Blogger

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Blog-Hostingdienst siehe Blogger.com.

Ein Blogger [blɔger] ist der Herausgeber, oder der Verfasser von Beiträgen, in einem Blog (Weblog). Hierfür kann eine eigenständige Webseite oder ein spezielles Blog-Portal wie blogger.com verwendet werden.

Ein Blogger steht als wesentlicher Autor über dem Text, schreibt zumeist in der Ich-Perspektive und integriert seine persönliche Meinung. Er ist Teilnehmer der Blogosphäre und verlinkt seine Beiträge häufig mittels Trackbacks oder Pingbacks zu anderen Blogs, um einen höheren Bekanntheitsgrad zu erhalten.

„Manche Journalisten bloggen, manche Blogger arbeiten als Journalist“

Jörg Frey[1]

Blogger können als Webautoren angesehen werden und gehören allen sozialen Schichten, Alters- sowie Berufsgruppen an. Sie sind ein entscheidender Hinweisgeber für den klassischen sowie den Online-Journalismus.[2] Der Autor kann innerhalb eines Blogbeitrags testen, wie relevant das Thema für seine Leser ist, und mit Hilfe des Feedbacks eine eigene Geschichte schreiben.[3]

Merkmale der Blogger[Bearbeiten]

Kaum ein Thema wird nicht von einem Blogger begleitet, wodurch sich eigene Untergruppierungen herausgebildet haben. Die Abgrenzung erfolgt meist nach dem Inhalt:

  • Auto-Blogger
  • Fashion-Blogger
  • Tech-Blogger
  • Reise-Blogger
  • Job-Blogger
  • Bild-Blogger
  • Video-Blogger
  • Politik-Blogger
  • Food-Blogger
  • Mama-Blogger
  • Produkttest-Blogger

Statistisches[Bearbeiten]

Es existieren schätzungsweise 300.000 aktive Blogger in Deutschland, allerdings kann die Zahl nicht verlässlich geschätzt werden.[4]

Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung von Neuberger/Nuernbergk/Rischke[5] aus dem Frühjahr 2007 ist, dass die Mehrzahl der Blogger persönliche Erfahrungen und Erlebnisse veröffentlicht, das Weblog also als eine Variante des Online-Journals verwendet.

  • Eine Studie des Singapore Internet Research Centre unter etwa 1200 englischsprachigen Bloggern teilte die Blogs in zwei Kategorien ein: 73 Prozent der Befragten führten ein sogenanntes personal Blog, 27 Prozent ein non-personal Blog. Die Blogger der zweiten Gruppe schreiben vor allem, um „zu kommentieren“ und „Informationen zu liefern“. Ihr Ziel ist zudem, ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Auch soziodemografisch unterscheiden sich die beiden Gruppen: Non-personal-Blogger sind zum Großteil Männer, die eine höhere formale Bildung als Personal-Blogger haben. Außerdem haben sie im Schnitt mehr Leser, aktualisieren ihr Blog häufiger und verbringen mehr Zeit damit.
  • Ähnliche Ergebnisse erbrachte im Jahr 2005 eine Umfrage unter mehr als 4000 deutschsprachigen Bloggern. 71 Prozent der befragten Blogger gaben an, „zum Spaß“ zu schreiben; 62 Prozent wollen in ihrem Blog „eigene Ideen und Erlebnisse für sich selbst festhalten“. Demgegenüber bloggen 33 Prozent, weil sie ihr „Wissen in einem Themengebiet anderen zugänglich machen wollen“, und 13 Prozent „aus beruflichen Gründen“.

Statistik: Blogging und Geschlecht[Bearbeiten]

Neuere deutsche Studien (Bochum 2005, Hamburg 2008) belegen, dass im deutschen Sprachraum statistisch betrachtet mehr Frauen als Männer bloggen. So betrug der Frauenanteil einer Studie der Ruhr-Universität Bochum 2005 66,1 %. Allerdings muss man zwischen den Arten der Blogs unterscheiden. Im Bereich der A-Blogs ist der Frauenanteil geringer (bei der Bochumer Studie 29 %). Unter den Top 100 der Blogs war bei dieser Studie sogar nur ein weiblicher Blog zu finden.

Franka Hesse zeigt aber auf, dass bei Studien, die auf Selbstrekrutierung der Befragten resultierten, der Frauenanteil wesentlich geringer war (Schmidt/Wilbers 2006, Abold 2005). Die Diskrepanz zwischen Zahl der weiblichen Blogger und Wirkungsgrad ihrer Blogs belegen auch Seiten wie die „Deutschen Blogcharts“, die eine laufend aktualisierte Auflistung der 100 reichweitestärksten deutschen Weblogs bieten.

Auch in den USA ist diese Tendenz zu bemerken. Die Perseus-Studien der Jahre 2003 und 2005 zeigten auf, dass in den USA mehr Frauen als Männer bloggen. Allerdings sind die meisten Autoren von reichweitestärkeren Blogs mit öffentlichen Themen (Filter- und Knowledge-Blogs) weiß und männlich. Das Geschlecht der Blogger wirkt sich auch auf die Inhalte der Blogs aus. So zeigte die Bochumer Studie, dass doppelt so viele von Männern geführte Blogs sich mit politischen Fragen beschäftigen wie Blogs, die von Frauen geführt werden. Auch bloggen Frauen vermehrt zu privaten Inhalten. Franka Hesse spricht gar davon, dass die Blogs der deutschen Blogosphäre „hochgradig gegendert“[6] (also geschlechtsspezifisch) sind und deutliche inhaltliche, vom „Gender“ (Geschlechterrollenbild) beeinflusste Unterschiede zeigen. Zu dieser Thematik gibt es bisher aber nur einzelne Studien, die keinesfalls weltweit anwendbar sind.

Trivia[Bearbeiten]

Die Blog-Portale blogger.com und blogger.de werden ebenfalls als Blogger bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lexikon: Das A–Z wissenswerter Dinge für freie Journalisten, Autoren und Blogger (PDF-Datei; 3,9 MB), Zugriff am 17. September 2013
  2. ITWissen.info „Definition Blogger“. Zugriff: 17. September 2013
  3. Stephan Dörner: Fünf Gründe für Kournalisten jetzt zu bloggen. 28. Juli 2013. Abgerufen am 17. September 2013
  4. Jan-Hinrik Schmidt: Wie viele Blogs gibt es in Deutschland? 27. August 2013. Abgerufen am 17. September 2013
  5. Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk, Melanie Rischke: Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration? In: Media-Perspektiven, 2/2007, S. 96–112 (PDF).
  6. Franka Hesse: Die Geschlechterdimension von „Social Software“ am Beispiel von Weblogs. S. 6.