Bromelain
| Stamm-Bromelain | ||
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| Masse/Länge Primärstruktur | 212 Aminosäuren | |
| Bezeichner | ||
| Externe IDs | UniProt: P14518 CAS-Nummer: 37189-34-7 | |
| Arzneistoffangaben | ||
| ATC-Code | B06AA11
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| Verschreibungspflicht | Nein | |
| Enzymklassifikation | ||
| EC, Kategorie | 3.4.22.32 Peptidase | |
| MEROPS | C01.005 | |
| Reaktionsart | Hydrolyse | |
| Substrat | Peptide, besonders Z-Arg-Arg-+-NHMec | |
| Produkte | Peptide | |
| Frucht-Bromelain | ||
|---|---|---|
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| Masse/Länge Primärstruktur | 230 Aminosäuren | |
| Bezeichner | ||
| Gen-Name(n) | PL00059; Fastuosain | |
| Externe IDs | UniProt: O23791 CAS-Nummer: 9001-00-7 | |
| Arzneistoffangaben | ||
| ATC-Code | B06AA11
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|
| Verschreibungspflicht | Nein | |
| Enzymklassifikation | ||
| EC, Kategorie | 3.4.22.33 Peptidase | |
| MEROPS | C01.028 | |
| Reaktionsart | Hydrolyse | |
| Substrat | Peptide, besonders Bz-Phe-Val-Arg-+-NHMec | |
| Produkte | Peptide | |
Bromelain (auch Bromelin) ist der Name für zwei Enzyme aus der Familie der Cysteinproteasen, die 1957 im Stamm der Ananaspflanze entdeckt wurden. Sie werden seither aus deren Frucht (Ananas) und der Pflanze selbst gewonnen. Um die beiden Stoffe zu unterscheiden, wurden die Präfixe Stamm- und Frucht- vorangestellt. Verwendet wird im Allgemeinen das Gemisch.
Der Rohextrakt aus der Pflanze wird oft ebenfalls als Bromelain bezeichnet. Er enthält mehrere sulfhydrylhaltige, proteolytische Enzyme, ein Peroxidase-Enzym, ein saures Phosphatase-Enzym, mehrere Proteaseinhibitoren sowie Calcium.
Es sind zwei weitere Cystein-Proteasen aus der Ananas bekannt, mit dem Namen Ananain und FB31.[1][2]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Biologische Wirkung
- Bromelain wirkt gerinnungs- und entzündungshemmend. Es hilft beim Abbau von Fibrin, einem Eiweißstoff im Blut, der die Blutzirkulation herabsetzen kann. In in-vitro-Studien zeigte Bromelain wundheilende und antimetastasische Wirkungen.[3]
[Bearbeiten] Anwendung
- Bei der Strukturaufklärung von Proteinen wird es genutzt, um kleinere Untereinheiten aus Proteinen zu erhalten, deren Struktur leichter aufzuklären ist als die des gesamten Proteins.
- In der Industrie dient Bromelain als Zartmacher für Fleisch und zur Fruchtsaftklärung; es wird zudem zur Lederaufbereitung sowie zum Stabilisieren von Latexfarben verwendet. Auch wird es Gelatine zugegeben, um deren Konsistenz weicher zu machen.
[Bearbeiten] Medizinische Anwendung
- In der Medizin wird Bromelain bei akuten und chronischen Entzündungen sowie als Verdauungshilfe eingesetzt.[4]. Die Zulassung der deutschen Fertigarzneimittel lautet „bei akuten Schwellungszuständen nach Operationen und Verletzungen, insbesondere der Nase und der Nebenhöhlen.“
- Bromelain wurde in klinischen Studien bei Gelenkbeschwerden gegen Placebo und gegen NSAR getestet. Dabei fällt etwa jede zweite Studie negativ aus.[5] Ein sicherer Nachweis der therapeutischen Wirksamkeit von Bromelain fehlt.
- Bromelain wird im Magen bereits zum größten Teil verdaut. Deshalb werden standardmäßig magensaftresistente Filmtabletten oder Dragees in der Therapie eingesetzt, welche sich erst im Dünndarm auflösen und enthaltene Stoffe freisetzen. Da nur Peptide aus bis zu drei Aminosäuren resorbiert werden, ist eine Aufnahme von Bromelain, welches ein vollständiges Protein darstellt, unrealistisch.
Neben Arzneimitteln befinden sich auch Nahrungsergänzungsmittel, ergänzende bilanzierte Diäten und diätetische Lebensmittel für Sportler mit Bromelain im Markt: Die Qualitäten reichen von geringsten Mengen Ananas-Fruchtpulvern bis zu höher dosierten Präparaten. Eine Angabe der Enzymaktivität wird von den Überwachungsbehörden in Deutschland im Lebensmittelbereich kritisch gesehen. Die Lagerungsstabilität ist umstritten.
[Bearbeiten] Handelsnamen
Bromelain (D), Dontisanin (D), Proteozym (D), Traumanase (D, CH), Wobenzym mono (D), Bromelain-R.A.N. (D),
Phlogenzym (D, A), Rutozym (A), Traumazym (A), Wobenzym (A) [6][7][8]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ UniProt-Eintrag Ananain
- ↑ UniProt-Eintrag FB31
- ↑ H. R. Maurer: Bromelain: biochemistry, pharmacology and medical use. In: Cellular and Molecular Life Sciences Band 58, 2001, S. 1234–1245. doi:10.1007/PL00000936
- ↑ J. Morton: Pineapple. In: Julia F. Morton: Fruits of warm climates. Miami, 1987, S. 18–28.
- ↑ S. Brien u.a.: Bromelain as a Treatment for Osteoarthritis: a Review of Clinical Studies. In: Evid Based Complement Alternat Med Band 1, Nummer 3, 2004, S. 251–257. doi:10.1093/ecam/neh035
- ↑ Rote Liste online, Stand: September 2009
- ↑ AM-Komp. d. Schweiz, Stand: September 2009
- ↑ AGES-PharmMed, Stand: September 2009
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