Wellenreiten

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Dieser Artikel behandelt das Wellenreiten; zum Surfen allgemein siehe Surfen, andere Bedeutungen von Surfen siehe Surfen (Begriffsklärung). Flugkörper, die als Wellenreiter (WaveRider) ausgelegt sind, verwenden Kompressionsauftrieb.
Surfen vor Hawaii
Wellenreiter
Wellenreiter an der Nordküste von Oʻahu
Bodyboarder in einer Tube

Das Wellenreiten – auch Surfen (hawaiianisch: heʻe nalu, englisch surfing) – ist Namensgeber und bekannteste Form des Surfens und stammt von den Inseln Hawaiis. Nachdem es im 19. Jahrhundert von Missionaren fast zum Erliegen gebracht wurde, erlebte das Surfen in den 1950er Jahren einen neuen Boom, als viele US-Amerikaner diesen Sport für sich entdeckten. Heutzutage werden viele Wettbewerbe veranstaltet, bei denen Surfer ihr Können beweisen. Wellenreiten kann man nicht nur auf Hawaii, in Kalifornien oder Australien, sondern auch in Europa gibt es zahlreiche Strände, die sich gut zum Surfen eignen. Benötigt werden lediglich ein Surfbrett, Surfwachs, eine Leash (in Australien als „Legrope“ bezeichnet), eine etwa zwei Meter lange Schnur, mit der das Brett am Bein gesichert wird, und evtl. ein Surfanzug.

Das Surfen besteht in einer gleitenden Bewegung über eine Wasserfläche (siehe Surfen) und wird in der Regel an Küsten und seltener auf Flüssen (Flusssurfen) ausgeübt.

Geschichte des Wellenreitens[Bearbeiten]

Surfen oder Wellenreiten ist in seiner Urform schon annähernd 4000 Jahre alt. Durch die Reisen der Polynesier verbreitete sich auch das Surfen in der Südsee. Seine Blütezeit erlebte das Surfen auf den Inseln von Hawaii, wo es fester spiritueller und kultureller Bestandteil der Gesellschaft wurde.

Die Wurzeln des Wellenreitens verlieren sich ebenso im Dunkeln der Geschichte wie die der Polynesier, welche als „Erfinder des Wellenreitens“ bezeichnet werden können. Wahrscheinlich schon in vorchristlicher Zeit (etwa zwischen 750 und 500 v. Chr.) brachen die Polynesier aus ihrer mythischen Urheimat Hawaiki auf, um das heutige Polynesien zu besiedeln.

Die Entwicklung des Wellenreitens begann wahrscheinlich mit dem „Body-Surfen“. Dabei wurden die Wellen ohne Hilfsmittel nur mit dem Körper abgeglitten. Später wurden Binsenbündel, kleinere Baumstämme, hölzerne Planken oder Kanuspitzen benutzt, um dem Körper mehr Auftrieb zu geben. In der Folgezeit wurde auf größeren Brettern liegend, sitzend oder auf den Knien gesurft. In dieser Form war Wellenreiten in ganz Polynesien (und darüber hinaus) verbreitet. Vor allem auf Tahiti hat es sich zum „Surfen im Stehen“ weiterentwickelt. Frauen und Männer aller Klassen und Altersstufen gingen hier aufs Meer, um zu surfen.

Im Zuge der Besiedlung Ost-Polynesiens von Tahiti aus kam Wellenreiten dann in dieser Form auf die Marquesas-Inseln, nach Neuseeland, Rapa, auf die Osterinsel und nach Hawaii. Auf Hawaii entwickelte es sich schließlich am weitesten bis hin zur Schrägfahrt. Die gesellschaftliche Bedeutung des Wellenreitens wurde unter anderem daran deutlich, dass die Buchten mit den höchsten und besten Wellen für die Könige reserviert waren und für die restliche Bevölkerung mit einem Tabu belegt waren. Einmal im Jahr fand auf Hawaii das Makahiki-Fest statt. Die Arbeit wurde für drei Monate unterbrochen, um Erholung, Sport, Tanz und Festmahle zu genießen. Eine besondere Bedeutung hatten dabei die Wellenreitwettkämpfe, zu denen Tausende von Zuschauern kamen. Wellenreiten war und ist auf Hawaii Nationalsport.

