Browning Automatic Rifle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Browning Automatic Rifle
BarM1918VWM.jpg
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung: Browning Automatic Rifle
Militärische Bezeichnung: B.A.R. M1918 / M1918A2
Einsatzland: USA
Entwickler/Hersteller: John Moses Browning
Entwicklungsjahr: 1917 / 1918
Herstellerland: USA
Produktionszeit: seit 1918
Waffenkategorie: Maschinengewehr
Ausstattung
Gesamtlänge: 1214 mm
Gewicht: (ungeladen) 7,2–8,8 kg
Lauflänge: 610 mm
Technische Daten
Kaliber: .30-06 Springfield
Mögliche Magazinfüllungen: 20 Patronen
Munitionszufuhr: Zweireihiges Stangenmagazin
Feuerarten: Dauerfeuer, M18 umschaltbar auf Einzelfeuer
Anzahl Züge: 4
Drall: Rechtsdrall
Visier: bis 1600 Yards (1463 m)
Verschluss: Zuschießende Waffe, Verriegelung durch Stützklappe
Ladeprinzip: Gasdrucklader
Listen zum Thema

Das Browning Automatic Rifle oder kurz B.A.R. ist ein von John Moses Browning um 1916 / 1917 zur Kampfeinheitenunterstützung entwickeltes, leichtes Maschinengewehr. Nach einer Vorführung vor Regierungsvertretern und der Presse am 27. Feb. 1917 in Washington D.C. wurde es als leichtes Maschinengewehr (lMG) bei der US-Armee eingeführt, kam aber zu spät, um im Ersten Weltkrieg noch eine Rolle zu spielen: Seinen ersten Einsatz hatte es am 13. September 1918 in Frankreich. Das B.A.R. hat ein 20 Patronen fassendes Magazin und wiegt geladen über 9 kg, was für ein Maschinengewehr leicht, für ein Sturmgewehr - als solches es ursprünglich gedacht war - aber zu schwer ist. Damit wog das B.A.R. fast doppelt so viel wie das amerikanische Standardgewehr Springfield M1903 und das spätere M1 Garand. Mangels eines geeigneten Nachfolgers war das B.A.R. auch im Zweiten Weltkrieg noch das Standard-lMG der US-Truppen. Es sollte den vorrückenden Einheiten mehr Feuerkraft verleihen, wenn diese die Stellung wechselten. Da das B.A.R. für ein Maschinengewehr mit einer so starken Patrone viel zu leicht war, konnte man es im Dauerfeuer ohne Zweibeinstütze nur schlecht kontrollieren. Auch das nur 20 Patronen fassende Magazin war für eine Serienfeuerwaffe zu klein ausgelegt. Da der Lauf fest mit dem Gehäuse verbunden ist und die Waffe somit nicht über die Möglichkeit eines gefechtsmäßigen schnellen Laufwechsels verfügt, wirkte sich dieser Umstand bei Überhitzung des Laufs nach fortgesetztem Dauerfeuer negativ auf die Anwendung aus. Trotzdem wurde das B.A.R. von den amerikanischen Truppen nach dem Zweiten Weltkrieg noch im Koreakrieg eingesetzt. Noch heute ist die Waffe vereinzelt in einigen Ländern anzutreffen.

Technik & Beschreibung[Bearbeiten]

Das leichte Maschinengewehr B.A.R. 1918 ist ein zuschießender Gasdrucklader mit Stützklappenverschluss. Fabrikationsprobleme führten anfangs zu Ladestörungen, durch die Überarbeitung der Fertigungspläne und Vereinheitlichung der Toleranzen durch Winchester konnten diese Probleme behoben werden und die A1-Version des B.A.R. funktionierte auch unter widrigen Verhältnissen einwandfrei. Der Kolben des B.A.R. 1918 und des B.A.R. 1918 A1 war aus Holz gefertigt, die des B.A.R. 1918 A2 teilweise schon aus Plastik. Das Design der Waffe wurde später von der belgischen Firma Fabrique Nationale d'Armes de Guerre übernommen, welche beim FN Typ D den im hinteren Teil gerippten Wechsellauf einführte. Der Nachfolger des B.A.R. in der amerikanischen Armee ist das M60.

Subtypen[Bearbeiten]

M1918[Bearbeiten]

Umschaltbar auf Einzel- und Dauerfeuer, kein Zweibein, röhrenförmiger Mündungsfeuerdämpfer, Kimme verstellbar bis 1600 Yards.

M1918A1[Bearbeiten]

Wie M1918, aber mit einem am Gaszylinder befestigten, nach vorn klappbarem Zweibein und Kornschutz.

M1918A2[Bearbeiten]

Wie M1918A1, aber nur Vollautomatik in zwei Modi, schnell: Umschalthebel auf A 550 spm, langsam: Umschalthebel auf F 350 spm; auf Position F können Einzelschüsse durch schnelles Loslassen des Abzugs abgegeben werden. Zweibein am Mündungsfeuerdämpfer befestigt und nach hinten klappbar. Lauf im Bereich Patronenlager verstärkt, klappbare Schulterauflage, Kolben mit Befestigung für Kolbenstütze. Der Kolben hat auf der linken Seite eine Vertiefung, die es dem Schützen ermöglicht, mit dem Auge dichter heran zu kommen, um die Visierlinie besser zu erfassen. Kimme in Seite und Höhe verstellbar. Vorderschaft zur besseren Kühlung heruntergeschnitten, später neuer Vorderschaft mit Griffmulde. Seitliche Führungswangen am Magazinschacht (zunächst angenietet, später mit dem Abzugsgehäuse in einem Stück gefertigt).

M1922 Cavalry Machine Rifle[Bearbeiten]

Wie M1918A1, jedoch schwerer Lauf mit Kühlrippen, seitlich angebrachte Riemenbügel, mit Schelle am Kolbenhals befestigte Kolbenstütze.

Colt Automatic Machine Rifle, Model 1919[Bearbeiten]

Kommerzielle Version des M1918, jedoch ohne Mündungsfeuerdämpfer.

Colt Automatic Machine Rifle, Model 1924[Bearbeiten]

Wie M1919, jedoch mit Pistolengriff und verkürztem, aber größerem Vorderschaft.

Colt Automatic Machine Rifle, Model 1925[Bearbeiten]

Wie M1924, aber mit Zweibein, schwerem Lauf mit Kühlrippen, Staubschutzdeckeln für Auswurffenster und Magazinschacht. Colt-Bezeichnung "R75". Als Version R75 A mit schnellem Laufwechsel.

Colt Monitor[Bearbeiten]

Ab 1933 hergestellte Variante für Polizeidienst, mit Pistolengriff, ohne Zweibein, mit leichterem kürzerem Lauf (Lauflänge 45,7 cm (18 Inch)) und Cutts-Kompensator. Ohne Magazinschacht-Staubschutzdeckel. Gewicht 6 kg.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. H. B. Smith: Small Arms of the World. The basic Manual of Military Small Arms. American, British, Russian, German, Italian, Japanese and all other important Nations. 5. revised and enlarged edition. Military Service Publishing Company, Harrisburg PA 1957.
  • Melvin M. Johnson, Charles T. Haven: Automatic Weapons of the World. Morrow, New York NY 1945.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Browning Automatic Rifle – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien