Grimma

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Grimma
Grimma
Deutschlandkarte, Position der Stadt Grimma hervorgehoben
51.23833333333312.725128Koordinaten: 51° 14′ N, 12° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 128 m ü. NHN
Fläche: 217,7 km²
Einwohner: 28.819 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04668
Vorwahlen: 03437, 034382, 034384, 034386
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 160
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 16/17
04668 Grimma
Webpräsenz: www.grimma.de
Oberbürgermeister: Matthias Berger (parteilos)
Lage der Stadt Grimma im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild

Grimma ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Nordsächsischen Platten- und Hügelland 25 km südöstlich von Leipzig und ca. 16 km südlich von Wurzen im Tal des Flusses Mulde. Mit einer Gesamtfläche von circa 217 km² – bedingt durch zahlreiche Eingemeindungen in den Jahren 2011 und 2012 – und etwa 30.000 Einwohnern ist Grimma die flächengrößte und einwohnerreichste Stadt bzw. Gemeinde des Landkreises Leipzig und flächenmäßig viertgrößte Stadt in Sachsen.[2]

Grimma war vom Hochwasser 2002 und im Mai/Juni 2013 stark betroffen.[3]

Ortschaften[Bearbeiten]

Zur Stadt Grimma gehören 13 Ortschaften mit insgesamt 50 Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

Grimma um 1840
Stadtansicht Grimmas vom gegenüberliegenden Muldeufer

Die strategisch gute Lage an der Mulde veranlasste 1170 den Markgrafen Otto den Reichen, eine Stadt anzulegen. So entstanden bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahre 1200 die ersten slawischen Siedlungen. Auf dem Schloss residierten häufig meißnische Markgrafen und die sächsischen Kurfürsten. Albrecht der Beherzte, der Stammvater des sächsischen Königshauses, wurde hier geboren. Er nannte sich deshalb auf seiner Wallfahrt nach Palästina Junker von Grym. Im Jahr 1344 erfolgte die Ersterwähnung der Bürgerwehr Die Geharnischten im Städtebund Torgau, Oschatz und Grimma, die in der Wurzener Fehde 1542 historische Berühmtheit erlangte. Die Bewohner bauten die erste feste Muldenbrücke und entwickelten ein selbstbewusstes und geschäftstüchtiges Bürgertum. Im 14. Jahrhundert stand Grimma in der wirtschaftlichen Blüte. Selbst als sich das wirtschaftliche Zentrum der Region immer mehr nach Leipzig verlagerte, blieb Grimma bis heute ein florierender Standort.

In Grimma wurden seit 1440 mehrere Landtage gehalten. Auf dem Landtag von 1458 stiftete Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Leipziger Neujahrsmesse. Hier verhandelten 1511–1546 Abgeordnete der beiden sächsischen Linien; durch den „Grimmaischen Machtspruch“ wurden vierzigjährige Streitigkeiten über Münz- und Bergsachen beigelegt. (Siehe auch „Sächsische Münztrennung“.)

Grimma war 1494–1701 von Hexenverfolgung betroffen. Zwei Frauen gerieten in Hexenprozesse.[4] Auch die Ortsteile Großbardau und Leipnitz-Kuckeland waren von Hexenverfolgung betroffen.

Hohnstädter Straße in der Altstadt

Grimma war Kreisstadt des zum 1. August 2008 aufgelösten Muldentalkreises und besitzt nun den Status einer Großen Kreisstadt.

Hochwasser[Bearbeiten]

Vom Hochwasser um den 13. August 2002 wurden zahlreiche Häuser der Altstadt zerstört oder stark beschädigt; mittlerweile konnten jedoch fast alle wieder aufgebaut werden. Die zerstörte alte Muldebrücke wurde erneuert und am 19. August 2012 wieder für den Verkehr freigegeben.[5] Ein von Friedhelm Lach geschaffenes Denkmal aus Rochlitzer Porphyr erinnert an die Hochwasserkatastrophe.

