Blankenstein
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Saale-Orla-Kreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Saale-Rennsteig | |
| Höhe: | 450 m ü. NN | |
| Fläche: | 1,53 km² | |
| Einwohner: |
800 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 523 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 07366 | |
| Vorwahl: | 036642 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SOK, LBS, PN, SCZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 75 004 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Rennsteig 2 07366 Blankenstein |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ralf Kalich (Die Linke) | |
| Lage der Gemeinde Blankenstein im Saale-Orla-Kreis | ||
Blankenstein ist eine Gemeinde im thüringischen Saale-Orla-Kreis und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Rennsteig. Sie befindet sich an der Saale direkt an der Landesgrenze zu Bayern. Blankenstein ist Endpunkt des Wanderweges Rennsteig und der Reisezüge aus Saalfeld. Die Eisenbahnlinie von Saalfeld und Hockeroda führte früher als Höllentalbahn weiter nach Marxgrün und Hof in Bayern.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
Angrenzende Gemeinden sind Blankenberg und Harra im Saale-Orla-Kreis sowie die Stadt Lichtenberg und die Gemeinde Issigau im bayerischen Landkreis Hof.
Geschichte[Bearbeiten]
Ersterwähnungen[Bearbeiten]
1258 wird als Jahr der Ersterwähnung Blankensteins angegeben, wofür es aber keinen urkundlichen Nachweis gibt. 2008 wurde so das 750-jährige Ortsjubiläum gefeiert. In der Literatur werden für die erstmalige urkundliche Nennung die Jahre 1392 oder 1444 angegeben.[2]
Das Rittergut Blankenstein[Bearbeiten]
Die Entstehung des Ortes Blankenstein ist eng mit dem Rittergut Blankenstein verbunden. Dieses wurde erstmals 1392 in einer Urkunde erwähnt und befand sich im Besitzt der Herren von Blankenberg. Gleichzeitig besaßen diese auch die Rittergüter in Harra und Kießling. In einer Urkunde vom 10. Mai 1566 wird ein Asmus von Blankenberg als Besitzer des Rittergutes erwähnt, der das Hammergut von Friedrich Fischer aus Saalfeld erworben hatte. Um 1600 fiel das Gut dann an den Landesherren des Hauses Reuss jüngere Linie. Der reußische Fürst Heinrich Posthumus verkaufte das Blankensteiner Rittergut 1605 an den Dresdner Bürger Jacob Reuter. Von diesem ging das Gut nur kurze Zeit später an Christoph von Waldenfels auf Lichtenberg über.
Im Jahr 1688 erwarb Heinrich von der Tann das Gut Blankenstein für 5250 Gulden. Doch schon im gleichen Jahr erschien der Schleizer Oberamtmann Heinrich Adam Lauterbach als Besitzer des Gutes. Dieser hatte ebenso des Eichensteiner Rittergut vom Superintendenten Gabriel Hartung aus Schleiz erworben, und vereinte somit die beiden Güter, was bis zur Angliederung Eichensteins an das Königreich Bayern im Jahre 1830 Bestand hatte.
Bergwerks und Hüttenwesen[Bearbeiten]
Zahlreiche Halden und Pingen gab es im von Lemnitz, Saale und Selbitz umgrenzten Gebiet. Besonders zu erwähnen ist die Engel Grube auch Absanger Zug oder Erzengel genannt, die schon weit vor dem Dreißigjährigen Krieg in Betrieb war. Diese erstreckte sich von der Selbitz gegen Nordwesten bis zum Gänsehügel bei Harra.
1371 wird neben den Eisengruben und dem Hammerwerk in Blankenberg auch ein Hammerwerk in Blankenstein erwähnt. Im Jahre 1528 erhielt der Besitzer des Saalhammers bei Pottiga, Nicol Oberländer, den Hammer an der Selbitz, von Hans von Reitzenstein auf Blankenberg zum Lehen.
