Landkreis Eichsfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Eichsfeld Deutschlandkarte, Position des Landkreises Eichsfeld hervorgehoben51.3810.25Koordinaten: 51° 23′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Heilbad Heiligenstadt
Fläche: 939,82 km²
Einwohner: 101.312 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Kreisschlüssel: 16 0 61
Kreisgliederung: 79 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Friedensplatz 8
37308 Heilbad Heiligenstadt
Webpräsenz: www.kreis-eic.de
Landrat: Werner Henning (CDU)
Lage des Landkreises Eichsfeld in Thüringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild
Die Kreise Heiligenstadt, Worbis und Duderstadt um 1900

Der Landkreis Eichsfeld [ˈaɪksfɛlt] ist ein Landkreis im äußersten Nordwesten von Thüringen. Die meisten Ortschaften des Landkreises gehören zur namensgebenden historischen Landschaft Eichsfeld. Nachbarkreise sind im Norden die niedersächsischen Landkreise Göttingen und Osterode am Harz, im Osten der Landkreis Nordhausen, im Südosten der Kyffhäuserkreis, im Süden der Unstrut-Hainich-Kreis und im Westen der hessische Werra-Meißner-Kreis.

Geografie[Bearbeiten]

Der Landkreis Eichsfeld liegt im Nordwesten des Freistaats Thüringen, eingebettet zwischen dem Harz im Norden, der Werra und dem Osthessischen Bergland im Südwesten und dem Thüringer Becken im Südosten.

Im Süden des Landkreises wird die Landschaft von ca. 450 m hohen Muschelkalkplatten des Oberen Eichsfeldes, des Düns und der Gobert (mit der 543,4 m hohen Goburg) geprägt. Nach Norden schließen sich die Hügellandschaften des mittleren Eichsfeldes an. Auch hier erheben sich Höhenzüge wie das Ohmgebirge mit dem 533,4 m hohen Birkenberg.

Einige Flüsse haben im Landkreis Eichsfeld ihren Ursprung, wie die Unstrut, Leine, Wipper und Hahle.

Geschichte[Bearbeiten]

Siehe auch: Eichsfeld

Bis 1803 gehörte das Eichsfeld zu Kurmainz, daher ist es bis heute vornehmlich katholisch geprägt. Danach gehörte es zunächst zu Preußen, 1815 kam es aber zur heute noch bestehenden Teilung des Eichsfeldes zwischen Hannover und Preußen. Der preußische Teil kam 1945 an Thüringen und wurde mit diesem später Teil der Deutschen Demokratischen Republik.

Der heutige Landkreis wurde am 1. Juli 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Heiligenstadt und Worbis geschaffen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 117 790
  • 1995: 117 588
  • 1996: 117 015
  • 1997: 116 310
  • 1998: 115 379
  • 1999: 114 718
  • 2000: 114 109
  • 2001: 113 427
  • 2002: 112 498
  • 2003: 111 455
  • 2004: 110 843
  • 2005: 109 999
  • 2006: 108 883
  • 2007: 107 924
  • 2008: 106 937
  • 2009: 106 052
  • 2010: 105 195
  • 2011: 104 549
  • 2012: 101 312
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Sprache[Bearbeiten]

Durch die Teilung Deutschlands und den Verbleib der Zugehörigkeit zu Thüringen wird im Obereichsfeld ein spezieller Eichsfelder Dialekt gesprochen. Man hört hier den Thüringer heraus, speziell bei harten Konsonanten. Der Dialekt ist aber deutlich nicht so „verwaschen“ und thüringisch angehaucht, wie in den angrenzenden thüringischen Landkreisen. Im Untereichsfeld wird ein ziemlich reines Hochdeutsch gesprochen.

Siehe auch: Artikel Eichsfeld.

