Lebens, Bd. 6 (2004), ISSN 0949-5371
    • S. 7–16: Jan-Christoph Hauschild: „Sie aßen alle Leberwurst…“ Karl Emil Franzos als Editor und Biograph Georg Büchners.
    • S. 17–37: Wolfgang Rasch: „Vielleicht ist dies nur eine träumerische Schrulle von mir“. Zehn Briefe von Karl Emil Franzos an Eduard Hallberger und die Redaktion von „Über Land und Meer“ aus den Jahren 1874 und 1875.
    • S. 38–41: Walter Hettche: Zwei Autographen von Karl Emil Franzos.
    • S. 42–47: Roland Berbig: „Ungedrucktes und Verschollenes“ in der „Deutschen Dichtung“ – Eichendorff und andere. Zu den Briefen von Karl Emil Franzos und Heinrich Meister.
    • S. 48–69: Roland Berbig (Hrsg.): „Deutsche Dichtung“ und Königliche Bibliothek. Ein Briefwechsel zwischen Karl Emil Franzos und Heinrich Meisner.
    • S. 70–84: Wulf Wülfing: Karl Emil Franzos’ „Deutsche Fahrten“. Zu den „Kulturbildern“ eines wissbegierigen Touristen um Neunzehnhundert.
  • Ludwig Geiger: K. E. Franzos. In: Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. Bd. 11 (1908), S. 176–229. Digitalisat, ebenfalls in: Die Deutsche Literatur und die Juden, Kap.12 online
  • Ernst Joseph Görlich: Franzos, Karl Emil. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 378 f. (Digitalisat).
  • Alfred Klaar: Karl Emil Franzos. In: Biographisches Jahrbuch, Bd. 10 (1907).
  • Margarita Pazi: Karl Emil Franzos' Assimilationsvorstellung und Assimilationserfahrung. In: Hans Otto Horch (Hrsg.): Conditio Judaica. Judentum, Antisemitismus und deutschsprachige Literatur vom 18. Jahrhundert bis zum ersten Weltkrieg; interdisziplinäres Symposium der Werner-Reimers-Stiftung. Niemeyer, Tübingen 1989, ISBN 3-484-10622-0 (Bd. 2, S. 218–233).
Bücher
  • Oskar Ansull: Zweigeist Karl Emil Franzos. Ein Lesebuch von Oskar Ansull. Potsdamer Bibliothek, Deutsches Kulturforum östliches Europa 2005, ISBN 3-936168-21-0 (mit einer beigelegten CD der Rundfunksendung (NDR) von Oskar Ansull „Ein bunter Flecken am Kaftan“).
  • Petra Ernst (Hrsg.): Karl Emil Franzos. Schriftsteller zwischen den Kulturen. Studien-Verlag, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7065-4397-2 (Schriften des Centrums für Jüdische Studien; 12).
  • Gabriele von Glasenapp: Aus der Judengasse. Zur Entstehung und Ausprägung deutschsprachiger Ghettoliteratur im 19. Jahrhundert. Niemeyer, Tübingen 1996, ISBN 3-484-65111-3 (zugl. Dissertation, TH Aachen 1994).
  • Günther A. Höfler: Psychoanalyse und Entwicklungsroman. Dargestellt an Karl Emil Franzos „Der Pojaz“. Verlag des Südostdeutschen Kulturwerks, München 1987, ISBN 3-88356-049-9 (= Veröffentlichungen des Südostdeutschen Kulturwerkes; Reihe B, Wissenschaftliche Arbeiten; 47).
  • Sybille Hubach: Galizische Träume. Die jüdischen Erzählungen des Karl Emil Franzos. Akademischer Verlag Heinz, Stuttgart 1986, ISBN 3-88099-161-8 (= Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik; 157).
  • Geneviève Humbert: Karl Emil Franzos (1848–1904). Peintre des confins orientaux de l’empire des Habsbourg. Presses Universitaires, Strasbourg 1993, ISBN 2-86820-111-3 (= Maison des Sciences de l'Homme de Strasbourg; 13).
  • Dieter Kessler: Ich bin vielleicht kein genügend moderner Mensch. Notizen zu Karl Emil Franzos (1848–1904). Verlag des Südostdeutschen Kulturwerks, München 1984, ISBN 3-88356-033-2 (= Veröffentlichungen des Südostdeutschen Kulturwerkes; Reihe D; 14).