Im Mai/Juni 2013 traf die wieder aufgebaute Stadt eine neue Überschwemmungskatastrophe mit ähnlichen Folgen für die Altstadt wie im August 2002.[6]

Die von den beiden Hochwassern verursachten Schäden lagen jeweils im dreistelligen Millionen-Bereich: So betrug nach MDR-Informationen die Schadensbilanz 2002 rund 250 Millionen Euro; 2013 waren es noch einmal 150 Millionen Euro.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Der Vorort Amtshäuser wurde 1872 nach Grimma eingemeindet.[8] Das Kloster Nimbschen folgte 1948.[9] Im Jahr 1952 wurde Hohnstädt eingemeindet.[10] Drei Gemeinden kamen 1994 hinzu. Im Jahr 2006 folgte Großbardau. Anfang 2011 kamen Nerchau mit 14 Ortsteilen[11] nach einem Bürgerentscheid am 6. Juni 2010, Thümmlitzwalde mit 21 Ortsteilen nach einem Einigungsvertrag[12] und die nördlichen Ortsteile von Großbothen[13][14] hinzu. Am 18. September 2011 entschieden sich die Bürger von Mutzschen und den zugehörigen Ortsteilen für eine Fusion mit der Stadt Grimma. Diese erfolgte am 1. Januar 2012.

Exil an der Mulde: Die Thomaner 1943–1945 in der Fürstenschule Grimma[Bearbeiten]

Bei den Bombenangriffen der Alliierten auf Leipzig am 4. Dezember 1943 wurde auch das Alumnat des Thomanerchores in der Hillerstraße stark beschädigt: Ein Bombentreffer machte das Bewohnen unmöglich; die Thomaner brauchten kurzfristig ein neues, sicheres Zuhause. Wie es zum Kontakt nach Grimma kam, lässt sich nicht mehr genau belegen. Fest steht: Bereits am folgenden Tag – am Sonntag, dem 5. Dezember 1943 – kamen Kantor Günther Ramin und sein Chor in der Muldestadt unter: Ausweichquartier wurde die Fürstenschule zu Grimma. Aus der anfangs sicher als Übergangslösung gedachten Unterbringung sollten schließlich achtzehn Monate werden. Von Grimma aus reisten die Thomaner regelmäßig nach Leipzig zu ihren Motetten-Aufführungen und zu zahlreichen Auftritten vielerorts in Deutschland.

Am 18. Dezember 1993 sangen die Thomaner erneut in der Frauenkirche Grimma – sie erinnerten mit Bachs Weihnachtsoratorium an ihr Konzert in derselben Kirche mit demselben Musikwerk auf den Tag genau vor 50 Jahren und an jene anderthalb Jahre, als die Muldestadt den Thomanern Heimat war.[15]

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[16]
Wahlbeteiligung: 44,8 %
 %
30
20
10
0
28,9
15,3
13,9
14,9
10,4
2,4
14,2
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009[17]
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,0
-7,0
-1,2
+3,3
-0,3
-3,5
+14,2
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Bürger für Grimma
g Allianz Stadt + Land Grimma

Stadtrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat ab 2014
8
4
4
4
2
4
Von 26 Sitzen entfallen auf:

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Grimma. Über die Vergabe der Sitze entscheiden die Bürger alle fünf Jahre in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl.

Aufgrund von Eingemeindungen vergrößerte sich der Stadtrat von 22 Sitzen zum Zeitpunkt der Wahl 2009 auf 34 Sitze bis zum 1. Januar 2012. Im Mai 2013 wechselte ein Stadtrat von der CDU zur Alternative für Deutschland (AfD).[18] Diese ist nach der Wahl am 25. Mai 2014 ebenso wie die FDP nicht mehr im Stadtrat mit nunmehr 26 Sitzen vertreten.


Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte von Grimma sind[19]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zerstörte Pöppelmannbrücke
Rathaus Grimma nach dem Hochwasser 2013
Hängebrücke
Eine der bekanntesten Ansichten von Grimma: Die Klosterkirche Grimma und das benachbarte Gymnasium St. Augustin (Architekt: Hugo Nauck)

Haupt-Attraktion von Grimma ist die am Ufer der Mulde gelegene historische Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus verschiedenen Epochen (siehe die folgende Aufzählung) - sie misst von Süd nach Nord rund einen dreiviertel Kilometer und von Ost nach West einen halben Kilometer. Damit ist sie nach Leipzig die größte Altstadt sowohl in Westsachsen als auch im einstigen Regierungsbezirk Leipzig[20], dem jetzigen Direktionsbezirk Leipzig.