Das Steuersche Hammerwerk[Bearbeiten]
Der Blankensteiner Rittergutsbesitzer Jakob Reuter bat 1606 den Reußischen Landesherren, im Ort ein neues Hammerwerk zu errichten. Dieser gab auf Grund von erhofften Gewinnen seine Zustimmung und unterstützte den Bau, indem er eine Vertrag mit den Herren von Reitzenstein schloss, da der Bau deren Grundbesitz berührte. Der Vertrag beinhaltete, dass das Wasser der Saale aufgestaut und dadurch die Einmündungsstelle der Selbitz etwas flussaufwärts verlegt wurde. Als das geschehen war, wurde das Hammerwerk auf dem Grund des Rittergutes errichtet und schon 1609 als der Große Hammer bezeichnet. 1622, im Laufe des Dreißigjährigen Krieges, kam das Hammerwerk zum Erliegen.
1799 erwarb Adam Daniel von Püttner auf Issigau das Rittergut und errichtete mit Hilfe der Besitzer des Blechschmidtenhammers, Johann Wilhelm Seidel und Johann Heinrich Dittmar, an gleicher Stelle ein neues Hammerwerk, das am 9. September 1802 fertiggestellt war. 1829 wurde das Werk für 7000 Rheinische Gulden an die Brüder Johann Friedrich und Johann Heinrich Heynisch aus Lobenstein verkauft. Diese errichteten an Stelle des Hammerwerkes eine Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei, die bis zum Jahre 1861 in Betrieb war. Am 7. Mai 1865 brannte die Spinnerei bis auf die Grundmauern nieder, wurde aber kurze Zeit später leicht verändert wieder aufgebaut. Im unteren Stockwerk wurde eine Kunstmühle und im oberen Stockwerk eine Streichgarnspinnerei eingerichtet. Später befand sich in den Räumen eine Vigognespinnerei, in der Gewebe aus Baum- und Schafswolle hergestellt wurden. 1876 vernichtete eine Feuersbrunst sämtliche Gebäude.
Am 2. Juli 1881 kaufte dann der Kohlenbergwerksbesitzer und Bergwerksdirektor Gotthelf Anton Wiede aus Bockwa bei Zwickau die Brandstätte für 31.000 Mark, um hier eine zu jener Zeit noch junge Industrie, die Holzschleiferei und Pappenfabrikation, einzuführen.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994: Stand jeweils 31. Dezember):
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- Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Seit der Gemeinderatswahl 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
- Wählerinitiative für Blankenstein: 5 Sitze
- Freie Wähler Blankenstein: 3 Sitze
Bürgermeister[Bearbeiten]
Bei den Bürgermeisterwahlen am 6. Juni 2010 wurde Ralf Kalich (Die Linke) mit 52,8 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.
Religion[Bearbeiten]
Der Ort Blankenstein gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Harra[3][4] im Kirchenkreis Schleiz[5] (EKMD) sowie zum katholischen Dekanat Weimar-Arnstadt im Bistum Erfurt und besitzt keine eigene Kirche. Früher gab es jedoch eine kleine Kapelle im Ort, in der der evangelische Pfarrer von Harra an jedem zweiten Sonntag predigte. In einer Urkunde aus dem Jahre 1566 wird ein Kirchlein in Blankenstein erwähnt. Dagegen wurde am Ende des 16. Jahrhunderts einem Hans Oberländer aufgetragen, die alte Kapelle, die er als Stallung benutzte, zu räumen, da eine Visitation im Jahre 1601 diese wieder in Stand setzen wollte, was aber misslang.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Bildung[Bearbeiten]
Auch schulisch war Blankenstein eng mit Harra verbunden. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde von den Gutsherren ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt. Dieser Raum wurde aber im Laufe der Zeit zu klein für die wachsende Zahl der Schulkinder. 1852 richtete der Blankensteiner Lehrer Zeiß eine Petition an den Landtag, in der er um den Bau eines eigenen Schulhauses bat. 1857 bot der Rittergutsbesitzer Götze der Gemeinde Blankenstein das Haus, in dem bisher die Schule untergebracht war, für 100 Taler zum Kauf an. Nachdem die Gemeinde das Anwesen erworben hatte, ließ man das alte Haus abbrechen und erbaute an gleicher Stelle ein neues Schulhaus, das am 9. Dezember 1857 eingeweiht wurde. Wegen der steigenden Schülerzahlen wurde diese aber mit der Zeit ebenfalls zu klein und so begannen 1890 die Planungen für den Neubau einer Schule, die 1892 in Gegenwart des Erbprinzen und späteren Fürsten Heinrich XXVII Reuß jüngere Linie, feierlich eingeweiht wurde. 1926 wurde dann das noch heute genutzte Schulgebäude errichtet.
