Bayerisches Hauptstaatsarchiv

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Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Staatliche Archive Bayerns - neue Logografie.gif
Staatliche Ebene Freistaat Bayern
Stellung der Behörde Landesarchiv
Aufsichtsbehörde(n) Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Referat B 1
Gründung 1921
Hauptsitz München
Website www.gda.bayern.de/archive/hauptstaatsarchiv
Eingang zum Bayerischen Hauptstaatsarchiv in der Schönfeldstraße
Ehrenhof in der Schönfeldstraße mit Pferdestandbild für die deutsche Kavallerie 1870–1945 von Bernhard Bleeker
Mittelalterliche Handschrift im Staatsarchiv

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München ist das größte bayerische Staatsarchiv und aufgrund der langen staatlichen Existenz Bayerns auch eines der bedeutendsten Archive in Europa.

Als Zentralarchiv umfasst es Akten des ehemaligen Herzogtums, des Kurfürstentums und des Königreichs sowie des heutigen Freistaates Bayern. Es werden Unterlagen (z. B. Urkunden, Akten, Karten und Pläne) der Verwaltung der für das gesamte Staatsgebiet zuständigen Behörden und Einrichtungen Bayerns vom Aufkommen der Schriftlichkeit in der Verwaltung bis heute aufbewahrt. Vorgängerinstitution war das Königlich Bayerische Allgemeine Reichsarchiv, das 1921 in Bayerisches Hauptstaatsarchiv umbenannt wurde.

Die Gebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs liegen in der Schönfeldstraße 5–11, einer Seitenstraße der Ludwigstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft des Staatsarchivs München, des Instituts für Bayerische Geschichte und der Bayerischen Staatsbibliothek.

Leiter des Hauptstaatsarchivs[Bearbeiten]

Bis 1971 führten die Generaldirektoren der Staatlichen Archiven Bayerns gleichzeitig auch das Hauptstaatsarchiv. Erst seitdem gibt es einen eigenen Leiter für dieses Archiv.

Name Amtszeit
Karl Puchner 1971–1972
Josef Hemmerle 1972–1979
Hildebrand Troll 1980–1987
Erich Stahleder 1987–1995
Hermann Rumschöttel 1995–1998
Joachim Wild 1998–2007
Gerhard Hetzer seit 2007

Bestände[Bearbeiten]

Die Bestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs umfassen zur Zeit über 3,5 Millionen Archivalieneinheiten im Umfang von etwa 47.000 laufenden Metern (lfm). Sie umfassen im Einzelnen:

  • für die Zeit vor 1800 283.000 Urkunden (3.500 lfm), 600.000 Akten und Bände (12.700 lfm) und nach Metern nicht erfasste Selekten und Sammlungen von 25.000 Karten und Plänen sowie 220.000 Siegelreproduktionen und Wappenbilder
  • für die Zeit nach 1800 5.300 Urkunden (90 lfm), 1.460.000 Akten (27.800 lfm), 307.000 Karten und Plänen, modernes Sammlungsgut (Plakate, Flugblätter, Fotos, Bilder etc.) im Umfang von 441.000 Einheiten (1.350 lfm) und Archivalien in Filmform mit 150.000 Einheiten.

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv gliedert sich in folgende Abteilungen

  • Abt. I Ältere Bestände bis 1800
  • Abt. II Neuere Bestände ab 1800
  • Abt. III Geheimes Hausarchiv (Ludwigstr. 14)[1]
  • Abt. IV Kriegsarchiv (Leonrodstr. 57)
  • Abt. V Nachlässe und Sammlungen

Für die ehemaligen Rentmeisterämter München und Burghausen und staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Oberbayern ist das benachbarte Staatsarchiv München zuständig.

Weitere bayerische Staatsarchive sind: Staatsarchiv Amberg, Staatsarchiv Augsburg, Staatsarchiv Bamberg, Staatsarchiv Coburg, Staatsarchiv Landshut, Staatsarchiv Nürnberg und Staatsarchiv Würzburg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Kurzführer der Staatlichen Archive Bayerns Neue Folge). 2. Auflage München, Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns 2006, ISBN 3-921635-97-7.
  • Joachim Wild: Das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München. Von bescheidenen Anfängen zur heutigen Größe im Spiegel der Geschichte Bayerns. In: Amperland 46, 2010, ISSN 0003-1992, S. 45–50.
  • Sylvia Krauss: Nachlässe im Bayerischen Hauptstaatsarchiv 1800 bis heute. Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, München 2005, ISBN 3-921635-89-6 (Bayerische Archivinventare 53).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bayerisches Hauptstaatsarchiv – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas C. Hofmann: Archivreport: Geheimes Hausarchiv München. 12. März 2012. Abgerufen am 18. Januar 2014.

48.14618511.580282Koordinaten: 48° 8′ 46″ N, 11° 34′ 49″ O