Beschäftigungsquote

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Die Beschäftigungsquote oder Erwerbstätigenquote bezeichnet den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung oder einer Bevölkerungsgruppe. Dabei werden Erwerbstätige in Vollzeit oder Teilzeit gleichermaßen gezählt, ebenso wie Personen, deren Arbeitsverhältnis zum Erhebungszeitpunkt ruht, etwa aufgrund von Elternzeit.[1]

Differenzierung[Bearbeiten]

Je nach Referenzbevölkerung wird unterschieden zwischen:

  • Bruttoerwerbstätigenquote: Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtheit der Wohnbevölkerung.
  • Standardisierte Erwerbstätigenquote: Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung ab einem bestimmten Mindestalter (in der Regel 15 Jahre).
  • Nettoerwerbstätigenquote: Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung in einem erwerbsfähigen Alter (in der Regel 15 Jahre bis gesetzliches Rentenalter).

Erwerbstätigenquote meint im Allgemeinen die Nettoerwerbstätigenquote.

Wird nicht die bloße Anzahl der Personen berücksichtigt, sondern die Anzahl mit einem der Arbeitszeit entsprechenden Term gewichtet, spricht man von einer Vollzeitäquivalent-Erwerbstätigenquote.[1]

Werte[Bearbeiten]

Beschäftigungsquote
Kollektiv Zeitraum Quote QQ
EU-27 2007 65,4 % [2]
Dänemark 2007 77,1 % [2]
Schweden 2007 74,2 % [2]
Malta 2007 55,7 % [2]
Niederlande 2007 76,0 % [2]
Niederlande Männer 2003 81,0 % [3]
Türkei Frauen 2003 26,0 % [3]
Schweden Frauen 2003 72,0 % [3]
Deutschland 2007 69,4 % [2]
Deutschland Frauen 1992
bis 2003
55,0 %
bis 60,0 %
[4]
Deutschland Männer 1993
bis 2003
70,0 %
bis 75,0 %
[4]

Die Beschäftigungsquote betrug in Deutschland 2007 69,4 %. In der EU-27 betrug sie 65,4 %, in den einzelnen Ländern zwischen 55,7% und 77,1 %.[2]

Schlüsselt man weiter nach Arbeitszeit und Geschlecht auf, so lag in Deutschland zwischen 1993 und 2002 in jedem Jahr für Männer sowohl die Erwerbstätigenquote als auch die Vollzeit-Äquivalent-Erwerbstätigenquote zwischen 70% und 75%, für Frauen lag die Erwerbstätigenquote zwischen 55% und 60%, die Vollzeit-Äquivalent-Erwerbstätigenquote zwischen 50% und 55%.[4]

Abgrenzung[Bearbeiten]

Zu unterscheiden ist die Beschäftigungs- oder Erwerbstätigenquote von der Erwerbsquote, welche auch Erwerbslose miteinbezieht.

Kritik[Bearbeiten]

In die Beschäftigungsquote geht nur die Zahl derjenigen Personen ein, die einer vertraglich geregelten Erwerbstätigkeit nachgehen. Nicht in der Beschäftigungsquote enthalten sind beispielsweise (unentgeltliche) Tätigkeiten von Kindererziehung und Pflege, im Haushalt und in Vereinen. Schwarzarbeit sowie jegliche Aktivität, die im engeren oder weiteren Sinn unter dem Begriff „Schattenwirtschaft“ gefasst wird, ist ebenfalls nicht in der Beschäftigungsquote enthalten. Ob Studenten, Azubis, usw. in der Beschäftigungsquote erfasst werden, hängt von deren Arbeitsstatus ab.

Siehe auch[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. a b „Entwicklung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern in Deutschland“, im 2. Kapitel des Gender Datenreports, 2005, BMFSFJ
  2. a b c d e f g Deutschland bei Beschäftigungsquote über EU-Durchschnitt. Abgerufen am 22. September 2013.
  3. a b c Waltraud Cornelißen: 1. Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland – 2. Fassung. 1. November 2005, abgerufen am 25. Januar 2013. Abschnitt 2.2
  4. a b c Waltraud Cornelißen: 1. Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland – 2. Fassung. 1. November 2005, abgerufen am 25. Januar 2013. Abschnitt 2.3