Sonnenbrand

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Klassifikation nach ICD-10
L55.0 Dermatitis solaris acuta 1. Grades
L55.1 Dermatitis solaris acuta 2. Grades
L55.2 Dermatitis solaris acuta 3. Grades
L55.8 Sonstige Dermatitis solaris acuta
L55.9 Dermatitis solaris acuta, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Der Sonnenbrand (med.: UV-Erythem, Erythema solare, Dermatitis solaris) ist eine entzündliche Rötung der menschlichen Haut durch kurzwellige Sonnenstrahlung oder künstliche UV-Strahlung.

Akut führt ein Sonnenbrand zu Druckempfindlichkeit und Brandschäden bis hin zur Blasenbildung, langfristig kann auch Hautkrebs die Folge sein. Die Erweiterung der Blutgefäße in der Haut führt zu stärkerem Blutfluss, was als Rötung (Erythem) der Haut sichtbar wird.

Besonders gefährdet sind die Schultern und der Oberkörper, wo es häufig zur Abschälung der oberen Hautschichten einige Tage nach dem Sonnenbrand kommt. Auch Füße und Gesicht, hier besonders die Nase, sind durch ihre exponierte Lage stark gefährdet und werden zusätzlich meist nicht gründlich genug geschützt.

Bei manchen Personen reagiert der Körper an der Stelle des Sonnenbrandes mit einem allergischen Verhalten. Diese Sonnenallergie kann sich sehr unterschiedlich auswirken, bei manchen Personen kommt es zu starkem Juckreiz beziehungsweise dem Auftreten von Blasen und Schwellungen.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen[Bearbeiten]

Sonnenbrand nach unvollständigem Schutz
Blasenbildung auf der Haut nach Sonnenbrand

Verursacht wird ein Sonnenbrand durch Ultraviolett-Anteile in der Sonnenstrahlung, wenn ihr die Haut längere Zeit ungeschützt ausgesetzt ist. Die Strahlen dringen in die Haut ein und schädigen dort das Zellgewebe, was zu einer lokalen Entzündungsreaktion führt, die durch die Freisetzung von Zytokinen ausgelöst wird. Es kommt zu einer Erweiterung der Gefäße und in der Folge zur Rotfärbung der Haut, zu erhöhter Durchblutung (Erwärmung) und Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe (Blasenbildung).

Biologisch wirksam in der Haut sind vor allem die UVB-Strahlen, da sie kurzwelliger und somit energiereicher sind. Sie führen zu Strangbrüchen der DNS. UVA dringt tiefer in die Haut ein und schädigt dort das Kollagen der Dermis, was zur Abnahme der Hautelastizität führt. In sehr hoher Dosis verursacht aber auch UVA sowohl Sonnenbrand als auch DNS-Schäden (Mutationen) und damit Hautkrebs.

Risiken[Bearbeiten]

Risiken für Kinder[Bearbeiten]

Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit, erhöhen das Risiko für ein malignes Melanom signifikant.

Säuglinge und Kleinkinder vertragen starke Sonneneinstrahlung auf unbedeckte Haut oder in die Augen grundsätzlich nicht, weshalb als Schutz an sonnigen Tagen und während des gesamten Sommerhalbjahres leichte, aber voll bedeckende Kleidung notwendig ist. Dazu gehören zum Beispiel Mützen, die auch den Nacken bedecken und Sonnenbrillen. Ein zusätzlicher Sonnenschirm für die Kinder sorgt für noch besseren Schutz.

Der Strahlenschutzkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zufolge ruft bereits geringe Einwirkung von Sonnenstrahlung noch unterhalb einer Hautrötung langfristig Krebs hervor: „Für die Entstehung des malignen Melanoms sind wiederkehrende intermittierende UV-Expositionen schon im frühen Kindesalter (0 bis 6 Jahre) verantwortlich. Dazu zählen bereits vereinzelte suberythemale Expositionen und erst recht milde und schwere Sonnenbrände, wie sie bei Urlauben in sonnigen Regionen auftreten können.“ [1]

Risiken allgemein[Bearbeiten]

Ein plötzlich erhöhter UV-Index, z. B. durch Winterurlaub in den Tropen, oder die Exposition von sonst bedeckten Hautstellen (im Frühjahr, im Freibad) ist auch für Erwachsene zusätzlich riskant. Dann sollte auf jeden Fall Sonnenschutzmittel benutzt werden, auch wenn kühle Luft über die Wirkung der Sonnenstrahlen täuscht. Nach wenigen Wochen schützt sich die Haut durch Pigmentierung mit Melanin und eine verdickte Hornschicht (Lichtschwielen).

Die Augenlinse jedoch akkumuliert Schäden durch UVB und wird im Alter trübe (grauer Star). Eine akute Gefahr für die Augen ist die sogenannte Schneeblindheit, einer Art Sonnenbrand der Hornhaut des Auges. Je nach Dauer des Aufenthalts an der Sonne sollten spezielle Gletscher- oder Schneebrillen verwendet werden. Auch Wasser und heller Sand reflektieren UV-Strahlen stark, wodurch sich die Schutzzeit verkürzt.

Die kühlende Wirkung von Wind nimmt dem UV-Licht nichts von seiner Sonnenbrandgefahr. Auch dünne Wolken mindern UV-Strahlung kaum.

Ozonarme Luft aus dem Ozonloch kann gelegentlich in die gemäßigten Breiten einströmen und den UV-Index plötzlich stark erhöhen.

Behandlung[Bearbeiten]

starker Sonnenbrand

Starker Sonnenbrand sollte von einem Arzt behandelt werden.

Ein leichter Sonnenbrand lässt sich durch verschiedene Maßnahmen lindern:

  • Kühlende Externa (Lotion, Cold Cream), feuchtigkeitsspendende Lotionen
  • perorale Antiphlogistika
  • Bei mäßigem Sonnenbrand ohne Blasenbildung bringen kühle Duschen (ca. 25 Grad) oder Umschläge schnell Linderung
  • Sehr viel trinken

Von Hausmitteln wie Quark u. Ä. wird abgeraten, da es aufgrund der Bakterien in Milchprodukten zu Infektionen kommen kann. Auch können enthaltene Eiweißstoffe auf der geschwächten Haut zu Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen führen.

Auch bei erfolgreicher Behandlung steigt die Gefahr von Hautkrebs mit der Zahl der erlittenen Sonnenbrände an.

Risiken für Pflanzen[Bearbeiten]

Boskoop-Apfel mit Sonnenbrand

Auch Pflanzen können durch erhöhte UV-Exposition Schaden nehmen, siehe z. B. den Sonnenbrand bei Weintrauben.

Einige Pflanzen können sich davor schützen. Sie ändern bei extrem starker Sonneneinstrahlung die Chlorophyllzusammensetzung: Das Chlorophyll verbindet sich mit Karotinoid. Eingestrahlte Energie wird nun in Wärme umgewandelt. Lässt die Stärke der Sonneneinstrahlung wieder nach, trennt sich das Karotinoid wieder vom Chlorophyll und die Pflanze nutzt die Sonneneinstrahlung wieder zur Energieerzeugung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sonnenbrand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesundheitliche Gefährdung durch UV-Exposition von Kindern und Jugendlichen -- Stellungnahme der Strahlenschutzkommission, verabschiedet am 28./29. September 2006, S. 2. Dokument auf der Website der Strahlenschutzkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Abgerufen am 6. März 2012
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