  • Die alte Muldebrücke, erbaut 1716–1719 nach Entwürfen von Barockbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann, wurde beim Hochwasser 2002 zerstört, nach dreijähriger Rekonstruktionszeit wurde sie im August 2012 wieder eröffnet.
  • Die Hängebrücke über der Mulde von 1925 ist eine Fußgängerbrücke und die längste Tragseilbrücke in Sachsen. Sie verbindet den Stadtwald mit der Stadtseite Grimmas, u. a. mit der Gattersburg.
  • Eine Nachbildung der kursächsischen Postdistanzsäule von 1723 steht am ehem. Leipziger Tor.
  • Der originale Schriftblock der artgleichen Säule vom ehem. Brückentor ist im Rathausfoyer ausgestellt.
  • In der historischen Altstadt fällt besonders das imposante Renaissance-Rathaus als Mittelpunkt der Stadt auf.
  • In Grimma finden sich Gebäude aus den verschiedensten Stilepochen:
    • die Klosterkirche St. Augustin, die nicht mehr als Kirche, sondern als Ausstellungs-, Konzert- und Kulturhalle genutzt wird - sie bildet zusammen mit dem Gymnasium St. Augustin (Architekt: Hugo Nauck) ein für Spaziergänger auf der anderen Mulde-Seite einzigartiges bauliches Ensemble, das heute überregional zu den am meisten bekannten Stadtansichten der Muldestadt zählt
    • das Kreismuseum (ehemalige Mädchenschule)
    • die ehemalige Druckerei „Seume-Haus“ im ältesten Renaissancehaus am Markt
    • die Rathausgalerie
    • das Stadtgut, ein imposantes Barockhaus am Markt
    • ehemaliges mittelalterliches Hospital Zum Heiligen Kreuz
  • in Hohnstädt die Seume-Gedenkstätte Göschenhaus
  • in Höfgen die Wehrkirche Höfgen, die Denkmalschmiede und die beiden technischen Schauanlagen Schiff- und Wassermühle
  • Die Döbener Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist romanischen Ursprungs.
  • Die Denkmalschmiede in Höfgen war früher ein Bauerngut. Jetzt wird der Vierseithof als Veranstaltungsort und als Podium für die schönen Künste genutzt. Sie steht unter Denkmalschutz.[21]
  • Der Jutta-Park zusammen mit dem Jutta-Turm gilt als „Ort der Ruhe“. Vom Jutta-Turm kann man die Aussicht über das Umfeld genießen. Im Inneren des Turmes befindet sich eine faszinierende Klanginstallation. Der mit Skulpturen gesäumte Park wurde 1900 im englischen Stil angelegt.
  • Das Kloster Nimbschen ist ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster. Hier lebte auch Katharina von Bora, die spätere Frau Martin Luthers. Sie floh von dort in der Osternacht 1523 mit weiteren Nonnen. Heute ist der authentische Ort der Reformationsgeschichte immer noch zu besichtigen. Vom Kloster steht aber nur noch die Ruine eines Einzelgebäudes.
  • Zwischen Höfgen und Grimma verkehren zwei Motorschiffe. Und eine Gierseilfähre verbindet die Ufer Nimbschen und Höfgen.
  • Das Grimmaer Schloss ist der älteste profane Zeuge der Stadt, es wird (Stand 2009) zum Justizzentrum umgebaut.
  • Die ehemalige Fürsten- und Landesschule, das heutige Gymnasium St. Augustin entstand 1550 aus einer Klosteranlage der Augustinereremiten.
  • Zwei historische Stadtkirchen haben Wasser, Feuer und Kriege überstanden:
    • die erste sächsische Bettelordenkirche: Die Klosterkirche der Augustinereremiten, in der schon Reformator Martin Luther mehrfach predigte und den Sakralbau als Brustbrecher bezeichnete, ist nicht mehr im Originalzustand. Nach dem Einsturz des Daches Ende der 1980er-Jahre wurde die Kirche völlig beräumt und ein Dachstuhl aus Stahlträgerelementen aufgesetzt. Sie wird heute zu kulturellen Zwecken genutzt.
    • die sagenumwobene doppeltürmige Frauenkirche, deren mächtige Westfront bereits aus dem 12. Jahrhundert stammt.
  • Die Friedhofskirche Zum heiligen Kreuz außerhalb des alten Stadtkernes. In ihr befindet sich der kunstgeschichtlich wertvolle Nicolaialtar von 1519, der bei Abbruch der Nicolaikirche 1888 dorthin versetzt wurde.
  • Erwähnenswert sind auch die einzigartigen Mauerlauben auf der Stadtmauer und die mittelalterlichen Wohntürme, wie das Stadtgut im Stadtkern.
  • Am Frauenkirchhof befindet sich ein Wohnhaus (ehemals Knabenschule), das auch mit Grabsteinen erbaut wurde.
  • Eine der ältesten Mühlen in Sachsen war der Vorgängerbau der Großmühle (zur Zeit ruinös).
  • Am Markt Nr. 18 befindet sich das ehemalige Wohnhaus des Zinngießers Weber, der einst die zinnerne Klistierspritze erfand.
  • Im Rathaus gibt es noch eine geheime Folterkammer mit Geheimgang zum Bürgermeisterzimmer zu sehen.
  • Als weitere interessante Gebäude wären zu nennen: das Alte Seminar, das Baderhaus, das Tuchmacherhaus, die Jacobskapelle, die Katholische Kirche, die alte Amtshauptmannschaft, der Bahnhof, die ehemaligen Husarenkasernen, die Rote Schule und das heutige Gymnasium am Schwanenteich.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Ehrenmal für Widerstandskämpfer im Stadtpark
  • Grabstätten und Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof für Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer verschiedener Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion wurden
  • Ehrenmal für Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus im Stadtpark am Schwanenteich
  • Gedenkstein für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus dem Stadtteil Hohnstädt im Seumepark unweit des Göschenhauses

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In der Turnhalle am Seumehaus des Gymnasium St.Augustin findet ein Basketballturnier gegen Rassismus und Gewalt statt. Im Grimma finden außerdem ein CrossOver-Festival für Jugendliche, der Deutschland-Pokal für Hobbyeisläufer in der GGI-Eislaufhalle und unregelmäßig die Grimmaer Liederflut, als internationales Musikfestival, anlässlich des Hochwassers im August 2002 statt. Der Grimmaer Citylauf ist zehn Kilometer lang mit acht Runden je 1,25 km. Der Klostermarathon, ein Mountainbike-Rennen, wurden bis 2007 vom RV 99 Grimma ausgerichtet. Der Muldental-Triathlon wird vom Muldental-Triathlon e. V. organisiert. Das Radrennen „Rund ums Muldental“ findet ebenfalls seit einigen Jahren wieder statt. Der Muldentaler Städtelauf erstreckt sich von Wurzen nach Grimma, ähnlich wie die Mulderegatta. Jährlich findet das Grimmaer Stadtfest vom Gewerbeverein Grimma Ende September/Anfang Oktober statt.

Bildung[Bearbeiten]

Gymnasium St. Augustin vom gegenüberliegenden Muldeufer
  • 22 Kindertagesstätten (elf kommunale, acht freie Träger, drei Kindertagespflegestellen)
  • sieben Grundschulen (sechs kommunale, eine anerkannte evangelische Ersatzschule)
  • drei Oberschulen (zwei Kommunale, eine anerkannte evangelische Ersatzschule)
  • ehemalige Fürsten- und Landesschule Gymnasium St. Augustin in zwei Gebäuden (seit 2006 mit dem bis dahin bestehenden Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium fusioniert), Sachsens einziges staatliches Regelgymnasium mit Internat
  • Evangelisches Schulzentrum Muldental (Grund- und Oberschule sowie Gymnasium)
  • Berufliches Schulzentrum (berufliches Gymnasium: Technikwissenschaft/Elektrotechnik, Wirtschaftswissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie; Berufsschule: Metall- und Fahrzeugtechnik, Wirtschaft und Verwaltung, Ernährung, Gästebetreuung, Sozialassistenz)
  • Förderschule „Schule am Pulverturm“ (Lernbehindertenschule)
  • Förderschule „Waldschule“ für geistig- und körperbehinderte Schüler
  • Volkshochschule Muldental
  • Orchesterschule des Jugendblasorchesters Grimma
  • Musikschule Muldental „Theodor Uhlig“

Infrastruktur[Bearbeiten]

Oberer Bahnhof
Muldenschifffahrt Grimma

Im Norden kreuzt die Bundesautobahn 14 das Stadtgebiet; eine unmittelbare Anbindung zur Stadt ist mit der Abfahrt Grimma gegeben. Die Bundesautobahn 38 ist über das nahe Dreieck Parthenaue zu erreichen. Außerdem führt die Bundesstraße 107 durch die Stadt. Die Umgehungsstraße B 107n wurde zu zwei Dritteln fertiggestellt und führt von der Autobahn in nordwestlicher Richtung um Grimma herum.

