Bioterrorismus

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Bioterrorismus ist eine Form des Terrorismus, bei der biologische Waffen für Anschläge verwendet werden.

Fälle von Bioterrorismus[Bearbeiten]

Zu größeren, flächendeckenden Anschlägen mit Hilfe von biologischen Waffen kam es bisher noch nicht, im Gegensatz beispielsweise zu Terroranschlägen mit chemischen Waffen.

Bhagwan-Shree-Rajneesh-Anschlag[Bearbeiten]

Im September 1984 verübte in den USA eine Gruppe um Ma Anand Sheela, damalige Führerin der Kommune von Bhagwan Shree Rajneesh (Osho) einen Salmonellen-Anschlag, bei welchem in zehn Restaurants der Stadt The Dalles Salatbars verseucht wurden und sich 751 Einwohner vergifteten. Es gab keine Todesopfer, jedoch mussten 47 Personen stationär versorgt werden. Dies war der erste Bioterror-Anschlag des 20. Jahrhunderts.[1]

Anthrax-Anschläge 2001[Bearbeiten]

Anthrax-verseuchter Brief an Senator Daschle

International aufsehenderregend waren die Anthrax-Anschläge im Jahre 2001 auf Politiker in den USA, dies war ein eindeutiger Fall von Bioterrorismus. Bei den Anschlägen kamen mehrere Postangestellte ums Leben, nachdem sie mit den kontaminierten Briefen in Kontakt kamen.

Verwendete biologische Waffen[Bearbeiten]

Zu biologischen Waffen allgemein[Bearbeiten]

Biologische Waffen sind die am wenigsten kontrollierbaren Waffen überhaupt. Angriffe seitens der Japaner auf China mit pestverseuchten Flöhen 1942 erwiesen sich nicht nur als unglaublich grausame und effektive Massenvernichtungswaffe, sondern auch als Missgriff, da die japanischen Truppen ebenfalls infiziert wurden. Aus diesen Erfahrungen heraus sind biologische Waffen für Militärs eher uninteressant, umso interessanter aber wiederum für Bioterroristen.

Biologische Waffen speziell im Bezug des Terrorismus[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den beiden anderen Sorten der ABC-Waffen (Massenvernichtungswaffen), Atomwaffen und chemischen Waffen, sind Biowaffen verhältnismäßig einfach herzustellen, wenn man von den simpleren Sorten und einer nicht allzu großen Sorgfalt der Terroristen ihrer eigenen Gesundheit gegenüber ausgeht. Prinzipiell gibt es natürlich den Unterschied, dass Uran für eine Atombombe beispielsweise sehr schwierig zu beschaffen wäre, dieses atombombenfähig anzureichern würde noch einmal einen viel größeren Aufwand bedeuten.

Würden Terroristen dagegen einige wenige Erreger in die Hände fallen, so könnten diese höchst simpel reproduziert werden und dann für überdimensional große Anschläge verwendet werden.

Dies ist das eigentliche Gefahrenpotenzial biologischer Waffen und des Bioterrorismus: Die Zahl der Betroffenen ist nicht durch den einmaligen Terrorakt allein gegeben, sondern kann sich durch Ausbreitung der Erreger quasi beliebig vergrößern. Durch die heutzutage selbstverständliche Mobilität sind hier der Epidemie zusätzlich Tür und Tor geöffnet.

Wie schwierig hochinfektiöse Krankheiten in diesem Zusammenhang zu bekämpfen sind, kann exemplarisch an der SARS-Epidemie im Jahr 2003 gesehen werden. Dabei war SARS noch nicht einmal ein terroristisches Mittel mit taktischen Überlegungen der möglichst schnellen und umfassenden Verbreitung, sondern eine auf natürlichem Wege zustande gekommene Epidemie.

Bekämpfung des Bioterrorismus[Bearbeiten]

Es gibt im deutschen Strafgesetzbuch keine gesonderte Vorschrift gegen Bioterrorismus. Dieser Sachverhalt fällt unter § 314 StGB (Gemeingefährliche Vergiftung).[2]

Zu Aktivitäten zur Bekämpfung des Bioterrorismus siehe den Hauptartikel: Terrorismusbekämpfung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht über den Bhagwan Anschlag. In: New York Times (englisch) abgerufen 9. August 2009
  2. § 314 StGB