Verkehr[Bearbeiten]
Blankenstein ist mit der Eisenbahn von Saalfeld aus über die Sormitztalbahn und die Oberlandbahn gut erreichbar.
Blankenstein liegt circa 5 km entfernt von der Bundesautobahn 9.
Mit dem Bus erreicht man Blankenstein
- aus Richtung Schleiz-Birkenhügel-Blankenberg-Blankenstein
- aus Richtung Lobenstein-Saaldorf-Frössen-Blankenberg-Blankenstein
- aus Richtung Lobenstein-Harra-Blankenstein
Blankenstein liegt am Rennsteigradweg und am Saale-Radweg.
Geschichte des Eisenbahnverkehrs in Blankenstein[Bearbeiten]
Da die im Ort seit 1881 ansässige Papierfabrik stetig wuchs, bekam man große Schwierigkeiten, die zur Produktion benötigten Rohstoffe nach Blankenstein und die gefertigten Produkte zu den Märkten zu bringen. Mühsam mussten Pferdefuhrwerke zur nächsten Bahnverbindung, ins 25 km entfernte Hof fahren, um dort den Warenumschlag abzuwickeln. Der Wunsch nach einer Anbindung an das Eisenbahnnetz schien in Erfüllung zu gehen, als am 6. Dezember 1886 die Nachricht aus Dresden eintraf, dass der sächsische Landtag die Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg mit einer schmalspurigen Abzweigung nach Blankenstein, genehmigt habe.
Kaum hatte jedoch die Vermessung der Strecke begonnen, blockierte Preußen das Bauvorhaben. Preußen plante eine Normalspurbahn Triptis-Lobenstein- Blankenstein, mit einer Fortsetzung nach Marxgrün. Ausschlaggebend für die preußische Variante mag gewesen sein, dass man, anders als Sachsen, keine Zinsgarantien vom Reußischen Staat verlangte. So fuhr erst am 15. August 1897 die erste Lokomotive in Blankenstein ein.
Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal[Bearbeiten]
Aus Wiedes Papierfabrik Rosenthal wurde die heutige Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal (ZPR). Sie hat ihren Sitz in Blankenstein. Die ZPR ist eine der modernsten Kraftzellstofffabriken Europas mit etwa 450 Mitarbeitern.
Gedenkstätten[Bearbeiten]
In der Nähe des Bahnhofs erinnert seit 1985 eine gemauerte Stele an die Opfer des Todesmarsches von KZ-Häftlingen im Frühjahr 1945.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Wanderwege[Bearbeiten]
Blankenstein ist Ausgangs- bzw. Zielort des Rennsteigs, des Frankenwegs, des Kammwegs Vogtland-Erzgebirge sowie des Fränkischen Gebirgswegs. Am Bahnhof befindet sich das Denkmal des Rennsteigwanderers. Es liegt am Saale-Orla-Wanderweg. Das Höllental mit seinen zahlreichen Wanderwegen und das Muschwitztal mit seinem schönen Wanderweg sind von Blankenstein zu Fuß leicht erreichbar.
Sport[Bearbeiten]
Blankenstein ist die Heimat des Fußballvereins SG Rosenthal Blankenstein.[6]
Literatur[Bearbeiten]
- Robert Hänsel: Blankenstein-Rosenthal an der Saale. Kommissionsverlag Ferd. Götze, Lobenstein Reuß 1921.
Weblinks[Bearbeiten]
- Website der Gemeinde
- Seite über Blankenstein auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Rennsteig
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 35.
- ↑ http://www.vg-saale-rennsteig.de/Seiten/links.htm
- ↑ http://www.kirchgemeinde-harra.de/www.kirchgemeinde-harra.de/Willkommen.html
- ↑ http://www.kirchenkreis-schleiz.de/pfarraemter.html
- ↑ http://www.sg-rosenthal-blankenstein.de/
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