Die Stadt liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) GmbH; Grimma liegt mit seinen Ortsteilen sowie mit der Stadt Trebsen/Mulde in der Tarifzone 144. Ein Anschluss an das Schienennetz besteht seit 1866. Der Bahnhof Grimma Oberer Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig. Bis 1967 wurde auch der Untere Bahnhof an der Muldentalbahn bedient; diese Strecke ist heute stillgelegt. Die ehemalige Trasse von Wurzen bis Grimma wurde als reizvoller Radweg ausgebaut, sie ist auch für Inliner geeignet. Seit 2011 befindet sich in der politischen Grenze noch der Bahnhof Großbothen. Der Obere Bahnhof Grimma ist heute Verkehrshalt folgender Linie:

  • RB110 (Leipzig–Borsdorf–Grimma–Großbothen–Döbeln–Nossen(– Meißen))

Durch die Personenverkehrsgesellschaft Muldental mbH (PVM), ist Grimma mit den Regionalbuslinien 616, 617, 620, 623, 630, 633, 636, 690 und 693 in alle Richtungen verbunden. Durch diverse private Bus- und Reiseverkehrsunternehmen, ist Grimma mit den Regionalbuslinien 610, 611, 632, 640, 641, 650 und 694 angebunden. Außer den Linien 610, 630, 690, 693 und 694 orientieren sich die genannten Linien am Schülerverkehr und verkehren auch nur an Schultagen im Freistaat Sachsen.

Die PVM mbH betreibt in der Stadt Grimma einen Stadtverkehr mit den Buslinien A und B. Beide Linien verkehren nur montags bis freitags, von 5 Uhr bis 19 Uhr. Die Linie A verkehrt dazu im 30-Minuten-Takt, die Linie B im 20-Minuten-Takt. Einmal stündlich, in der HVZ zweimal stündlich, besteht Übergang zwischen den Stadtbussen und der RB110 am Oberen Bahnhof. Neben dem Busbahnhof am Oberen Bahnhof ist auch der Nicolaiplatz eine wichtige Umsteigestelle zwischen Stadt- und Regionalverkehr.

Im Auftrag der Stadt Grimma betreibt die Muldenschifffahrt Grimma GbR eine Schiffslinie mit Motorschiffen auf der Mulde. Diese verkehrt von März bis Oktober, täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr im 60-Minuten-Takt. Die Schiffslinie verbindet die Anlegestellen Grimma, Hängebrücke mit Höfgen, Schiffsmühle und Nimbschen. Zwischen den Ufern Höfgen, Schiffsmühle und Nimbschen kommt zusätzlich eine Gierseilfähre zum Einsatz.

