Landkreis Eichsfeld
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Verwaltungssitz: | Heilbad Heiligenstadt |
| Fläche: | 939,82 km² |
| Einwohner: |
104.549 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 111 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | EIC, HIG, WBS |
| Kreisschlüssel: | 16 0 61 |
| NUTS: | DEG06 |
| Kreisgliederung: | 80 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Friedensplatz 8 37308 Heilbad Heiligenstadt |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Werner Henning (CDU) |
| Lage des Landkreises Eichsfeld in Thüringen | |
Der Landkreis Eichsfeld [ˈaɪksfɛlt] ist ein Landkreis im äußersten Nordwesten von Thüringen. Die meisten Ortschaften des Landkreises gehören zur namensgebenden historischen Landschaft Eichsfeld. Nachbarkreise sind im Norden die niedersächsischen Landkreise Göttingen und Osterode am Harz, im Osten der Landkreis Nordhausen, im Südosten der Kyffhäuserkreis, im Süden der Unstrut-Hainich-Kreis und im Westen der hessische Werra-Meißner-Kreis.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Der Landkreis Eichsfeld liegt im Nordwesten des Freistaats Thüringen, eingebettet zwischen dem Harz im Norden, der Werra und dem Osthessischen Bergland im Südwesten und dem Thüringer Becken im Südosten.
Im Süden des Landkreises wird die Landschaft von ca. 450 m hohen Muschelkalkplatten des Oberen Eichsfeldes, des Düns und der Gobert (mit der 543,4 m hohen Goburg) geprägt. Nach Norden schließen sich die Hügellandschaften des mittleren Eichsfeldes an. Auch hier erheben sich Höhenzüge wie das Ohmgebirge mit dem 533,4 m hohen Birkenberg.
Einige Flüsse haben im Landkreis Eichsfeld ihren Ursprung, wie die Unstrut, Leine, Wipper und Hahle.
Geschichte [Bearbeiten]
Siehe auch: Eichsfeld
Bis 1803 gehörte das Eichsfeld zu Kurmainz, daher ist es bis heute vornehmlich katholisch geprägt. Danach gehörte es zunächst zu Preußen, 1815 kam es aber zur heute noch bestehenden Teilung des Eichsfeldes zwischen Hannover und Preußen. Der preußische Teil kam 1945 an Thüringen und wurde mit diesem später Teil der Deutschen Demokratischen Republik.
Der heutige Landkreis wurde am 1. Juli 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Heiligenstadt und Worbis geschaffen.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl :
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- Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
Sprache [Bearbeiten]
Durch die Teilung Deutschlands und den Verbleib der Zugehörigkeit zu Thüringen wird im Obereichsfeld ein spezieller Eichsfelder Dialekt gesprochen. Man hört hier den Thüringer heraus, speziell bei harten Konsonanten. Der Dialekt ist aber deutlich nicht so „verwaschen“ und thüringisch angehaucht, wie in den angrenzenden thüringischen Landkreisen. Im Untereichsfeld wird ein ziemlich reines Hochdeutsch gesprochen.
Siehe auch: Artikel Eichsfeld.
Politik [Bearbeiten]
Landrat [Bearbeiten]
Landrat des Kreises Eichsfeld ist seit 1994 bis heute Dr. Werner Henning (CDU). Bei den Landratswahlen am 22. April 2012 wurde er mit 70,3 % der Stimmen im Amt bestätigt. Sein einziger Gegenkandidat war Ronny Fritzlar, er wurde von SPD und Grünen gemeinsam nominiert und kam auf 29,6 % der Stimmen.[2]
Kreistag [Bearbeiten]
Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit den Kommunalwahlen in Thüringen 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
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| CDU |
25 (–9)
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| SPD |
5 (±0)
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| LINKE |
5 (–2)
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| FWE |
5 (+5)
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| FDP |
3 (+3)
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| GRÜNE |
2 (+2)
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| NPD |
1 (+1)
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Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Auf Silber ein roter, goldbewehrter Adler, auf der Brust ein silbernes sechsspeichiges Rad.“
Das Wappen wurde aus dem Majestätswappen König Friedrich Wilhelms III. von Preußen vom 9. Januar 1817 in der Fassung der Berichtigung vom 11. Januar 1864 übernommen. Während das sechsspeichige silberne Mainzer Rad an die Herrschaft der Kurfürsten und Erzbischöfe von Mainz vom 9. Jahrhundert bis 1802 über deren eichsfeldische Exklave erinnert, verdeutlicht der rote brandenburgisch-preußische Adler die nachfolgende Zugehörigkeit zum Königreich Preußen.
Die einzelnen Wappen der Städte und Gemeinden im Landkreis findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Eichsfeld.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Der Landkreis Eichsfeld ist und war auch in seiner Geschichte schon immer eine strukturschwächere Region. Diese Tendenz hatte sich verstärkt, als das Kaliwerk in Bischofferode geschlossen wurde. Vorwiegend beherrschen Klein- und Kleinstbetriebe die Wirtschaft des Eichsfeld. Nur vereinzelt finden sich Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. Aufgrund dessen weichen viele Eichsfelder in den Raum Göttingen-Kassel aus.
Im Landkreis Eichsfeld und der Region Südniedersachsen hat sich die Südniedersachsenstiftung die Förderung der Entwicklung und des Wachstums der Region Südniedersachsen in ihrer wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Gesamtheit zur Aufgabe gemacht.