Da Wellenreiten bereits vor der Besiedlung Hawaiis (im 10. Jahrhundert n. Chr.) existierte, ist davon auszugehen, dass es mindestens 1000 Jahre alt ist. Jedoch gibt es Hinweise auf ein wesentlich höheres Alter dieser Sportart. Auch in Melanesien (beispielsweise Fidschi-Inseln, Neuguinea) und Mikronesien (zum Beispiel Marshall-Inseln, Karolinen) wurden Wellen abgeritten, allerdings nur dort, wo es auch gesellschaftlich und kulturell einen großen polynesischen Einfluss gab. Da aber der Aufenthalt der Polynesier in diesen Gebieten in der Zeit vor Christus vermutet wird, ist anzunehmen, dass das Wellenreiten bereits aus vorchristlicher Zeit stammt.

Die Geschichte des Wellenreitens in Europa wird im entsprechenden Artikel ausführlicher geschildert.

Einfluss der Europäer[Bearbeiten]

Surfen vor Kijkduin (bei Den Haag, Niederlande) Mitte November 2006.

Der Brite James Cook entdeckte im Jahr 1778 Hawaii, wo er die einheimische Bevölkerung beim Wellenreiten beobachtete, wie aus seinen Aufzeichnungen hervorgeht.

Seine ersten schriftlichen Aufzeichnungen machte er zuvor auf Tahiti. Entdeckt haben die Insel von Hawaii Siedler der Marquesas-Inseln. Angeführt wurden sie von Hawailoa, einem der größten Seefahrer Polynesiens, um das Jahr 400.

Als König Kamehameha I., dessen Surf-Leistungen noch lange nach seinem Tod besungen wurden, 1819 starb, wurden die bis dahin geltenden Tabu-Gesetze abgeschafft. Dadurch wurde der Boden für das Christentum bereitet und der Zusammenbruch der hawaiischen Kultur eingeleitet. In diesem Jahr fand auch das Makahiki-Fest zum letzten Mal statt. Die daraufhin eintreffenden Missionare ersetzten das heidnische Brauchtum durch strenge Kirchensitten. Auch das Surfen wurde als unnütze, heidnische und unsittliche (Männer und Frauen surften zusammen) Zeitverschwendung angesehen und 1823 kurzerhand verboten. Die kulturelle Einbindung des Surfens ging verloren, so dass das Wellenreiten um 1829 aus den meisten Orten Hawaiis und Polynesiens verschwand.

Mit der Gründung der ersten hawaiischen Surfclubs wurde 1908 eine bis heute nicht endende Ära eingeleitet, in der sich das Wellenreiten wieder aufwärts entwickelte und sich, zunächst unter dem Einfluss von Georg Freeth und Duke Paoa Kahanamoku, über die ganze Welt verbreitete.

Die wahre Renaissance der fast nicht mehr existierenden Sportart wurde durch den großen Hawaiier Duke Kahanamoku herbeigeführt. Als mehrfacher Olympiasieger im Schwimmen transportierte dieser Botschafter des Aloha den Sport zuerst über Australien, später mit weiteren Reisen in die Seelen der Menschen. In den 1920er Jahren war es vor allem der Kalifornier Tom Blake, der dem Surfen eine neue Richtung gab. Neue Materialien und Verbesserungen brachten das Surfen jedes Jahr weiter: von den alten Holzbrettern zu den modernen Foam Boards, vom finnenlosen Surfbrett bis zu den verschiedensten Konstruktionen und Designs der Bretter.

1955 kam Peter Viertel, ein Drehbuchautor aus Hollywood, der mit der Filmschauspielerin Deborah Kerr verheiratet war, zu Dreharbeiten nach Biarritz. Er fand Gefallen an den Wellen, ließ sich ein Board aus Kalifornien kommen und versuchte sich im Wellenreiten. Mit ihm begannen die Franzosen Michel Barland, Georges Henebutte (der Erfinder der Leash) und Joel de Rosnay, die bald den ersten Surf-Club Frankreichs gründeten.

Wellenreiten in Deutschland[Bearbeiten]

Auch in der Bundesrepublik begann man Mitte der 1950er Jahre mit dem Wellenreiten. Damals bekamen die Sylter Rettungsschwimmer ihre ersten Rettungsbretter, die ziemlich ungeeignet zum Wellenreiten waren. Dennoch startete Uwe Draht seine ersten Surfversuche damit. Dieter Behrens, Walter Viereck und andere taten es ihm gleich. In Biarritz kauften sie sich ihre ersten richtigen Wellenreitboards. Dass es ein spezielles Surf-Wachs gab, welches das Abrutschen vom Board verhinderte, erfuhren sie jedoch erst später. 1966 gründeten sie den „Surfing Club Sylt“.

Erst 25 Jahre nach dem „Surfing Club Sylt“ wurden weitere deutsche Wellenreit-Vereine gegründet, die schließlich 1991 in Köln den Deutschen Wellenreitverband (DWV) gründeten. Noch im selben Jahr nahm der DWV seine Arbeit zur Entwicklung eines sportwissenschaftlich fundierten Konzepts für die Ausbildung von Wellenreit-Instruktoren auf. Im Sommer 1992 startete unter der Leitung von Norbert Hoischen die erste Ausbildung von DWV-Wellenreit-Lehrern. Auch wurde erstmals an internationalen Wettkämpfen, den Amateur-Weltmeisterschaften in Lacanau (Frankreich), teilgenommen, und eigene Wettbewerbe wurden veranstaltet. 1996 fand die erste Deutsche Meisterschaft in Cap de l'Homy an der französischen Atlantikküste statt. Diese Entwicklung wird seit ihren Anfängen von vielen Seiten sehr kritisch betrachtet. Ausschlaggebend ist die stark kommerziell geprägte Haltung, die durch die Ausbildung zum Surflehrer eingenommen wird.

1977 gründeten die Kölner Sportstudenten Ulrich Richter und Manfred Lauterbach die erste deutsche Surfschule in Hendaye an der spanisch-französischen Grenze am Atlantik. Sie waren die ersten Europäer, die einen systematischen Gruppenunterricht in Theorie und Praxis gaben. 1979 schrieb Ulrich Richter das erste Lehrbuch in deutscher Sprache (Surfing, Wellenreiten: das faszinierende Spiel mit der Brandung). Die heute verwendeten deutschen Surfausdrücke stammen zum großen Teil aus diesem Buch.

Die Erfolge von Marlon Lipke (ASP Europe Junior Champion 2004) und Sonja Hönscheid (mehrfache Deutsche Meisterin, Gewinnerin Redbull Soulwave 2003) sind Beispiele für die Lebendigkeit der deutschen Surfszene und deren internationale Bedeutung.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Wellenreiter mit Surfbrett am Strand

Surfbrett[Bearbeiten]

Hauptartikel: Surfbrett

Surfbretter gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Die Leash ist am Ende des Surfbrettes befestigt.

Boardbag[Bearbeiten]

Ein Boardbag ist eine Schutzhülle für das Brett und sollte vor allem beim Reisen das Brett vor Schlägen und Kratzern schützen.

Surfanzug[Bearbeiten]

Der Surfanzug, der meist hauptsächlich aus Chloropren-Kautschuk wie Neopren gefertigt ist, bietet Schutz vor Wärmeverlust und Sonnenbrand. Der Surfanzug ist meist ein Nassanzug oder Feuchtanzug („Wetsuit“). Ab 20 °C Wassertemperatur reicht ein Shorty (kurze Ärmel und Beine) mit zwei Millimetern Stärke im Rumpfbereich und einem Millimeter für Arme und Beine. Unterhalb von 16 °C sollten es schon drei bis vier Millimeter Stärke sein. Dazwischen und für einen Allround-Anzug sind zwei bis drei Millimeter zu empfehlen. Unter dem Surfanzug kann man ein Lycra-Shirt tragen, es schützt die Achselhöhlen und den Hals vor Hautabrieb, zu dem der Surfanzug führen kann.

Leash[Bearbeiten]

Hauptartikel: Boardleash

Die Leash

Die Leash, in Australien als „Legrope" bezeichnet, ist die Verbindungsleine zwischen Surfboard und Surfer und dient der Sicherung.

Surfwachs[Bearbeiten]

Ein Stück Surfwachs (für Kaltwasser), rund faustgroß, originalverpackt.

Das Surfwachs erhöht die Rutschfestigkeit auf dem Board. Es wird auf der Oberseite des Surfboards aufgetragen und sorgt für sicheren Stand und verhindert das Abrutschen vom Board nach dem Anpaddeln (engl. take off). Da die Haftwirkung des Wachses temperaturabhängig ist, wird zwischen Warm- und Kaltwasserwachs unterschieden.