Das Krankenhaus ist ein Haus der Regelversorgung in der Trägerschaft des Landkreises. Gemeinsam mit dem Krankenhaus in Wurzen gehört es zur Muldentalkliniken GmbH.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in bzw. für Grimma gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Grimma. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 78.
  • Hermann Frohberger, Christian Gottlob Lorenz: Führer durch Grimma und Umgegend. Hering, Grimma 1873 (Digitalisat)
  • Christian Gottlob Lorenz: Die Stadt Grimma im Königreiche Sachsen, historisch beschrieben. Dyk’sche Buchhandlung, 3 Bände, Leipzig 1856 (Digitalisat)
  • Horst Naumann: Straßen, Häuser und Plätze der Stadt Grimma und der Stadtteile Beiersdorf, Bernbruch, Böhlen, Burgberg, Döben, Dorna, Grechwitz, Großbardau, Höfgen, Hohnstädt, Kaditzsch, Kleinbardau, Naundorf, Neunitz, Nimbschen und Schkortitz. Ein Lexion zur Stadtgeschichte mit Plänen von 1850, 1896, 1900, 1905, 1925 und 1946, 2. Auflage, Sax, Beucha 2008 (Erstausgabe 1997), ISBN 978-3-930076-48-2.
  • Horst Naumann: Die Personennamen der Stadt Grimma, Sachsen. In: Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte Band 40. Akademie-Verlag, Berlin 2003, ISBN 978-3-05-003862-9.
  • Rudolf Priemer: Grimma und Muldental. Sax, Beucha 1992, 2000, ISBN 3-9802997-1-6.
  • Günter Unteidig: Die Stadt Grimma im 13. Jahrhundert und deren Steinhäuser. in: Yves Hoffmann, Uwe Richter (Hg.): Die Frühgeschichte Freibergs im überregionalen Vergleich. Städtische Frühgeschichte – Bergbau – früher Hausbau. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2013, S. 403-416, ISBN 978-3-95462-132-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grimma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Grimma – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Grimma – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Große Kreisstadt Grimma – Statistik, abgerufen am 8. Januar 2011
  3. spiegel.de 2013: Versäumter Hochwasserschutz: „Diese Flut kommt vier Jahre zu früh“
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln, Weimar, Wien 2003, S. 508f.
  5. Angabe der Stadtverwaltung, abgerufen am 17. August 2012
  6. DIE WELT zum Hochwasser im Mai 2013, abgerufen am 4. Juni 2013
  7. http://www.mdr.de/nachrichten/flut-in-mitteldeutschland100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html
  8. Amtshäuser im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  9. Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  11. Nerchau – Bürgerentscheid 2010
  12. Vereinbarung über die Eingliederung (Entwurf) – Stand 10.08.2010, Korrektur Thümmlitzwalde 24.08.2010, PDF, abgerufen am 18. Dezember 2010
  13. Vereinbarung über die Eingliederung, Stand 13.09.2010 (Großbothen, Grimma), PDF, abgerufen am 22. Dezember 2010
  14. statistik.sachsen.de: Gebietsänderungen ab 1. Januar 2011, PDF, abgerufen am 11. Januar 2011
  15. Michael Rietz: Thomanerchor in der Fürstenschule. S. 137, In: Gymnasium St. Augustin zu Grimma (Hg.): Von der kurfürstlichen Landesschule zum Gymnasium St. Augustin zu Grimma 1550 – 2000. Beucha 2000, ISBN 3-930076-99-3.
  16. [Stadtrat/0/ Ergebnisse der Stadtratswahl 2014] (PDF; 129 kB) auf der Website der Stadt Grimma, abgerufen am 26. Juni 2014
  17. Ergebnisse der Stadtratswahl 2009 (PDF; 129 kB) auf der Website der Stadt Grimma, abgerufen am 8. Mai 2013
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGrimmaer Stadtrat wechselt von CDU in Anti-Euro-Partei. In: lvz-online.de. 6. Mai 2013, abgerufen am 8. Mai 2013.
  19. Website der Stadt Grimma
  20. S. 6 in: Rudolf Priemer: Grimma und Muldental (aus der Reihe Sax-Führer). Beucha 1992, ISBN 3-9802997-1-6 - Priemer erwähnt dort auf Seite 8 auch folgendes von ihm berechtigt als "Katastrophe" bezeichnete Vorhaben: Zu DDR-Zeit habe es in den 1970er Jahren ernsthaft bereits konkrete Pläne gegeben, die Altstadt bis auf Kirchen und Rathaus zu planieren und statt dessen Neubau-Plattenblöcke zu bauen. Das Gebiet zwischen Langer Straße und Weberstraße, zwischen Tuchmachergasse und Gerbergasse, war für ein Großkaufhaus mit Hubschrauberlandeplatz vorgesehen. Priemer: "Gottlob ging der Kelch an Grimma vorüber."
  21. Grau wird es um Grimma. Exemplarisches Problem: Ein Kulturzentrum schließt in: FAZ vom 29. Februar 2012, Seite 31
  22. Festschrift anlässlich des 200. Geburtstages von Magister Christian Gottlob Lorenz, 2004 herausgegeben vom Geschichts- und Altertumsverein zu Grimma e. V., S. 10
  23. http://nachrichten.lvz-online.de/region/wurzen/grimmaer-ehrenbuerger-und-fuerstenschul-archivar-gestorben/r-wurzen-a-60379.html
  24. http://www.meinmuldental.de/home/magazin-der-region/1199-verleihung-ehrenbuergerschaft-an-prof-em-dr-phil-habil-horst-naumann