Bitterseen

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Bitterseen
Der Große Bittersee - der Kleine Bittersee (südöstlich, auf dem Bild unten rechts) ist nicht mehr zu sehen
Der Große Bittersee - der Kleine Bittersee (südöstlich, auf dem Bild unten rechts) ist nicht mehr zu sehen
Geographische Lage Isthmus von Sues
Städte am Ufer Fayed
Daten
Koordinaten 30° 20′ N, 32° 23′ O30.33839166666732.377827777778Koordinaten: 30° 20′ N, 32° 23′ O
Bitterseen (Ägypten)
Bitterseen
Fläche 220 km²f5
Länge 23,2 kmf6
Breite 10,8 kmf7

Die Bitterseen sind ein langgestrecktes, mit Salzwasser gefülltes Seebecken in Ägypten auf dem Isthmus von Sues zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Sueskanals bzw. den Ortschaften Ismailia und asch-Schaluf gelegen (bei Kilometer 95 bis Kilometer 156).

Geographie[Bearbeiten]

Dieses Seebecken besteht aus dem Großen Bittersee (arabisch ‏البحيرة المرة الكبرى‎ al-Buḥaira al-Murra al-Kubra) und dem sich daran im Südosten anschließenden Kleinen Bittersee (‏البحيرة المرة الصغرى‎ al-Buḥaira al-Murra as-Sughra), welche durch eine 500–1000 m weite Verengung miteinander verbunden sind und jeweils am Ein- und Austritt mit Leuchttürmen versehen sind. Zusammen haben die Seen eine Oberfläche von etwa 220 bis 250 km². Der Große Bittersee misst von Nordwesten nach Südosten mehr als 30 km und geht nach einer mehr als 6 km langen, nach Osten führenden Strecke in den Kleinen Bittersee über, der in Nord-Süd-Richtung ungefähr 8 km lang ist. Am südlichen Ende bildet der Große Bittersee eine ausgeprägte, ungefähr 5 km durchmessende und durch einige Inseln abgeteilte Bucht. Beide Seen sind ringsum von Wüsten umgeben, am westlichen und südwestlichen Ufer wird etwas Landwirtschaft betrieben. Bei asch-Schaluf, am Südende der Bitterseen, machen sich bereits Ebbe und Flut des Roten Meers bemerkbar, das bei Kilometer 156 erreicht wird. Vor den eigentlichen Bitterseen über 30 km im Norden gibt es noch einen kleineren See bei der Ortschaft Ismailia namens Timsahsee, der von den Schiffen ebenso als Ausweiche genutzt wird wie die größeren Seen.

Die Bitterseen waren früher mit dem Roten Meer verbunden und wurden erst durch die Anhebung einer Strecke nördlich von Sues von ihm getrennt. Dann trockneten sie bis auf 10 m unter dem Niveau des Roten Meeres aus. Durch die Schaffung des Sueskanals wurden die Bitterseen wieder auf ihr altes Niveau gebracht. Da der Kanal keine Schleusen hat, fließt das Meerwasser sowohl vom Mittelmeer als auch vom Roten Meer in das Seebecken und ersetzt so durch Verdunstung verlorenes Wasser. Die Seen fungieren auch als Niveau-Ausgleich für den Kanal, indem sie Gezeiten-Strömungen ausgleichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1870 wurde die Tiefe des Großen Bittersees mit 22 - 29 Fuß angegeben, die des kleinen Bittersees mit 26 Fuß. Gemessen wurde in der Fahrrinne, die wohl die größte Tiefe aufgewiesen hatte [1].

Während des Zweiten Weltkriegs wurden gemäß dem von den Alliierten vereinbarten Waffenstillstand mit Italien (→ Waffenstillstand von Cassibile) vom 8. September 1943 die beiden italienischen Schlachtschiffe RN Italia (ex RN Littorio) und RN Vittorio Veneto samt ihrer Besatzung ab Herbst jenes Jahres bis 1946 im großen Bittersee interniert.

In der Gegend um die Bitterseen wurden in einigen Lagern deutsche Kriegsgefangene teilweise bis 1948 gefangen gehalten[2].

Am 14. Februar 1945 traf der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt, direkt von der Konferenz von Yalta kommend, auf dem Großen Bittersee den saudi-arabischen König Abd al-Aziz ibn Saud. Arrangiert wurde das Treffen an Bord des amerikanischen Kreuzers USS Quincy durch den amerikanischen Diplomaten William Alfred Eddy, einem Freund des saudi-arabischen Königs.

Nach Ausbruch des Sechstagekriegs im Jahre 1967 stießen israelische Truppen am 8. Juni an das nordwestliche Ufer der Bitterseen vor. Als Folge wurde der Sueskanal von Ägypten geschlossen, dadurch saßen 14 Handelsschiffe in den Bitterseen fest und konnten erst 1975 weiterfahren. Sie wurden wegen des Wüstensandes, der nach kurzer Zeit ihre Decks bedeckte, als Gelbe Flotte bekannt. Unter ihnen waren auch zwei deutsche Schiffe, die Münsterland und die Nordwind. In den Jahren der Blockade wurden von den Besatzungen eine Anzahl lokaler Briefmarken (die jedoch keine postalische Gültigkeit besaßen) geschaffen bzw. herausgegeben, die heute unter Sammlern sehr gesucht sind.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://home.arcor.de/kriegsgefangen/deutsch/uk/aegypten/aegypten.html