Verkehr [Bearbeiten]
Schiene [Bearbeiten]
Die Magdeburg-Leipziger Eisenbahn machte 1867 mit der Strecke Nordhausen – Kassel über Leinefelde – Heiligenstadt den Anfang mit dem hiesigen Bahnbau (Halle-Kasseler Eisenbahn). Als 1870 die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft mit der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde eine Verbindung mit Erfurt schuf, wurde der Abzweigbahnhof Leinefelde zum Bahnknotenpunkt des Eichsfeldes.
Auch die „Kanonenbahn“ der Preußischen Staatsbahn (KPStE) über Dingelstädt nach Geismar – Schwebda nahm 1880 ihren Ausgang in Leinefelde, lief aber bis Silberhausen Trennungsbahnhof parallel zur Erfurter Strecke.
Weitere Linien der Preußischen Staatsbahn wurden erbaut:
- 1897 Bahnstrecke Leinefelde–Wulften über Worbis–Teistungen und Duderstadt
- 1908–1911 Bahnstrecke Herzberg–Bleicherode über Bischofferode
- 1914 Bahnstrecke Heiligenstadt–Schwebda.
Die Obereichsfelder Kleinbahn AG führte seit 1913 von Silberhausen Kleinbahnhof zum Bergbauort Hüpstedt im Kreis Unstrut-Hainich.
Infolge der Teilung Deutschlands wurden zunächst 53 km Strecke stillgelegt:
- 1945: Zwinge–Herzberg 2 km; Teistungen–Duderstadt 3 km; Großtöpfer–Schwebda 2 km, Geismar–Schwebda 3 km
- 1947: Heiligenstadt–Heiligenstadt Ost–Großtöpfer 27 km; Silberhausen Klb–Beberstedt–Hüpstedt 3 km
- 1972: Bischofferode–Zwinge 13 km
Nach der Wende folgten weitere Strecken mit 41 km Länge im Kreisgebiet:
- 1994: Dingelstädt–Küllstedt–Geismar 20 km
- 1996: Silberhausen Tr. Bf.–Dingelstädt 2 km
- 1998: Großbodungen–Bischofferode 3 km
- 2001: Bleicherode Ost–Großbodungen 2 km und Leinefelde–Worbis–Teistungen 14 km
Derzeit findet Personenverkehr nur noch auf Strecken von 57 km Länge von Eichenberg über Heiligenstadt–Leinefelde nach Nordhausen und Mühlhausen–Erfurt statt. Ihn betreiben die Deutsche Bahn und – seit 1998 – die Erfurter Bahn (EIB).
Busverkehr [Bearbeiten]
Der regionale Busverkehr im Landkreis wird vonden Eichsfeldwerken GmbH durchgeführt.
Straßen [Bearbeiten]
In Ost-West-Richtung verläuft die A 38 und die L3080 durch den Landkreis Eichsfeld. In Nord-Süd-Richtung ist die B 247 Duderstadt-Leinefelde-Mühlhausen-Gotha von Bedeutung.
Flugverkehr [Bearbeiten]
Der Flugplatz Heilbad Heiligenstadt wurde 2005 mit einer 750 m langen Asphaltbahn ausgestattet, die nun auch größeren Privatflugzeugen eine Landung ermöglicht.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Eichsfeld
(Einwohner am 31. Dezember 2011[4])
- Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Gebietsveränderungen [Bearbeiten]
Gemeinden [Bearbeiten]
- Auflösung der Gemeinde Birkungen – Eingliederung nach Leinefelde (23. Juli 1995)
- Auflösung der Gemeinde Rüdigershagen – Eingliederung nach Niederorschel (1. Januar 1996)
- Auflösung der Gemeinden Ershausen, Martinfeld, Rüstungen und Wilbich – Bildung der Gemeinde Schimberg (1. August 1997)
- Auflösung der Gemeinden Böseckendorf, Neuendorf und Teistungen – Neubildung der Gemeinde Teistungen (1. April 1999)
- Auflösung der Gemeinden Beuren, Breitenbach und Wintzingerode sowie der Städte Leinefelde und Worbis – Bildung der Stadt Leinefelde-Worbis (16. März 2004)
- Auflösung der Gemeinde Bernterode (bei Worbis) – Eingliederung nach Breitenworbis (1. September 2009)
- Auflösung der Gemeinden Bischofferode, Großbodungen und Neustadt – Bildung der Gemeinde Am Ohmberg (1. Dezember 2010)
- Auflösung der Gemeinden Bockelnhagen, Holungen, Jützenbach, Silkerode, Steinrode, Stöckey, Weißenborn-Lüderode und Zwinge – Neubildung der Landgemeinde Sonnenstein (1. Dezember 2011)
Verwaltungsgemeinschaften [Bearbeiten]
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaften Geismar und Südeichsfeld – Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar aus den Mitgliedsgemeinden (1. Januar 1997)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Obere Bode – Eingliederung der Mitgliedsgemeinden in die Verwaltungsgemeinschaft Eichsfeld-Südharz (1. Januar 1997)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Am Ohmgebirge – Eingliederung der Gemeinde Ferna in die Verwaltungsgemeinschaft Lindenberg/Eichsfeld; Eingliederung der restlichen Gemeinden in die neue Stadt Leinefelde-Worbis (15. März 2004)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Eichsfeld-Südharz (1. Dezember 2011)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp
- ↑ http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=KW&wJahr=2009&zeigeErg=WK&wknr=061
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften
Weblinks [Bearbeiten]
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