Brenda Ann Spencer

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Brenda Ann Spencer (1996)

Brenda Ann Spencer (* 3. April 1962 in San Diego, Kalifornien) ist eine US-Amerikanerin, die wegen einer Amoktat verurteilt wurde. Sie erschoss am 29. Januar 1979 vor der Grover Cleveland Elementary School in San Diego zwei Personen und verletzte neun weitere. In den USA gilt diese Tat nach dem Schulmassaker von Bath 1927 als erstes Massaker an einer Schule in der neueren Zeit.

Tathergang[Bearbeiten]

Brenda Ann Spencer war zum Zeitpunkt ihrer Tat 16 Jahre alt. Sie schoss ab 8.30 Uhr aus ihrem Schlafzimmerfenster auf die gegenüberliegende Schule mit einem halbautomatischen Gewehr (Kaliber .22), das sie von ihrem Vater kurz zuvor zu Weihnachten 1978 geschenkt bekommen hatte. Dabei wurden der Schulleiter Burton Wragg und der Hausmeister Mike Suchar getötet, außerdem acht Schüler und ein Polizist verwundet.

Während der Schießerei wurde sie von einem Journalisten angerufen, dem sie als Grund für die Tat angab: „I don't like Mondays. This livens up the day.“ („Ich mag keine Montage. Das belebt den Tag.“) Nach über sechs Stunden beendete sie die Schießerei und wurde von einem SWAT-Team verhaftet. Auch bei ihrer Verhaftung sagte sie zu den Polizisten: „Nothing's happening today. I don't like Mondays.“ („Heute ist gar nichts los. Ich mag keine Montage.“) Bei ihrer Vernehmung gab sie noch weitere ähnliche Dinge an, etwa „There was no reason for it, and it was just a lot of fun.“ („Es gab keinen Grund dafür, und es hat einfach viel Spaß gemacht.“), „It was just like shooting ducks in a pond.“ („Es war so, als würde man Enten in einem Teich erschießen.“) und „the children looked like a herd of cows standing around, it was really easy pickings“ („Die Kinder sahen wie eine herumstehende Herde Kühe aus und waren wirklich einfache Ziele.“). Spencer bekannte sich vor Gericht schuldig und wurde wegen zweifachen Mordes und Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe zu zweimal 25 Jahren bis lebenslanger Haft verurteilt.

Haftprüfungen[Bearbeiten]

Bei den bisherigen Haftprüfungen 1993, 2001 und 2005 und zuletzt am 13. August 2009, bei der sie angab, dass sie hoffte, während der Schießerei erschossen zu werden, weil vorige Suizide missglückten, wurde eine Entlassung verweigert.[1] Die nächste kann erst 2019 erfolgen.[2] In Kalifornien werden Mörder jedoch selten aus der Haft entlassen.

Beim zweiten Gnadengesuch 2001 behauptete Spencer, zur Tatzeit unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden und unter Halluzinationen gelitten zu haben. Sie sprach des Weiteren von einer Verschwörung, bei der ihr nach der Verhaftung bewusstseinsverändernde Drogen verabreicht worden sein sollen, damit sie die Tat gestehe. Außerdem sei sie von ihrem Vater sexuell missbraucht worden. Sie äußerte auch Zweifel an ihrer Schuld und warf der Polizei vor, auf die Opfer geschossen zu haben. Diese Aussage widersprach jedoch ihren früheren Darstellungen. Allerdings zeigte sie auch Anflüge von Reue: „Ich weiß, zu sagen, dass es mir leid tut, macht es nicht ungeschehen. Bei jedem Schulmassaker fühle ich mich mitverantwortlich. Was, wenn sie die Idee dazu von mir haben?“.[3]

Trivia[Bearbeiten]

Der Ausspruch „I Don’t Like Mondays“, der die Grundlosigkeit des Massakers unterstrich und weltweit für Aufmerksamkeit sorgte, inspirierte den Sänger Bob Geldof der irischen Popgruppe The Boomtown Rats 1979 zum größten Hit der Band.[4][5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brian Lane, Wilfred Gregg: The Encyclopedia of Mass Murder. New York: Caroll & Graf Publishers 2004, S. 315

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ein Protokoll: „The First Modern School Shooter Feels Responsible for the Rest“ bei The Daily Beast vom 30. Mai 2014, abgerufen am 5. Mai 2015 (englisch)
  2. „School Shooter Brenda Spencer Denied Parole“ auf CBS8.com vom 14. August 2009, abgerufen am 5. Mai 2015 (englisch)
  3. "I know saying I'm sorry doesn't make it all right. With every school shooting, I feel I'm partially responsible. What if they got their idea from what I did?": „Parole denied in school shooting“ bei USA Today vom 19. Juni 2001, abgerufen am 5. Mai 2015 (englisch)
  4. I don’t like Mondays auf snopes.com (englisch)
  5. Popsongs und ihre Hintergründe: I don’t like Mondays