Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

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Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
– BAuA –
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Staatliche Ebene Bund
Stellung Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Gründung 1996 (Auf der Basis von Vorläuferinstituten)
Hauptsitz Dortmund
Behördenleitung Isabel Rothe, Präsidentin
Bedienstete 650
Haushaltsvolumen 50 Mio. €[1]
Website www.baua.de
BAuA Dortmund

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Sie hat ihren Sitz in Dortmund, Standorte in Berlin und Dresden sowie eine Außenstelle in Chemnitz. Über 650 Beschäftigte sind in sechs Fachabteilungen sowie der DASA – Arbeitswelt Ausstellung tätig. Präsidentin der BAuA ist seit November 2007 Isabel Rothe.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin berät als maßgebliche Ressortforschungseinrichtung des Bundes die Bundesregierung in allen Fragen von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und der menschengerechten Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Die Aufgaben der BAuA umfassen die Politikberatung, die Bereitstellung von Informationen und Handlungshilfen für die betriebliche Praxis (siehe Leitmerkmalmethode), die Durchführung der dafür notwendigen praxisorientierten Forschung und Entwicklung sowie die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben. Dazu gehören die Beobachtung und Analyse der Arbeitssicherheit, der Gesundheitssituation und der Arbeitsbedingungen in den Unternehmen sowie der Gefährdungen für die Gesundheit der Beschäftigten, die sich aus der Belastung und Beanspruchung durch Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe, aus komplexen Arbeitsplatzeinflüssen oder Arbeitsabläufen ergibt. Die BAuA entwickelt Beiträge für die präventive Gestaltung von Arbeitsbedingungen sowie für die arbeitsmedizinische Vorsorge und Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben führt die BAuA eigene Forschungsarbeiten durch oder vergibt Forschungsaufträge an Dritte. Dem Transfer und der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in die betriebliche Praxis wird ein wichtiger Stellenwert beigemessen. Ein Informationszentrum gibt kostenlos Auskunft zu Fragen der betrieblichen Arbeitssicherheit.

Die BAuA betreibt durch die DASA – Arbeitswelt Ausstellung eine ständige Ausstellung, um die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Der nationale REACH-Helpdesk ist bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eingerichtet. Die BAuA führt die Geschäfte der Initiative Neue Qualität der Arbeit, der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) sowie einer Vielzahl von Beratungsgremien: Ausschuss für Gefahrstoffe, Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe. Zudem ist laut dem Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Arbeitslohns (Mindestlohngesetz – MiLoG) die Geschäftsstelle der Mindestlohnkommission an der Bundesanstalt angesiedelt.

Die BAuA ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen.

Organisation[Bearbeiten]

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin teilt sich ein in sechs Fachbereiche, die das Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie internationales Gefahrstoffrecht abdecken:

Fachbereich 1 - "Grundsatzfragen und Programme"[Bearbeiten]

Fachbereich 1 beschäftigt sich vorrangig mit übergreifenden Anfragen aus dem politischen Bereich, primär dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. In diesem Kontext ist er insbesondere im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zuständig, die sich aus dem Wandel der Arbeitswelt ergeben. Der Fachbereich selbst gliedert sich wiederum in die Gruppen „Wandel der Arbeit“, „Arbeitsweltberichterstattung, Grundsatzfragen Internationales“ sowie die Geschäftsstellen von „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) und der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ (GDA).

Fachbereich 2 - "Produkte und Arbeitssysteme"[Bearbeiten]

Er betätigt sich mit Forschungsaufgaben im Bereich Produktsicherheit bzw. der sicherheits- und gesundheitsgerechten Gestaltung technischer Produkte, insbesondere Arbeitsmittel, und sozio-technischer Arbeitssysteme. Neben Forschung und Entwicklung fallen der BAuA hier auch gesetzliche Aufgaben zu, wie Risikobewertung oder Bekanntmachungen der Untersagungsverfügungen und Normenverzeichnisse. Diese gesetzlichen Aufgaben erstrecken sich über Arbeitsmittel hinaus auch auf Verbraucherprodukte.

Fachbereich 3 - "Arbeit und Gesundheit"[Bearbeiten]

Fachbereich 3 bedient die Tätigkeitsschwerpunkte Gewährleistung und Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz und im Erwerbsleben. Weitere Themen sind der Strukturwandel der Arbeit und damit einhergehende neue Belastungskonstellationen; ebenso Weiterentwicklungen im Bereich Evidenzbasierte Arbeitsmedizin und statistischer Methoden.