Sonnenschutz[Bearbeiten]

Aufgrund der hohen Ultraviolettstrahlung auf dem Wasser ist die Verwendung einer Zink-Hautcreme oder wasserfesten Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor notwendig, um das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken zu senken.

Wellenreiten lernen[Bearbeiten]

Trockenübungen in einer Surfschule

Jeder erfahrene Schwimmer kann das Wellenreiten erlernen. Um beim Umgang mit Wellen, Strömungen und Gezeiten kein unnötiges Risiko einzugehen, sollte dazu allerdings die Hilfe eines qualifizierten Wellenreitlehrers in Anspruch genommen werden.

Neben dem richtigen Board ist vor allem die Wahl eines geeigneten Strandes von großer Bedeutung. Ein bewachter, flach abfallender Sandstrand ohne Steine oder Buhnen ist Voraussetzung. Bevor man sich aufs Wasser wagt, sollte man sich ausgiebig mit den Sicherheits- und Vorfahrtsregeln vertraut machen. Surfer gehen üblicherweise ins Wasser, wenn gute Wellen vorhanden sind, also haargenau zu dem Zeitpunkt, an dem Schwimmer nicht mehr in die Brandung gehen. Daher hat der Surfer das Risiko selbst zu tragen. Außerdem sollte man über eine ausreichende körperliche Fitness verfügen, um die Gefahr von Verletzungen zu reduzieren. Surf-Fitness-Übungen helfen dabei, sich auf einen Surf-Trip vorzubereiten.

Sehr wichtig ist es auch, wie bei jeder Natursportart, sich ganz genau die natürliche Umgebung anzusehen. Das allgemeine Wetter, die Strömungen, besondere Unterwasserereignisse, gefährliche Tiere, Riffe oder Felsen im Sand. Hier handelt es sich um Erfahrungswerte. Um einen Strand wirklich beurteilen zu können, müsste man ihn schon in allen vier Jahreszeiten gesehen haben. Es gilt herauszufinden, wie der Strand sich bei Ebbe und Flut verändert. Anfängern sei das totale Niedrigwasser bei auflaufender Flut empfohlen, aber niemals die Breaks des vollen Hochwassers gegen Ende der Flut, denn diese haben ein Vielfaches an Kraft. Außerdem ist der Wind am frühen Morgen häufig offshore, also gegen die Welle gerichtet. So hält der Wind die Welle bis zum letzten Moment auf und sie bricht schöner und hohler; das Wasser ist dann oft spiegelglatt.

Sind die Bedingungen gut, legen sich Surfer flach aufs Brett, um aufs Meer hinaus zu paddeln. An der Brechungslinie angekommen, gilt es, sich aufs Board zu setzen und die nächste Welle abzuwarten. Wenn die Welle kommt, dreht man sich zum Strand und fängt an zu paddeln, um schließlich aufs Brett zu springen und an den Strand zu surfen. Um die Verletzungsgefahr gering zu halten, fallen Surfer möglichst vor oder neben ihr Brett, wenn sie aus der Balance geraten.[1]

Regeln[Bearbeiten]

Um andere nicht zu behindern und Gefahren zu minimieren ist wichtig, dass man sich an die Surfregeln hält:[2]

  • Wer näher zum Brechungspunkt der Welle fährt, hat Vorrang vor dem entfernter Surfenden. Letzterer muss notfalls aussteigen, also aus der Welle fahren. Eine Welle – ein Surfer.
  • Es ist verboten, sich hinter dem Rücken eines wartenden Surfers in die Vorfahrtsposition zu manövrieren. „Don’t snake!“
  • Es ist außerdem nicht erlaubt, in eine Welle neu einzusteigen, wenn diese sich erneut aufbaut, sofern sich bereits ein Surfer in ihr befindet. Wieder gilt: Eine Welle – ein Surfer.
  • Derjenige, der rauspaddelt, muss dem sich in der Welle befindenden immer Vorrang gewähren.
  • Es darf nicht auf die Einhaltung dieser Regeln bestanden werden, wenn dadurch ein Unfall provoziert wird.
  • Das Surfboard beim Rauspaddeln beziehungsweise beim Duckdiven durch die Welle nie loslassen, da man sonst andere Surfer durch das durch die Welle herumwirbelnde Surfboard verletzen könnte!

Bekannte Surfgebiete[Bearbeiten]

Europa[Bearbeiten]

Wellenreiten im Kielwasser der Oberen Schleuse, Thun, Schweiz

Die besten Surfspots Europas liegen an der Atlantikküste von Portugal, Spanien und Frankreich. In Nordspanien zählt beispielsweise die linke Welle von Mundaka bei Bilbao zu den besten und längsten Wellen der Welt. Im Oktober fand hier bis 2007 alljährlich ein Contest der World Championship Tour (WCT) statt. Auch die kanarischen Inseln sind aufgrund der hohen Wellenqualität, des warmen Wassers und Außentemperaturen besonders im Winter ein gutes Wellenreit-Revier. Die französische Atlantikküste von Biarritz im Süden bis nach Bordeaux im Norden hat eine lange Surf-Tradition. Das Zentrum ist Hossegor, in dem im September ebenfalls die besten 34 Profis im Rahmen der World Championship Tour (WCT) um den Weltmeistertitel surfen.

Die portugiesische Atlantikküste, mit den Surf-Zentren Peniche, Ericeira und Sagres an der Südspitze Portugals, bietet ebenfalls sehr gute Surfspots. 120 km nördlich von Lissabon befindet sich Nazaré, wo 2012 der hawaiianische Surfer Garret McNamara sich mittels eines Jetskis in die größte bis dahin gesurfte Welle hat ziehen lassen.

Nordamerika[Bearbeiten]

Surfen in Santa Cruz, Kalifornien

In den Vereinigten Staaten befinden sich die besten Surfreviere in und um Orange County in Kalifornien. Einer der besten Orte ist Encinitas. Zum Surfen kann in Amerika bei guten Bedingungen die komplette Pazifikküste genutzt werden, da hier fast immer gute Wellen auftreffen. Eine bekannte, sehr groß brechende Welle ist Mavericks. Auch im Atlantik an der Ostküste der Vereinigten Staaten gibt es zahlreiche Surfspots, die allerdings meist nur in den Wintermonaten surfbare Wellen aufweisen. So fand zum Beispiel der 6. Wettkampf der ASP-Worldtour 2011 in Long Beach, New York statt.

Karibik[Bearbeiten]

Etwa fünf Kilometer westlich des Windsurf- und Kitesurf-Paradieses Cabarete an der Nordküste von Hispaniola befindet sich ein Wellenreitrevier an der Playa Encuentro. Jährlich wird hier in einer Art „Triathlon“-Wettbewerb, zu dem die Sportarten Wellenreiten, Windsurfen und Kitesurfen gehören, der „Master of the Ocean“ ermittelt.

Hawaii[Bearbeiten]

Auf Hawaii, speziell an der Nord- und Ostküste von Oʻahu, findet man ganzjährig gute Bedingungen vor. Hier finden sich legendäre Spots wie Banzai-Pipeline, Sunset und der erste richtige Big-Wave-Spot Waimea. Der durch das Tow-in surfing sehr bekannt gewordene Spot „Jaws“ befindet sich vor der Insel Maui.

Lateinamerika[Bearbeiten]

Speziell Costa Rica hat sich inzwischen zum Geheimtipp entwickelt. Zu jeder Jahreszeit finden sich hier an der Pazifikküste gute Surfbedingungen. Vor allem in der (sehr kalifornisch anmutenden) Stadt Jacó treffen sich viele halbprofessionelle und auch professionelle Surfer, um von der Brandung am benachbarten „Hermosa Beach“ zu profitieren. Die Wellen hier sind nicht sehr hoch, dafür aber umso schneller und für Fortgeschrittene geeignet. Auch die Karibikküste hat ihre „Secret Spots“ wie zum Beispiel die Salsa Brava in Puerto Viejo oder auch das Riff um die Isla Uvita, rund 700 m vor Limon.

Australien[Bearbeiten]

Der Kontinent bietet von der Gold Coast über das bei Wellenreitern beliebte Byron Bay, bis zu den ungezählten namenlosen Stränden zahllose Gelegenheiten zum Wellenreiten für jeden Erfahrungshorizont.

Südafrika[Bearbeiten]

Südafrika gilt als Surferparadies schlechthin. So zieht es immer wieder weltbekannte Wellenreiter wie den Australier Taj Burrow an Südafrikas Küsten, um ihre Künste zu zeigen.

Von September bis Mai weht ein günstiger Südostwind, der den Surfern sechs bis zehn Beaufort sideshore beschert und für außerordentlich gute Bedingungen sorgt. Im Winter, von Juni bis August, zieht der Hochdruckgürtel Richtung Äquator und die Tiefdruckrinne gelangt ans Kap. Wellen mit einer Größe von unter zwei Metern sind dann eher selten.

Weltberühmt sind folgende Küstenorte in Südafrika geworden:

Für Anfänger oder nicht so geübte Wellenreiter eignen sich besonders die Gebiete um die Algoa Bay und Silvic Bay (bei Port Elizabeth).

Rezeption[Bearbeiten]

Neben der Musikrichtung Surf, deren bekannteste Vertreter wohl The Beach Boys sein dürften, gibt es eine Fülle von Filmmaterial, das sich mit dem Surfen beschäftigt:

Dokumentationen[Bearbeiten]

  • 1966: Bruce Brown dokumentierte die Reise der beiden Surfer Michael Hynson und Robert August um die Welt, dem Sommer folgend und den perfekten „Spot“ suchend, im Film The Endless Summer.
    1994 greift Bruce Brown in Endless Summer II die Story erneut auf, jedoch mit zwei neuen Darstellern und einem Update der Surfgeschichte seit dem ersten Teil.
  • 1999: Thicker than Water von Jack Johnson
  • 2001: Laird von Laird Hamilton, eine Art Werbefilm für seine eigene Person
  • 2003: September Sessions von Jack Johnson
  • 2003: Step into Liquid von Dana Brown (Sohn von Bruce Brown), ein Dokumentarfilm über Besessenheit beim Wellenreiten
  • 2004: Blue Horizon, zeigt die Geschichte der beiden Weltklassesurfer Andy Irons und Dave „Rasta“ Rastovich
  • 2004: A Brokedown Melody von Jack Johnson
  • 2004: Riding Giants von Stacy Peralta mit Laird Hamilton gilt als einer der besten Filme zum Thema Big Wave Surfing und Tow-in Surfing
  • 2007: Bra Boys: Diese Dokumentation dreht sich um das Leben der sogenannten „Bra Boys“, die in Australien recht bekannt sind. Es handelt sich hierbei um eine Gruppe von jungen Männern, die ihre Zeit mit Surfen und Partys verbringen, und nebenbei auch eine Untergrundbewegung gegründet haben.

Spielfilme[Bearbeiten]

Surfer am Ouakam Spot in Dakar.

Fernsehserien[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Strauss, Ralf Götze: Wave Culture. Faszination Surfen; das Handbuch der Wellenreiter. 4. Auflage. Wave Culture, Rellingen 2012, ISBN 3-00-019073-2.
  • Frithjof Gauss: Wellenreiten, vom Weißwasser bis zur grünen Welle. Anfänger-Lehrbuch, Delius Klasing Verlag 2009.
  • Frithjof Gauss: Wellenreiten Reloaded, Flows und Turns auf der grünen Welle. Fortgeschrittenen-Lehrbuch, Delius Klasing Verlag 2011.
  • Finn Mersn: „Wellenreiten Ostsee und Nordsee, eine Beschreibung Reviere/Spots sowie vollständige Anleitung für Anfänger“, 2009. (Info)
  • Leschni Petra: Das Image des Surfens in den Medien. Hochschulschrift: Bochum, Univ.,2007, Bibliothek: 294/55
  • Ulrich Richter: Surfing, Wellenreiten. Das faszinierende Spiel mit der Brandung. Busse, Herford 1979, ISBN 3-87120-752-7.
  • Peter Diel, Eric Menges: Surfing. Auf der Suche nach der perfekten Welle. 4. Auflage. Meyer und Meyer, Aachen 2006, ISBN 3-89899-148-2.
  • Sutherland, Bruce: The Stormrider Surf Guide Europe. 4. Auflage. Low Pressure Publishing, Cornwall 2008, ISBN 0-95398-407-9.
  • Sutherland, Bruce: The World - Stormrider Guide. Low Pressure Publishing, Cornwall 2000, ISBN 0-95398-400-1.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Wellenreiten – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Surfing – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Surfen lernen, abgerufen am 13. November 2014
  2. Die Regeln. Abgerufen am 9. August 2010.