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Landrat des Kreises Eichsfeld ist seit 1994 bis heute Dr. Werner Henning (CDU). Bei den Landratswahlen am 22. April 2012 wurde er mit 70,3 % der Stimmen im Amt bestätigt. Sein einziger Gegenkandidat war Ronny Fritzlar, er wurde von SPD und Grünen gemeinsam nominiert und kam auf 29,6 % der Stimmen.[2]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[3]
Wahlbeteiligung: 59,7 % (2004: 57,2 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,1 %
10,7 %
10,2 %
10,1 %
6,5 %
3,3 %
3,0 %
2,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-13,0 %p
+1,2 %p
-3,1 %p
+10,1 %p
+1,8 %p
+3,3 %p
+0,2 %p
-0,7 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c 2004: PDS

Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit den Kommunalwahlen in Thüringen 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
CDU
25 (–9)
SPD
5 (±0)
LINKE
5 (–2)
FWE
5 (+5)
FDP
3 (+3)
GRÜNE
2 (+2)
NPD
1 (+1)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Auf Silber ein roter, goldbewehrter Adler, auf der Brust ein silbernes sechsspeichiges Rad.“

Das Wappen wurde aus dem Majestätswappen König Friedrich Wilhelms III. von Preußen vom 9. Januar 1817 in der Fassung der Berichtigung vom 11. Januar 1864 übernommen. Während das sechsspeichige silberne Mainzer Rad an die Herrschaft der Kurfürsten und Erzbischöfe von Mainz vom 9. Jahrhundert bis 1802 über deren eichsfeldische Exklave erinnert, verdeutlicht der rote brandenburgisch-preußische Adler die nachfolgende Zugehörigkeit zum Königreich Preußen.

Die einzelnen Wappen der Städte und Gemeinden im Landkreis findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Eichsfeld.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Landkreis Eichsfeld ist und war auch in seiner Geschichte schon immer eine strukturschwächere Region. Diese Tendenz verstärkte sich, als 1993 das Kaliwerk in Bischofferode geschlossen wurde. Vorwiegend beherrschen Klein- und Kleinstbetriebe die Wirtschaft des Eichsfeld. Nur vereinzelt finden sich Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. Aufgrund dessen weichen viele Eichsfelder in den Raum Göttingen-Kassel aus.

Im Landkreis Eichsfeld und der Region Südniedersachsen hat sich die Südniedersachsenstiftung die Förderung der Entwicklung und des Wachstums der Region Südniedersachsen in ihrer wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Gesamtheit zur Aufgabe gemacht.

Verkehr[Bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten]

Die Magdeburg-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft machte 1867 mit der Strecke Nordhausen – Kassel über Leinefelde – Heiligenstadt den Anfang mit dem hiesigen Bahnbau (Halle-Kasseler Eisenbahn). Als 1870 die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft mit der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde eine Verbindung mit Erfurt schuf, wurde der Abzweigbahnhof Leinefelde zum Bahnknotenpunkt des Eichsfeldes.

Auch die „Kanonenbahn“ der Preußischen Staatsbahn (KPStE) über Dingelstädt nach Geismar – Schwebda nahm 1880 ihren Ausgang in Leinefelde, lief aber bis Silberhausen Trennungsbahnhof parallel zur Erfurter Strecke.

Weitere Linien der Preußischen Staatsbahn wurden erbaut:

Die Obereichsfelder Kleinbahn AG führte seit 1913 von Silberhausen Kleinbahnhof zum Bergbauort Hüpstedt im Kreis Unstrut-Hainich.

Infolge der Teilung Deutschlands wurden zunächst 53 km Strecke stillgelegt:

  • 1945: Zwinge–Herzberg 2 km; Teistungen–Duderstadt 3 km; Großtöpfer–Schwebda 2 km, Geismar–Schwebda 3 km
  • 1947: Heiligenstadt–Heiligenstadt Ost–Großtöpfer 27 km; Silberhausen Klb–Beberstedt–Hüpstedt 3 km
  • 1972: Bischofferode–Zwinge 13 km

Nach der Wende folgten weitere Strecken mit 41 km Länge im Kreisgebiet:

  • 1994: Dingelstädt–Küllstedt–Geismar 20 km
  • 1996: Silberhausen Tr. Bf.–Dingelstädt 2 km
  • 1998: Großbodungen–Bischofferode 3 km
  • 2001: Bleicherode Ost–Großbodungen 2 km und Leinefelde–Worbis–Teistungen 14 km

Derzeit findet Personenverkehr nur noch auf Strecken von 57 km Länge von Eichenberg über Heiligenstadt–Leinefelde nach Nordhausen und Mühlhausen–Erfurt statt. Ihn betreiben die Deutsche Bahn und – seit 1998 – die Erfurter Bahn (EIB).

Busverkehr[Bearbeiten]

Der regionale Busverkehr im Landkreis wird von den Eichsfeldwerken GmbH durchgeführt.

Straßen[Bearbeiten]

In Ost-West-Richtung verläuft die A 38 und die L3080 durch den Landkreis Eichsfeld. In Nord-Süd-Richtung ist die B 247 Duderstadt-Leinefelde-Mühlhausen-Gotha von Bedeutung.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der Flugplatz Heilbad Heiligenstadt wurde 2005 mit einer 750 m langen Asphaltbahn ausgestattet, die nun auch größeren Privatflugzeugen eine Landung ermöglicht.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Eichsfeld

(Einwohner am 31. Dezember 2012[4])

Städte

  1. Heilbad Heiligenstadt (16.188)
  2. Leinefelde-Worbis (18.544)

Gemeinden

  1. Am Ohmberg, Landgemeinde (3809)
  2. Sonnenstein, Landgemeinde (4786)

Verwaltungsgemeinschaften
* Sitz der Verwaltungsgemeinschaft

  1. Dingelstädt, Stadt * (4338)
  2. Helmsdorf (514)
  3. Kallmerode (600)
  4. Kefferhausen (746)
  5. Kreuzebra (750)
  6. Silberhausen (635)
  1. Deuna (1162)
  2. Gerterode (373)
  3. Hausen (424)
  4. Kleinbartloff (399)
  5. Niederorschel * (3095)
  1. Breitenworbis * (3391)
  2. Buhla (524)
  3. Gernrode (1558)
  4. Haynrode (660)
  5. Kirchworbis (1373)
  1. Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) (239)
  2. Dieterode (74)
  3. Geismar (1154)
  4. Kella (530)
  5. Krombach (188)
  6. Pfaffschwende (298)
  7. Schimberg * (2303)
  8. Schwobfeld (120)
  9. Sickerode (144)
  10. Volkerode (237)
  11. Wiesenfeld (241)
  1. Arenshausen (1029)
  2. Bornhagen (273)
  3. Burgwalde (219)
  4. Freienhagen (295)
  5. Fretterode (174)
  6. Gerbershausen (628)
  7. Hohengandern * (580)
  8. Kirchgandern (586)
  9. Lindewerra (247)
  10. Marth (345)
  11. Rohrberg (237)
  12. Rustenfelde (504)
  13. Schachtebich (265)
  14. Wahlhausen (312)
  1. Bodenrode-Westhausen * (1137)
  2. Geisleden (1001)
  3. Glasehausen (174)
  4. Heuthen (745)
  5. Hohes Kreuz (1342)
  6. Reinholterode (787)
  7. Steinbach (555)
  8. Wingerode (1215)
  1. Berlingerode (1221)
  2. Brehme (1092)
  3. Ecklingerode (712)
  4. Ferna (582)
  5. Hundeshagen (1201)
  6. Tastungen (253)
  7. Teistungen * (2486)
  8. Wehnde (365)
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode-Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeMunicipalities in EIC.svg
Über dieses Bild
  1. Asbach-Sickenberg (107)
  2. Birkenfelde (589)
  3. Dietzenrode-Vatterode (130)
  4. Eichstruth (90)
  5. Lenterode (307)
  6. Lutter (722)
  7. Mackenrode (301)
  8. Röhrig (241)
  9. Schönhagen (151)
  10. Steinheuterode (250)
  11. Thalwenden (390)
  12. Uder * (2539)
  13. Wüstheuterode (611)
  1. Büttstedt (846)
  2. Effelder (1245)
  3. Großbartloff (932)
  4. Küllstedt * (1401)
  5. Wachstedt (501)
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp
  3. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=KW&wJahr=2009&zeigeErg=WK&wknr=061
  4. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Eichsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien