Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt)
Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) hervorgehoben
51.30305555555610.152777777778330Koordinaten: 51° 18′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ershausen/Geismar
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 8,67 km²
Einwohner: 242 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37308
Vorwahl: 036082
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 004
Adresse der Verbandsverwaltung: Kreisstr. 04
37308 Schimberg
Webpräsenz: www.ershausen-geismar.de
Bürgermeister: Georg Dreiling
Lage der Gemeinde Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) im Landkreis Eichsfeld
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode-Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeKarte
Über dieses Bild

Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar.

Geographie[Bearbeiten]

Bernterode mit dem Eichenberg von Süden gesehen

Bernterode liegt im Obereichsfeld ungefähr acht Kilometer südlich der Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt. Der Ort befindet sich in einem Talkessel südlich der Kalteneberschen Höhe (mit dem Ebersberg: 494 m) umgeben von den Bergkuppen Hopfgarten (480 m) im Südwesten, Eichenberg (445 m) im Nordwesten, Kirchberg (454 m) im Osten und Heuberg (453 m) im Südosten. Weitere Nachbarorte sind Martinfeld im Südosten, und Krombach im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Henricus de Bernharderode wurde um 1290 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Der Ort gehörte damals dem Geschlecht derer von Tastungen. Von schweren Hochwassern war der Ort 1732, 1926 und 1982 betroffen. Ab 1815 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen (Kreis Heiligenstadt). Zur Gemarkung gehören heute die als Wüstungen überlieferten Orte Ascherode und Rodderode. Das Dorf Bernterode zählte um 1840 laut einer statistischen Untersuchung 520 katholische und 6 evangelische Einwohner. Das Patronat über das Dorf übte die Adelsfamilie von Salm-Salm als Grund- Lehens- und Gerichtsherren aus.

Man notierte ein Rittergut, ein Vorwerk, 68 Wohnhäuser, 97 Stallungen und Scheunen und ein Gemeindehaus. Die katholische Kirche ist Filiale von Martinfeld. Die Dorfschule besuchten schulpflichtige 60 Knaben und 48 Mädchen. Im Ort betrieb man zu dieser Zeit die Rasch- und Kattunweberei, davon sind drei Baumwollwebstühle, vier Wolltuch- und 2 Leinenwebstühle. Als sonstige Gewerbe- und Handwerksbetriebe nennt die Übersicht: ein Wagner, ein Schneider, drei Schuhmacher, ein Pottaschesieder, zwei Tüncher, ein Barbier, zwei Grobschmiede. Ferner gibt es eine Ziegelhütte und zwei hausierende Krämer, 10 Knechte und 10 Mägde. Es gab eine Mühle die als Öl- Schneide- und Mahlmühle nutzbar war. vier Lebensmittelhändler (Victualienhändler) und zwei Schankwirte versorgten die Lebensmittel. Der gesamte Viehbestand umfasste 43 Pferde, 1 Esel, 117 Rinder, 336 Schafe, 56 Ziegen und 84 Schweine. Die Dorfflur, das Vorwerk Ascherode eingerechnet, umfasste 3131 Morgen Fläche, die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasste davon 1532 Morgen Ackerland, 33 Morgen Gartenland, 65 Morgen Wiesen und 27 Morgen Weiden. Ferner wurden 1274 Morgen Gemeinde- und Privatwald und 197 Morgen Brachland genannt. Der Ertrag aus Geflügelhaltung und Bienenzucht war ebenso bedeutsam.[3] Mehrfach wurde die Donnerwettersmühle im 19. Jahrhundert durch Unwetter beschädigt, auch war der Standort ungünstig gelegen, so musste die Müllersfamilie bereits um 1850 den Betrieb einstellen. Die Gebäude waren in schlechtem baulichen Zustand und wurden deshalb abgerissen, der Platz ist seitdem ein Obstgehölz und landwirtschaftliche Anbaufläche.[4]

Ab 1945 war sie Teil der Sowjetischen Besatzungszone, ab 1949 der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Bernterode von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 294
  • 1995: 299
  • 1996: 285
  • 1997: 293
  • 1998: 284
  • 1999: 279
  • 2000: 272
  • 2001: 270
  • 2002: 265
  • 2003: 257
  • 2004: 246
  • 2005: 234
  • 2006: 230
  • 2007: 220
  • 2008: 222
  • 2009: 213
  • 2010: 244
  • 2011: 252
  • 2012: 239
  • 2013: 242
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Bernterode besteht aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[5]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Georg Dreiling (FWG) wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 4. Oktober 1996 verliehen und ist ein sogenanntes sprechendes Wappen, das den Namen des Orts darstellt. Ähnliche Darstellungen entstanden schon um 1950.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans Rheinländer, Rat der Gemeinde Bernterode/Heiligenstadt (Hrsg.): Bernterode 1290 - 1990. Festschrift zur 700-Jahrfeier der Gemeinde. Heiligenstadt 1990.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Erhard Müller: Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt. Heilbad Heiligenstadt 1989, S. 11
  3.  Carl August Nobrack: Ausführliche geographisch-statistisch-topographische Beschreibung des Regierungsbezirks Erfurt. Erfurt 1841, S. 196-197.
  4.  Volker Große, Klaus Herzberg: «Mühle Bernterode». In: Maik Pinkert (Hrsg.): Mühlen im Obereichsfeld. Ein Kompendium. Eichsfeld-Verlag, Heiligenstadt 2008, ISBN 978-3-935782-13-5, S. 25.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. März 2010 (PDF; 1,9 MB).
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien