Balancieren

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Balancieren als Training des Gleichgewichts
Ein Junge balanciert eine Petroleumlampe auf dem Kopf

Balancieren bedeutet, sich selbst oder einen Gegenstand unter dem Einfluss des Schwerefeldes im mechanischen Gleichgewicht zu halten.

Es bedeutet theoretisch, dass man

  • im Stillstand den Körperschwerpunkt lotrecht über der Unterlage/Standfläche hält, bzw.
  • in der Bewegung (labiles Gleichgewicht) das sogenannte Scheinlot – die Resultierende aus Schwerkraft und Fliehkraft – durch die Unterstützungsfläche gehen lässt.

Sport[Bearbeiten]

Im Sport und bei Spielen geht es oft darum, in der Bewegung das Gleichgewicht auf einer nur schmalen Lauf- oder Unterstützungs-Fläche zu halten. Eine Hilfe dabei ist das Ausbreiten der Arme oder bei Artisten eine Balancierstange, Schirm oder Fächer, weil dadurch die Reaktion auf kleine Änderungen der Neigung genauer und schneller wird.

Disziplinen[Bearbeiten]

Sportliche und akrobatische Disziplinen, Geräte und Spiele, in denen das Balancieren ein wichtiges Element ist:

Anatomie[Bearbeiten]

Die Hauptrolle spielen dabei das Gleichgewichtsorgan (in beiden Innenohren) und der Muskelsinn, meist in Verbindung mit dem Sehen: Dabei darf der Kopf nicht zu stark geneigt oder bewegt werden, um das Entstehen von Schwindelgefühl zu vermeiden.
Mit Eigenversuchen lässt sich feststellen, dass die Genauigkeit, mit der wir die Lotrichtung feststellen können, etwa 1° beträgt – siehe auch Sichtnavigation. Daher genügt schon eine Kraft von 1–3 Prozent des Körpergewichts, um den Anfängen eines Ungleichgewichts entgegenzuwirken.

Lastenbeförderung[Bearbeiten]

Historische Darstellung einer italienischen Frau in typischer Tracht, die einen Krug auf dem Kopf trägt. Carl Gustav Carus: "Erinnerung an Sorrent", 1828

Ähnlich funktioniert das Balancieren von Gegenständen auf den Schultern oder auf dem Kopf. Es wird durch eine passende Auflage auf dem Kopf erleichtert. Das Tragen schwerer Lasten auf dem Kopf, das in südlichen Ländern allgemein üblich ist, stellt die für Muskeln und Rückgrat schonendste Art des Lasttragens und insbesondere des Wasserholens dar.

Durch eine besondere Gangtechnik spart man dabei Energie und vermeidet unter Last die Auf- und Abwärtsbewegung der Hüften. So können dadurch bis zu 20 % des Körpergewichts ohne zusätzliche Anstrengung getragen werden.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  G. M. O. Maloiy, N. C. Heglund, L. M. Prager, G. A. Cavagna, C. R. Taylor: Energetic cost of carrying loads: have African women discovered an economic way?. In: Nature. 319, Nr. 6055, 1986, S. 668-669.