Burgruine Gutrat

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Dieser Artikel erläutert die Hauptburg, zur Vorburg unterhalb siehe Ruine Alt-Gutrat.
Burg Gutrat
Burgruine Gutrat: Wohnturm

Burgruine Gutrat: Wohnturm

Alternativname(n): Gutrath, Guetrat
Entstehungszeit: um 1100 bis 1200
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Hallein
Geographische Lage 47° 42′ 29″ N, 13° 3′ 38″ O47.70805555555613.060555555556622Koordinaten: 47° 42′ 29″ N, 13° 3′ 38″ O
Höhe: 622 m ü. A.
Burgruine Gutrat (Land Salzburg)
Burgruine Gutrat
Burgruine Gutrat: Gedenktafel

Die Burgruine Gutrat, auch Gutrath, alt Guetrat geschrieben, ist die Ruine einer Felsenburg bei Hallein im Bundesland Salzburg in Österreich.

Lage[Bearbeiten]

Die Burg thront weithin sichtbar auf einem Kalkfelsen über dem Salzachtal. Die Burganlage erstreckt sich in Nord-Südrichtung dem schmalen Burgfelsen folgend.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg Gutrat wurde zum Schutz der im 12. Jahrhundert wiederentdeckten Saline am Fuß des Tuval-Bergs nördlich von Hallein im Auftrag des Erzbischof Adalbert III. errichtet. Als Bauherr wurde der Burggraf von Hohenwerfen Chuno von Werfen-Schnaitsee beauftragt.

Chuno von Werfen war einer der angesehensten Ministerialen (Dienstmänner) des Salzburger Erzbischofs. Bereits im Jahr 1209 nennt sich Chuno nach seiner neuen freieigenen Burg, "von Gutrat". Zu dieser Zeit dürfte die Burg bereits fertiggestellt gewesen sein. Die Festung Gutrat sollte die Macht des Erzbischofs über das Salzachtal stärken und die streitigen Besitzrechte mit der Fürstpropstei Berchtesgaden endgültig für Salzburg zu entscheiden.

Nachdem die Saline versiegt war, verlor die Burg schnell an Bedeutung. Um das Jahr 1300 fiel das Geschlecht der Gutrater beim Salzburger Erzbischof in Ungnade. Die ehemals freieigene Burg Gutrat ging in den Besitz des Erzbistums über und wurde den Gutratern als Lehen verliehen. Nach dem Tod des letzten Gutrater 1304 wurde die Burg dem Verfall überlassen.

Anlage[Bearbeiten]

Von der ehemals stolzen Anlage ist heute nur noch wenig erhalten. Dennoch ist die Burg Gutrat eine höchst interessante Anlage. An der höchsten Stelle des Felsens, im Norden, befindet sich der Palas an den der ehemalige Bergfried direkt anschließt. Südlich der Hauptburg vorgelagert liegen zwei polygonale Vorhöfe, die an ihrem Südende von einem kleinen Torturm abgeschlossen werden. Der Zugang zur Burg erfolgt über einen schmalen Felsgrat, der ebenfalls an der südlichen Felskante, dem Wendepunkt des Zugangsweges von einem kleinen turmartigen Bauwerk geschützt wird.

Die Ruine wurde 2004 vorbildlich saniert; sie befindet sich in Privatbesitz. Vom Ortsteil Au in Hallein kann man ausgehend vom Gasthof Auwirt die Bundesstraße überqueren und den Salzquellenweg nach oben wandern. Nach etwa einer Stunde erreicht man auf einem familienfreundlichen Weg die Burgruine Gutrat.

Grabstätte der Gutrather
Grabstätte der Gutrather zu Alten-Gutrat und Puchstein

Die Grabstätte der Gutrater befindet sich im Salzburger Sebastiansfriedhof.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Höglinger, Ulli Hampel: Funktionsanalyse und Baudetails der Ruine Guetrat bei Hallein, Land Salzburg. In: Tomáš Durdík (Hrsg.): Die Burg und ihr Bauplatz (S. 147–156). Praha 2006.
  • Iris Mairer: Eine multimediale Rekonstruktion anhand archäologischer Forschungsergebnisse. Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades eines Diplom Ingenieur (FH). 2004: Salzburg (PDF, 3,92 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgruine Gutrat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien