Burg Trosky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burg Trosky
Südturm
Blick vom niedrigeren Turm zum höheren Turm

Die Ruine der Burg Trosky befindet sich bei Rovensko pod Troskami im Okres Semily, Tschechien, zwischen Turnov und Jičín. Die Burg mit ihrer unverwechselbaren Silhouette ist das Symbol des Landschaftsschutzgebietes Český ráj.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Basaltmassiv bildete sich unter der Erdoberfläche im Tertiär, als zwei Schlote durch Magma ausgefüllt wurden; die beiden Türme wurden durch Verwitterung des umgebenden Gesteins freigelegt. Die Burg befindet sich in einer Höhe von 514 m über dem Meeresspiegel. Auf den Kegeln, die 47 m (Baba, tschechisch für altes Weib) und 57 m (Panna, tschechisch für Jungfrau) aus der Landschaft ragen, befinden sich Reste zweier mittelalterlicher Türme.

Der ursprüngliche Buchenwald auf den Hängen wurde beim Bau der Burg im 14. Jahrhundert aus strategischen Gründen abgeholzt und mit Monokulturen – zum Beispiel Lärchen und Robinien – wieder aufgeforstet. Auf dem freigelegten Basalt gedeihen wärmeliebende Pflanzenarten. Die Umgebung der Ruine steht seit 1998 auf 3,49 Hektar als Naturdenkmal unter Naturschutz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die zwischen zwei schroffen Basaltkegeln erbaute Burg wurde 1396 als Besitz des Vinzenz von Wartenberg erstmals erwähnt. Sie trug bereits damals den Namen Trosky (Ruinen). Es wird angenommen, dass sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden ist. Nach Vinzenz’ Tod 1399 fiel die Burg an den böhmischen König Wenzel IV. Dieser verkaufte die Burg und die Herrschaft an Otto den Älteren von Bergow.

Dessen Sohn Otto der Jüngere von Bergow war ein strenger Katholik. Er konnte im Jahr 1424 einer Belagerung der Hussiten widerstehen. 1428 zerstörte ein Brand die Burg bis auf den Jungfrauenturm. Im Jahr 1438 eroberten der Raubritter Christoph Schof von Helfenburg (Kryštof Šof z Helfenburka) und sein Kumpan, der Schweizer (Švejcar) die Burg und nahmen Otto den Jüngeren von Bergow gefangen. Im Jahr 1440 scheiterte der Versuch, sie aus der Burg zu vertreiben. Mit Unterstützung des Oberlausitzer Sechsstädtebundes konnte die Burg 1444 zurückerobert werden.

1452 verkaufte der Sohn Ottos, Johann von Bergow, die Burg mit zugehöriger Herrschaft an Johann Zajíc von Hasenburg auf Kost. 1469 wurde die Burg vom königlichen Feldherren Jiří z Poděbrad eingenommen. Danach wechselte die Burg noch mehrfach den Besitzer, bis sie Jindřich Smiřický von Smiřice 1559 kaufte und in seine Herrschaft eingliederte. Deren Mittelpunkt lag unweit von Trosky in Hrubá Skála, und so verlor die Burg ihre einstige Bedeutung; sie war fortan nur noch Wohnort der herrschaftlichen Beamten und Verwaltungszentrum. Sie blieb es auch, nachdem der Besitz der Familie Smiřický 1618 an Wallenstein fiel. Dennoch spielte Trosky im Dreißigjährigen Krieg eine militärische Rolle: 1639, 1642 und 1648 wurde sie von den Schweden eingenommen und als Festung gehalten. Das kaiserliche Heer vertrieb die schwedische Armee 1648 und setzte die Burg in Brand bei welchem wichtige Dokumente vernichtet wurden. Während der Flucht wurden zahlreiche Gemälde, welches das Aussehen der damaligen Burg darstellen, mitgenommen.[1] 1681 beschrieb Bohuslav Balbín Trosky bei einem Besuch als größtenteils reparabel, eine Instandsetzung unterblieb jedoch, und so wurde die Burg aufgegeben und verfiel.

Alexander von Humboldt bezeichnete die Burg Trosky als „Achtes Weltwunder“.

Panorama[Bearbeiten]

Panorama der Burg Trosky, aufgenommen vom nördlichen der beiden Türme

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz u. Elisabeth Böhmer: Raubritterburgen in Böhmen und der Oberlausitz, 1990
  • Zdeněk Fiala et. al.: Hrady, zámky a tvrze v Čechách, na Moravě a ve Slezsku. Svoboda, Praha 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.trosky.cz: Geschichte. Abgerufen am 1. Dezember 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trosky – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

50.5162515.230833333333Koordinaten: 50° 30′ 59″ N, 15° 13′ 51″ O