Banshee (Medienspieler)

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Banshee
Logo von Banshee
Banshee 1-6-0 linuxmint.png
Bildschirmfoto von Banshee 1.6.0 unter Linux Mint
Basisdaten
Aktuelle Version 2.6.2
(18. Februar 2014)
Betriebssystem Linux, Mac OS X, Windows
Programmier­sprache C#
Kategorie Medienplayer
Lizenz MIT
Deutschsprachig ja
banshee.fm

Banshee (benannt nach einer irischen Todesfee) ist ein plattformunabhängiger Medienspieler. Er wird unter der MIT-Lizenz verbreitet und ist somit eine freie Software. Die Entwicklung fokussiert sich primär auf unixoide Betriebssysteme, mittlerweile gibt es jedoch experimentelle Portierungen für Windows und Mac OS.[1]

Banshee findet sich in den Paketquellen vieler Linux-Distributionen.[2][3][4][5] Seit Version 11.04 war es die Standard-Software für Medienwiedergabe unter Ubuntu,[6] wurde jedoch bereits mit Version 12.04 wieder ersetzt[7].

Technik[Bearbeiten]

Die Software ist in C# programmiert und fußt ferner auf der Mono-Laufzeitumgebung sowie GTK+ für die graphische Benutzeroberfläche. Zum Dekodieren wird GStreamer als Back-End verwendet; als Datenbank für das Katalogisieren der Audio- und Videodateien wird SQLite eingesetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Veröffentlichung vom 17. Februar 2005 (Version 0.1) lief unter dem Namen „Sonance“. Version 0.8.2 vom 4. August trug den heutigen Namen. Version 1.0 wurde am 5. Juni 2008 freigegeben, für die die Software von Grund auf neu geschrieben wurde.

Seit Version 1.4 vom 10. November 2008 ist Banshee auch für Windows-Betriebssysteme kompilierbar.

In der für April 2011 zur Fertigstellung angesetzten Version 11.04 der populären Linux-Distribution Ubuntu trat Banshee als Standard-Audiospieler an die Stelle von Rhythmbox (den eigentlichen Standard der verwendeten Arbeitsumgebung GNOME).[6] In Ubuntu 12.04 wurde jedoch erneut Rhythmbox der Standard-Player.

Mittlerweile haben über 140 Entwickler, 111 Übersetzer, sowie sechs Grafikdesigner an dem Projekt mitgewirkt, das von Aaron Backover initiiert wurde.[8] Es existieren verschiedene Abkömmlinge wie „Helix Banshee“;[9] durch das Fehlen einer Copyleft-Bedingung in der verwendeten Lizenz auch proprietäre wie „Moovida“.

Funktionsumfang[Bearbeiten]

Zum Ordnen der eigenen Mediensammlung steht ein integrierter Tag-Editor bereit sowie die Möglichkeit, Dateien entsprechend den Metadaten automatisch umbenennen zu lassen. Der Benutzer kann Elemente seiner Sammlung bewerten, damit diese in „intelligenten Wiedergabelisten“ weniger beliebten Elementen vorgezogen werden. Lieder können auf ihre Geschwindigkeit hin analysiert werden, worauf die Auto-DJ-Funktion im Zufallsmodus ähnlich klingende Lieder aneinanderreiht und somit eine relativ gleichbleibende musikalische Stimmung hält. Weitere Funktionen, wie das automatische Nachladen von Covern aus dem Internet, das Feinabstimmen der Akustik mittels Equalizer oder das Abonnieren von Podcasts beherrscht Banshee ebenfalls. Vielerlei Funktionen sind als Plug-ins realisiert, so dass der Benutzer nicht benötigte Programmteile gänzlich entfernen kann.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Kompatibilität zu Hardware-Medienspielern wie Apple iPod, Zen und Android-Geräten. So unterstützt Banshee die individuellen Protokolle der Geräte.[10][11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Banshee (Medienspieler) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hinweise zur Kompilierung unter Windows
  2. http://packages.ubuntu.com/banshee
  3. https://admin.fedoraproject.org/pkgdb/applications/Banshee
  4. http://download.opensuse.org/repositories/Banshee
  5. http://doc4.mandriva.org/xwiki/bin/view/upmi/component/banshee
  6. a b Nachrichten bei heise.de
  7. Bericht auf arstechnica.com
  8. Beschreibung des Projekts auf der offiziellen Website (englisch)
  9. Webseite von Helix Banshee
  10. Bericht auf Linux.com (englisch)
  11. Bericht auf arstechnica.com (englisch)