Basisband

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
'Baseband' ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu elektronischen Komponenten in Kommunikationssystemen siehe Baseband-Prozessor.
Spektrum eines beispielhaften Basisbandsignals mit der Bandbreite B

In der Nachrichtentechnik ist das Basisband der natürliche Frequenzbereich des Nutzsignals (untere Grenzfrequenz f_{min} = 0 \, \mathrm{Hz}).

Der belegte Frequenzbereich wird mit dem Wert der Bandbreite B ausgedrückt. Reelle Basisbandsignale weisen sowohl positive als auch negative spektrale Anteile auf; die Bandbreite erstreckt sich daher symmetrisch von −B bis +B. Digitale Modulationsarten werden dagegen meist im komplexen Basisband verarbeitet, das sich asymmetrisch von −B/2 bis +B/2 erstreckt.

In der Funktechnik liegt das zu übertragende Nutzsignal vor der Modulation und nach der Demodulation „im Basisband“, sogenannte Basisbandlage.

In den anderen Stufen der Übertragung (d.h. nach der Modulation und vor der Demodulation) ist das Nutzsignal dann auf einen Träger aufmoduliert oder es befindet sich im Zwischenfrequenzbereich (Trägerfrequenz- bzw. Bandpasslage).

Anwendungen[Bearbeiten]

Als konkretes Beispiel für eine Basisbandübertragung sei die analoge Telefonie bei einem Festnetzanschluss erwähnt: Dabei werden Frequenzen am Telefonanschluss im Basisband von 300 Hz bis 3400 Hz übertragen. Das heißt, ein bestimmter Ton mit einer Frequenz von beispielsweise 1000 Hz ist auch im Telefonanschlusskabel als ein elektrisches Signal mit einer Frequenz von 1000 Hz repräsentiert.

Andere Anwendungen von Basisbandübertragungen sind beispielsweise im LAN-Bereich bei Ethernet und Token Ring anzutreffen. Auch Fernsehsignale, die über SCART- oder Videobuchsen des Fernsehgerätes laufen, sind im Basisband angesiedelt – im Gegensatz zu Signalen über Antennenbuchsen.

Wird beispielsweise auf Leitungen Multiplexing zur gleichzeitigen Übertragung mehrerer Signale eingesetzt, ist die Basisband-Übertragung nicht mehr möglich. Im Fall des Frequenzmultiplexens wird das Basisbandsignal durch Modulation in einen höheren Frequenzbereich verschoben.

Bei Funkübertragungen ist es immer erforderlich, das Basisbandsignal auf eine Trägerfrequenz aufzumodulieren, da sich die niedrigen Frequenzen eines Basisbandsignals meistens schwer oder nicht per Funk übertragen lassen. Durch Wahl unterschiedlicher Trägerfrequenzen können so verschiedene Sender gleichzeitig senden, ohne sich gegenseitig zu stören. Bei reiner Basisbandübertragung in einem gemeinsam benutzten Übertragungskanal käme es zu massiven gegenseitigen Beeinflussungen und Störungen.

Literatur[Bearbeiten]