Barbus

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Barbus
Flussbarbe (Barbus barbus)

Flussbarbe (Barbus barbus)

Systematik
Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Karpfenfischähnliche (Cyprinoidea)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Unterfamilie: Barbinae
Gattung: Barbus
Wissenschaftlicher Name
Barbus
Cuvier & Cloquet, 1816

Barbus ist eine Gattung mittelgroßer bis großer Karpfenfische.[1] Sie ist die artenreichste Gruppe innerhalb ihrer Familie in der westlichen Paläarktis und möglicherweise auch ganz Eurasiens.[2][3] Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten wurden ihr auch zahlreiche Arten des östlichen und südöstlichen Asien und des indischen Subkontinents zugerechnet, die heute anderen Gattungen angehören (Dawkinsia, Desmopuntius, Haludaria, Pethia, Puntigrus, Puntius, Striuntius und Systomus).[4][5]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Gattung erstreckt sich, mit Ausnahme der kalten Regionen des Nordens, über nahezu ganz Europa, das nordwestliche Afrika, die Einzugsgebiete des Aralsees und des Kaspischen Meeres. Siedlungsgebiete sind ebenso Kleinasien und die Flussgebiete von Euphrat und Tigris.[6] Die Tiere leben bodenorientiert in einer Vielzahl von Süßwasserhabitaten von Seen über langsam fließende Flüsse bis hin zu Bergbächen.[3]

Merkmale[Bearbeiten]

Der gestreckte Körper ist vorn annähernd drehrund und wird zum hinteren Ende seitlich etwas flacher. Im Profil erscheint der Rücken konvex, die Bauchseite ist nahezu gerade. An der Schnauzenspitze sitzt ein Paar Barteln, ein weiteres Paar befindet sich an den Mundwinkeln. Die deutlich entwickelten Lippen des unterständigen Mauls tragen zahlreiche Papillen, die Oberlippe ist gänzlich davon bedeckt.[1] Bei einigen Arten ist die Unterlippe verbreitert und ebenfalls vollständig papillös. Sie geht meist in einen nach hinten gerichteten, lappenartigen Fortsatz über der sich durch eine tiefe Furche vom Kiefer absetzt. Einigen Arten fehlt dieser Fortsatz oder er ist sehr klein und dann ohne Furche. Die Unterlippe dieser Spezies' ist in der Mitte weich und nur an den Seiten papillös.[7]

Mit nur einer Ausnahme setzt bei allen Arten die Rückenflosse an der Körpermitte an, lediglich bei B. brachycephalus sitzt sie weiter vorn. Der letzte unverzweigte Weichstrahl kann dünn und flexibel aber auch dick und verknöchert sein. Die Rückenflosse der meisten Arten weist acht geteilte Strahlen auf, aber auch sieben oder neun sind möglich. Die Afterflosse wird immer durch fünf geteilte Strahlen gestützt, der letzte ungeteilte Weichstrahl ist dünn und flexibel.[7]

Die Schlundzähne sind dreireihig angeordnet wobei ihre Anzahl in der ersten Reihe artabhängig variiert. Bei den meisten europäischen und einigen kaukasischen und westasiatischen Arten stehen fünf Zähne in der ersten Reihe. Vier von ihnen sind, ähnlich einem Schneidezahn, abgeflacht tragen aber eine hakenförmige Spitze gefolgt von einer kleinen Mahlfäche. Der fünfte Schlundzahn ist zylindrisch geformt, er endet entweder in einer Mahlfläche oder auch in einer Spitze, dann aber ohne Widerhaken. Bei fast allen Arten von der Iberischen Halbinsel, einer Anzahl westasiatischer und den nordafrikanischen Arten fehlt einer der der vier schneidezahnähnlichen Schlundzähne. Eine außergewöhnliche Schlundbezahnung zeigen B. longiceps mit einer intermediären Form des fünften Zahns und die in Griechenland vorkommenden Spezies B. graceus und B. albanicus. Bei den beiden griechischen Arten sind die Schlundzähne asymmetrisch verteilt. Drei Zähne sind abgeflacht, der Vierte ist zylindrisch aber stumpf mit einer Mahlfläche und nur auf der linken Seite findet sich ein fünfter, kleiner und gebogener, Zahn.[7]

Fest sitzende Schuppen bedecken, mit Ausnahme des Kopfes, den gesamten Körper. Ihre Anzahl entlang der geraden und vollständigen Seitenlinie variiert innerhalb der Gattung stark und reicht von 43 bis zu 103 Schuppen.[7]

Systematik[Bearbeiten]

Neben den bereits früher aus der Gattung ausgegliederten asiatischen Spezies, werden Barbus heute noch eine Anzahl Arten des äquatorialen und südlichen Afrikas zugeordnet. Obwohl bekannt ist, dass die betreffenden Arten im Gegensatz zu den tetraploiden europäischen Arten über einen teils diploiden teils hexaploiden Chromosomensatz verfügen und verschiedenen Abstammungslinien angehören, hat dieses Wissen noch keinen Eingang in die formale Systematik gefunden.[2][3]

Die verwandtschaftlichen Verhältnisse stellt folgendes Kladogramm dar[8]:
'

 südafrikanische  tetraploide Arten 

 Pseudobarbus


     

 versch. Barbus-Arten



     

 Kleine


     

 afrikanische


     

 diploide


     

 Barbus-Arten



     

 Große afrikanische hexaploide Barbus-Arten


     

 Europäische und mediterrane tetraploide Barbus-Arten


     

 Barbengründling (Aulopyge huegelii)




europäische u. vorderasiatische Arten[Bearbeiten]

afrikanische Arten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barbus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. a b Petru M. Bănărescu, Nina G. Bogutskaya: The Freshwater Fishes of Europe, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2003, ISBN 3-89104-659-6. (Volume 5. Cyprinidae 2, Part II: Barbus). S.1
  2. a b Bănărescu, Bogutskaya: S.3
  3. a b c Maurice Kottelat, Jörg Freyhof: Handbook of European freshwater fishes. Kottelat und Freyhof, Cornol (Schweiz) und Berlin 2007, ISBN 978-2-8399-0298-4. S.112
  4. Rohan Pethiyagoda, Madhava Meegaskumbura & Kalana Maduwage: A synopsis of the South Asian fishes referred to Puntius (Pisces: Cyprinidae). Ichthyological Exploration of Freshwaters, Band 23, Nr. 1, Seiten 69-95, June 2012, © by Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, Germany – ISSN 0936-9902
  5. Maurice Kottelat: The fishes of the inland waters of Southeast Asia: A catalogue and core bibliography of the fishes known to occur in freshwaters, mangroves and estuaries. (PDF; 6,6 MB) The Raffles Bulletin of Zoology, November 2013, Supplement No. 27, Seite 482 und 483.
  6. Bănărescu, Bogutskaya: S.3,4
  7. a b c d Bănărescu, Bogutskaya: S.2
  8. C.S. Tsigenopoulos, P. Ra´b, D. Naran & P. Berrebi: Multiple origins of polyploidy in the phylogeny of southern African barbs (Cyprinidae) as inferred from mtDNA markers. Heredity (2002) 88, 466–473
  9. Schnittmenge von Artenliste nach www.itis.gov und Artenliste auf Fishbase.org (englisch)