  • Anna-Dorothea Ludewig (Hrsg.): Spuren eines Europäers. Karl Emil Franzos als Mittler zwischen den Kulturen. Olms, Hildesheim 2008, ISBN 978-3-487-13468-0.
  • Anna-Dorothea Ludewig: Zwischen Czernowitz und Berlin : deutsch-jüdische Identitätskonstruktionen im Leben und Werk von Karl Emil Franzos (1847 - 1904), Hildesheim ; Zürich ; New York : Olms 2008 (Haskala Band 37, zugleich Dissertation an der Univ. Potsdam) ISBN 978-3-487-13702-5. (Laut Moses-Mendelsohn-Zentrum die erste wissenschaftliche Biographie über Franzos.)
  • Fred Sommer: „Halb-Asien“. German nationalism and the Eastern European works of Emil Franzos. Akademischer Verlag Heinz, Stuttgart 1984, ISBN 3-88099-149-9 (= Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik; 145).
  • Carl Steiner: Karl Emil Franzos. 1848–1904. Emancipator and assimilationist. Lang Verlag, New York 1990, ISBN 0-8204-1256-2 (= North American studies in nineteenth-century German literature; 5).
  • Andrea Wodenegg: Das Bild der Juden Osteuropas. Ein Beitrag zur komparatistischen Imagologie an Textbeispielen von Karl Emil Franzos und Leopold von Sacher-Masoch. Lang Verlag, Frankfurt/M. 1987, ISBN 3-8204-8808-1 (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 1; 927).
  • Herwig Würtz (Hrsg.): Karl Emil Franzos (1848–1901). Der Dichter Galiziens; zum 150. Geburtstag. Stadtbibliothek, Wien 1998, (Katalog der gleichnamigen Ausstellung Oktober 1998 bis Januar 1999 im Wiener Rathaus).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl Emil Franzos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karl Emil Franzos – Quellen und Volltexte

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Über seine "ethnographischen" Schriften heisst es im Wininger: Kein zweiter Dichter deutscher Sprache hat gleich Franzos die Poesie jenes halb- oder ganz barbarischen Stoffgebietes mit solcher Schöpferkraft herausgehoben. Neben ihm verschwinden alle andern Darsteller des jüdischen Volkslebens ... (Grosse Jüd. National-Biographie, Bd. II., S. 307).
  2. Sein Grabstein enthielt die Inschrift: Ist dein auch alle Erdenpracht / Und aller Weisheit Blüte, / Das, was dich erst zum Menschen macht, / Ist doch allein die Güte.
  3. a b c Bachmann, Ralf, Warum der "Pojaz" nicht sterben darf, in: diesseits, Zeitschrift des humanistischen Verbandes, 22.Jg., 3. Quartal, Nr. 84/2008, S. 27
  4. Bachmann, Ralf, Warum der "Pojaz" nicht sterben darf, in: diesseits, Zeitschrift des humanistischen Verbandes, 22.Jg., 3. Quartal, Nr. 84/2008, S. 28
  5. in sechzehn Sprachen übersetzt
  6. Inhalt: Die braune Rosa, Die Hexe, Die Vettern von Brandenegg.
  7. Die humorvolle Geschichte eines jüdischen Soldaten, der jetzt als Invalide aufs Betteln verwiesen ist, aber seinen Gönner und Freund, den Feldmarschall Radetzky, im Hemd gesehen haben will; auf dem Sterbebett fühlt er sich wieder – erhebend und stolz – zu seinem "guten alten Regiment" abkommandiert
  8. Inhalt: Moschko von PArma, Judith Trachtenberg, Leib Weihnachtskuchen und sein Kind
  9. Inhalt: Die Schlechteste und die Beste, Ein Feigling
  10. in fünfzehn Sprachen übersetzt
  11. unter dem Titel „Aus Anhalt“ wurde in Halle/Saale 2005 ein Sonderdruck publiziert
  12. Sonderdruck aus Aus Anhalt und Thüringen
  13. Sonderdruck aus Aus Anhalt und Thüringen
  14. Das Buch ging zurück auf ein mehr als dreissig Jahre altes Konzept, das dann von K. E. Franzos umgearbeitet, wegen des ungünstigen politisch-gesellschaftlichen Klimas in Deutschland aber zu seinen Lebzeiten nicht mehr veröffentlicht wurde. Eine von ihm autorisierte russische Übersetzung erschien bereits 1894 in St. Petersburg