Fachbereich 4 - "Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe"[Bearbeiten]

Der Fachbereich 4 hat die Verbesserung des Schutzes der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen (Krankheitserregern) zur Aufgabe. Dazu beschreibt er stoffliche Risiken, bewertet sie und schlägt Maßnahmen vor, um die Risiken auf ein akzeptables Maß für die Beschäftigten zu senken. Ausgangspunkt sind Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung (FuE). Auch hier fallen der BAuA gesetzliche Aufgaben zu. Rechtsgrundlage bilden hierfür die EU-Verordnung zur Regulation von Industriechemikalien (REACH), die Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Chemikalien (CLP) sowie das Chemikaliengesetz zum Inverkehrbringen von Biozidprodukten.

Fachbereich 5 - "Bundesstelle für Chemikalien"[Bearbeiten]

führt die Aufgaben nach dem Chemikaliengesetz als Bundesstelle für Chemikalien (BfC) durch. Sie ist dabei zum Schutz von Mensch und Umwelt vor Chemikalien tätig. Die Bundesstelle für Chemikalien ist die zuständige deutsche Behörde zur Umsetzung der EU-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) und der EU-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP). Im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die EU-Verordnung (EG) Nr. 528/2012 über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozid-Produkten bewertet sie biozide Wirkstoffe und bearbeitet/bescheidet Anträge auf Zulassung oder Beschränkung von Biozid-Produkten. Der Fachbereich 5 arbeitet in diesen Verfahren mit den anderen beteiligten Bundesbehörden zusammen, erstellt die Gesamtposition und vertritt diese nach außen gegenüber der ECHA und der EU-Kommission.

Fachbereich 6 - "Transfermanagement"[Bearbeiten]

Das Transfermanagement ist die bedarfsorientierte und praxisgerechte Übersetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Rechtsvorschriften in Hilfestellungen und Handlungsanleitungen für die betriebliche Praxis. Die Transferaktivitäten speisen sich aus der Entwicklung von Produkten und werden im Wesentlichen durch aktuelle Entwicklungen in der Politik (Gesetzesänderungen, Regeln, Verordnungen, Initiativen etc.) sowie durch die hoheitlichen Aufgaben gesteuert. Hierunter fällt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Markenpflege, interne Kommunikation und die Organisation der BAuA-Veranstaltungen. Im Fachbereich 6 werden Online-Medien und BAuA-Publikationen erstellt, ein Call-Center-gestützter Kundenservice und Wissensmanagement angeboten sowie eine standortübergreifende Fachbibliothek unterhalten. Branchenbezogene und regionale Transferarbeit leistet der Standort Dresden.

Forschungs- und Entwicklungsprogramm der BAuA[Bearbeiten]

Grundlage des strategischen Forschungs- und Entwicklungsmanagements der BAuA sind selbst auferlegte und zeitlich festgelegte Forschungsprogramme. Die wechselnden Dachthemen bauen dabei fortlaufend aufeinander auf.

Die FuE-Aktivitäten des aktuellen Programms (2014 bis 2017) beziehen sich auf folgende strategische Handlungsfelder:

  1. Anwendungssichere Chemikalien und Produkte gewährleisten.
  2. Arbeit im Betrieb menschengerecht gestalten.
  3. Arbeitsbedingte Erkrankungen vermeiden - Gesundheit und Arbeitsfähigkeit fördern.
  4. Auswirkungen des Wandels der Arbeitswelt verstehen und Instrumente des Arbeitsschutzes adaptieren.

Standorte[Bearbeiten]

Standort Dresden in einem ehemaligen Gerichtsgebäude der Albertstadt

Die BAuA verfügt neben ihrem Hauptsitz in Dortmund über zwei Standorte in Berlin-Lichtenberg (Nöldnerstraße 40–42) und der Dresdener Albertstadt (Fabricestraße 8). Des Weiteren gibt es eine Nebenstelle in Chemnitz (Jagdschänkenstraße 33).

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsprogramm 2014 - 2017. Forschung für Arbeit und Gesundheit. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013. ISBN 978-3-88261-013-0.
  • Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2013 - Unfallverhütungsbericht Arbeit. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014. ISBN 978-3-88261-039-0.
  • Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012. ISBN 978-3-88261-725-2.
  • Strategisches Handlungskonzept der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven 2006, ISBN 3-86509-584-4. (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Sonderschrift, S. 85)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales. auf: bund.offenerhaushalt.de