Bodyboard

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Bodyboarding auf Ozeanwellen vor Hawaii
Der Brasilianer Francirley Ferreira (Francirley Ferreira) zeigt einen der im modernen Profi-Bodyboarding üblich gewordenen Sprünge
Bodyboarder an einer stehenden Welle (Mitte links Sprung in die Welle, rechts Surfen auf der Welle)

Das Bodyboard ist eine verkürzte Form eines Surfbrettes (siehe Wellenreiten) und wird im Gegensatz zum Wellenreiter hauptsächlich im Liegen gefahren. Geübtere Fahrer knien auch auf dem Board, das so genannte Drop-Knee-Fahren. Aber nur selten wird das Bodyboard stehend genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 7. Juli 1971 wurde das Bodyboard von dem Surfer Tom Morey erfunden. Als Tom Morey an diesem Tag ohne sein Surfbrett unterwegs war, fand er eine verheißungsvolle Brandung. So borgte Morey sich ein elektrisches Tranchiermesser und ein Bügeleisen, wickelte etwas Schaumgummi in eine kleine rechteckige Matte und bedeckte diese mit Zeitungspapier. Er nannte seine Erfindung S.N.A.K.E. -- Seite, Nabel, Arm, Knie, Ellenbogen. Erst 1973 schützte er den Namen Morey Boogie und baute unter diesem Label professionelle Bodyboards. Die Nachfrage stieg und so baute er bis 1977 ca. 80.000 Boards pro Jahr. Das Label wurde im laufe der Zeit an viele Firmen weiter verkauft und ist bis heute eine der führenden Bodyboardmarken am Markt.

Materialien[Bearbeiten]

Das heutige Bodyboard besteht aus dem Hartschaumstoff Polyethylen (kurz PE) oder Polypropylen (kurz PP). PE eignet sich eher für kältere Gewässer und ist somit für die europäischen Gewässer besser geeignet. PP ist ein dichteres Material und eher für wärmere Gewässer geeignet. In kaltem Wasser nimmt die Steifheit des PP-Boardes zu, wodurch die nötige Flexibilität verloren gehen kann. Durch seine Dichte ist PP aber unempfindlicher gegen das Eindringen von Wasser und haltbarer als PE. Es gibt noch viele weitere Namen, die von Herstellern erfunden wurden, um ihre Materialien zu bezeichnen, aber grundsätzlich handelt es sich um die beiden genannten Materialien. Zu guter Letzt gibt es noch die günstigen Supermarkt-Boards aus Schaumpolystyrol. Diese günstigen Nachbauten eignen sich bedingt fürs bodyboarden. Durch ihre Verarbeitung sind sie nur sehr begrenzt haltbar und nicht für größere Wellen geeignet.

Bauformen[Bearbeiten]

Der größte Unterschied in der Bauform liegt am Endstück, dem sogenannten Tail. Man unterscheidet hauptsächlich unter dem Crescent und dem Bat Tail. Das Crescent Tail hat die Form eines flachen Halbmondes und gewährt dem Board etwas weniger Flexibilität beim Fahren als das Bat Tail. Dadurch fährt es sich aber auch ruhiger und ist besser geeignet für den Anfänger oder für steile Wellen. Das Bat Tail hat die Form einer Fledermausschwinge und verleiht dem Board eine wesentlich höhere Flexibilität, was sich besonders beim Fahren von Tricks auszeichnet. Um das Fahrverhalten bei Boards mit Bat Tail positiv zu beeinflussen, wurden sogenannte Channels (Vertiefungen) auf der Unterseite des Boards eingeführt. Diese sollen das Board stabilisieren. Inzwischen gibt es viele Bauformen der Tails mit den unterschiedlichsten Namen, aber alle beruhen auf den zwei genannten.

Zubehör[Bearbeiten]

Zum Bodyboarden benötigt man folgende Utensilien:

1. Die Leash , hier bei handelt es sich um eine Fangleine, dessen eines Ende am Board und das andere Ende am Handgelenk, oder am Oberarm, des Fahrers befestigt wird. Sie sorgt dafür, dass bei einem Sturz der Fahrer das Board nicht verliert.

2. Flossen , die Flossen sind eine wesentlich verkürztere Form der Taucherflossen und am Schaft auch härter ausgeprägt. Sie werden benötigt, um sich im Wasser schneller bewegen zu können und genug Fahrt beim Anpaddeln der Welle zu bekommen. Zum Schutz gegen das Aufreiben durch den harten Plastik kann man Neopren- oder Lycra-Socken tragen. Diese bieten einem ebenfalls Schutz gegen Kälte.

3. Neoprenanzug und Lycra , sie dienen als Schutz vor der Kälte im Wasser und als Schutz gegen die Sonnenstrahlung und sind oft unvermeidlich. Beim Bodyboarden mit freiem Oberkörper kann man sich sonst Schürfwunden und Prellungen zuziehen.

4. Wax , solches Hartwachs wird zur Haftung auf der Oberseite des Board aufgetragen und soll verhindern, dass man herunter rutscht. Normalerweise werden nur die Auflagefläche von Bauch und Unterarmen auf dem Board eingewachst. Angeboten wird es meist in 3 verschiedenen Sorten - für Anwendung in kalten/normalen/warmen Gewässern.

Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten]

Der Sport ist im Vergleich zu anderen Surfsportarten noch ein Nischensport in Deutschland, der sich aber einer immer größeren Fangemeinde erfreut. Da das Bodyboard in den meisten Wellenverhältnissen ab 0,5 m zu nutzen ist, eignen sich auch die Wellen an der Nord- und Ostsee für den Sport. Sehr beliebt sind aber auch die französische Atlantikküste, sowie Portugal und die Kanarischen Inseln.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ben Severson, Jake Grubb: Bodyboard Handbook, Grubb Stake Media Ltd., Newport Beach 1986, ASIN: B000GKJSQ6
  • Finn Mersen: Lehrbuch Wellenreiten Ostsee, Nordsee, Wellenreiter und Bodyboard" http://www.educatium.de/wellenreiten/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bodyboarding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien