Boris Nieslony

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Boris Nieslony (* 2. Oktober 1945 in Grimma) ist ein deutscher Performance- und Installationskünstler sowie Kurator für Performance.

Leben[Bearbeiten]

Nieslony lebte von seinem zweiten bis zum siebzehnten Lebensjahr in Heimen. Nach Erfüllung der Schulpflicht absolvierte er eine Lehre als Autoschlosser. Am 2. Oktober 1966 begann seine erste Aktion im öffentlichen Raum: Er lebte neun Monate lang innerhalb eines Kreidekreises auf dem Georgsplatz in Hannover. Von 1969 bis 1974 studierte Nieslony zwar das Fach Malerei in Berlin − auch bei Raimund Girke an der Hochschule der Künste Berlin − doch wechselte er dann zur Performance. Dieser Wechsel entstand während des Studiums bei Gerhard Graubner an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Hier lernte Nieslony als sein Lehrer den Bildhauer Ulrich Rückriem kennen. Gemeinsam mit anderen Künstlern aus dieser Klasse wurde 1977 das Künstlerhaus Hamburg in der Weidenallee am Sternschanzenpark gegründet. Nieslony hielt sich zu dieser Zeit zu einem Studium in Paris auf, wo er die öffentlichen Proben zu Philip Glass' Oper Einstein on the Beach beobachten konnte.

In dem Ausstellungsraum des Künstlerhauses Hamburg arbeitete Boris Nieslony ab 1979 als Performance-Künstler. Zugleich baute er Performance-Netzwerke auf. 1980 veranstaltete er gemeinsam mit dem Künstlerhaus Stuttgart das Projekt Das Konzil, an dem für 30 Tage insgesamt 70 Künstler beteiligt waren.

1985 kam es zur Gründung der Performancegruppe Black Market International, die ursprünglich sieben Künstler umfasste. 1986 gründete sich die Art Service Association für Performer und Theoretiker (ASA).[1]

Werk[Bearbeiten]

Nieslony arbeitet international. Sein Werk ist gleichermaßen formal wie thematisch und inhaltlich orientiert. Ein wesentliches Thema ist die Kunst der Begegnung. In diesem Sinne − nicht nur in Kontrast zum klassischen Kunstmarkt − gehören Begegnungen und Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern zu seinem Werk. Aus Gründungen und Mitgründungen des Künstlers entstanden viele, teils langlebige Initiativen, Gruppen und Projekte. Hierzu zählt seit 1995 ebenso die Serie der Performance Konferenzen, die Theorie und Praxis verbinden. Bis 2007 fanden in Köln, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Essen, Mannheim, Bern (Schweiz), Glarus (Schweiz), Bangkok (Thailand), Ho Chi Minh City (Vietnam) und Bedulu (Bali) fünfzehn Veranstaltungen statt.[2] Anhand der Dokumentation der Konferenzen lässt sich ein Zweig der international und mit asiatischen Ländern vernetzten Performance-Szene im deutschen Sprachraum verfolgen.

Die eigenen Performances des Künstlers können unvorhersehbare und unwiederholbare Improvisationen sein, die auf den Konferenzen und an Orten eher abseits des Kunstmarktes stattfinden, teils in Zusammenarbeit mit bekannten Kunstinstitutionen.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten]

Beteiligungen[Bearbeiten]

  • 2009: Ein Museum in Bewegung, Prättigau[3]
  • 2006: ART_CLIPS .ch.at.de performativ, Kunstraum Innsbruck, Innsbruck
  • 2000: 4. Werkleitz Biennale, Tornitz/Werkleitz
  • 2000: Modell, Modell ... , Neuer Aachener Kunstverein, Aachen
  • 1997: Zeitskulptur. Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz
  • 1987: documenta 8, Kassel
  • 1984: Im Toten Winkel, Kunstverein Hamburg

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ASA - The Art Service Association from Cologne. JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, abgerufen am 28. November 2008.
  2. Boris Nieslony: Performance Conferences. ASA-European e. V, abgerufen am 10. Oktober 2008.
  3. Museum in Bewegung.