Box Office

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Box Office (Begriffsklärung) aufgeführt.
Box Office eines Kinos auf Hawaii.

Box Office (engl./us-amerik. umgspr.; sinngemäß übersetzt Schalterhäuschen) bezeichnet ursprünglich den Kartenschalter am Eingang eines Theaters oder Kinos. Im übertragenen Sinn wird der Begriff für das Einspielergebnis verwendet, die Einnahmen, die ein Kinofilm während seiner Spielzeit in den Kinos erwirtschaftet.

Besondere Beachtung erfährt das Eröffnungswochenende (oder Opening Weekend), da ein neu gestarteter Kinofilm an diesem Wochenende oft die meisten Besucher anlockt. Anhand dieser Einnahmen wird häufig über die weitere Spielzeit eines Filmes entschieden. So haben viele Verleihverträge inzwischen eine Klausel, die Kinobesitzer dazu verpflichtet, einen Film weiterhin vorzuführen, wenn die Einspielergebnisse an diesem Wochenende eine festgesetzte Grenze überschreiten.

Laut dem US-Dienst Box Office Mojo geht von den dort veröffentlichten Brutto-Einspielergebnissen im Durchschnitt etwas mehr als die Hälfte als Verleihmiete an die Verleiher, knapp die Hälfte verbleibt bei den Kinos. Die Zahlen für den heimischen Markt („Domestic“) umfassen neben den USA auch Kanada.[1] Aus der Verleihmiete werden Produktions- und Marketingkosten finanziert. Eine direkte Gegenüberstellung von Einspielergebnissen und Produktionskosten hat daher nur begrenzte Aussagekraft über den finanziellen Erfolg einer Produktion, zumal diese auch Einnahmen aus Video- und Fernsehvermarktung erzielen kann.

Einen Film, dessen Einspielergebnis unter den Erwartungen bleibt, bezeichnet man als Filmflop („Box Office Bomb“).

In Deutschland wird der Erfolg eines Kinofilms anhand der Besucherzahlen bekannt gegeben. Hier veröffentlicht die Filmförderungsanstalt Filmhitlisten, die auf den Angaben der Verleihfirmen beruhen. Daneben erfasst das Marktforschungsinstitut Rentrak (bis 2009: Nielsen EDI) bei den Kinobetreibern die Einspielergebnisse und Besucherzahlen und bietet diese Daten gegen Entgelt Abonnenten an, vor allem (Fach-) Zeitschriften. GfK Entertainment ermittelt in Zusammenarbeit mit dem Verband der Filmverleiher die deutschen Kino-Besuchercharts.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst von Hartlieb, Holger von Hartlieb, Mathias Schwarz: Handbuch des Film-, Fernseh- und Videorechts. 4. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-43523-8, Kap. 153.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Box Office – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Box Office Mojo: About Movie Box Office Tracking and Terms, abgerufen am 22. November 2012
  2. GfK Entertainment: Kino, abgerufen am 19. Juli 2014