Dürrnberg

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Dieser Artikel erläutert den Salzberg bei Hallein, den Ort bei St. Konrad, Oberösterreich siehe Dürrnberg (Gemeinde St. Konrad); siehe auch Dürnberg.
Bad Dürrnberg (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Dürnberg
Dürrnberg (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hallein (HA), Salzburg
Gerichtsbezirk Hallein
Pol. Gemeinde Hallein
Koordinaten 47° 39′ 56″ N, 13° 5′ 23″ O47.66555555555613.089722222222772Koordinaten: 47° 39′ 56″ N, 13° 5′ 23″ O
Höhe 772 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 746 (2001)
Gebäudestand 260 (2001)
Fläche d. KG 7,29 km²
Postleitzahl 5400 Halleinf0
Vorwahl +43/06245 (Hallein)
Offizielle Website
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 13624
Katastralgemeindenummer 56204
Zählsprengel/ -bezirk Dürrnberg (50205 031)
Bild
Bad Dürrnberg, Ortskern, nach Süden vor dem Zinkenkopf
Ehemalige Gemeinde (1938)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS

Dürrnberg ist ein Dorf am gleichnamigen Höhenrücken zwischen Halleiner Becken und Berchtesgadener Becken, direkt an der deutschen Grenze, und Ortschaft und Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Hallein im Tennengau (Bezirk Hallein), Österreich.

Geographie, Topografie[Bearbeiten]

Der Gemeindeteil von Hallein, Eigenbezeichnung Dürrnberg bei Hallein, trägt amtlich den Namen Bad Dürrnberg, die Katastralgemeinde die Bezeichnung Dürnberg[1].[Anm. 1] Der Ortsname Dürrnberg bezeichnet die Hochfläche im Westen von Hallein, einen Auslauf des Roßfelds, das zum Salzachtal steil abfällt und sich nach Westen hin bis zur Landesgrenze zu Deutschland erstreckt. Es gehört zum Göllmassiv, der Rücken wendet sich dann im Nordwesten, von der Berchtesgadener Ache/Königsseeache bei Marktschellenberg und Hangendenstein durchbrochen, zum Untersberg hin (Kienberggrat zum Geiereck).

Die Ortschaft umfasst um die 250 Gebäude mit etwa 750 Einwohnern. Zum Ortschafts- und Katastralgebiet, mit etwa 729 Hektar und nach Norden und Süden ausgedehnt, gehören auch das Dorf Fischpointleiten im Norden, die Dörfer Kranzbichl und Plaick im Süden, und im Südwesten, zum Teil auch in Bayern liegend, das Dorf Gmerk und die Einzellage (Einzelgebäude und Gehöft) Stocker.[1] Im Norden endet das Gebiet direkt an der Ruine Thürndl, im Süden, wo sich der Abtswald erstreckt, vor Gschwandt und der Trockentannalm (Gemeinde Kuchl).

Hausberg Dürrnbergs ist der 1336 m ü. A. hohe Zinken(-kogel).

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbarortschaften und -katastralgemeinden, bzw. Ortsteile und Gemarkungen in Deutschland sind:

Neusieden (Ortst.)

Scheffau (Ortst. u. Gmkg.)
(beide Gem. Marktschellenberg, Lkr. Bgd.Ld., BY, DE)

Hallein (Ortsch. u. KG)
Oberau (Gmkg. Au, Gem. Berchtesgaden, Lkr. Bgd.Ld., BY, DE) Nachbargemeinden Gamp (Ortsch. u. KG)
Eck (Gemfr. Geb., BY, DE) Gasteig (Ortsch., Gem. Kuchl) Weißenbach (Ortsch. u. KG, Gem. Kuchl)
Staatsforst, darin Resten, Gmgk. Au, Gem. Berchtesgaden

Geologie[Bearbeiten]

Das stark kupierte, von Kelten-Gräben durchzogene Gelände deutet auf den geologischen Aufbau hin. Der Untergrund besteht aus Haselgebirge, einem Gemenge aus Kochsalz, Gips, Anhydrit und anderen Mineralien, das vor mehr als 250 Millionen Jahren am Grund einer flachen Lagune des Permmeeres abgelagert wurde. Das Salzgestein liegt jedoch nicht frei, sondern ist von einer mindestens 40 m starken Schicht ausgelaugten Haselgebirges überdeckt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Dürrnberg ist neben Hallstatt einer der wichtigsten Fundorte keltischer Gegenstände in Mitteleuropa. Er dürfte ein Siedlungsort der alpenkeltischen Ambisonten gewesen sein.

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Seit dem Mittelalter, als die Fürstprobstei Berchtesgaden selbstständig wurde (1455 von der Metropolitangewalt Salzburgs freigestellt), wurde auf dem Dürrnberg grenzübergreifend Salz abgebaut. Gemäß der 1829 zwischen Österreich und Bayern errichteten Salinenkonvention (dem ältesten heute noch gültigen Staatsvertrag Europas) wird nach wie vor jährlich 180 Lehensbesitzern (davon etwa 90 aus Bayern), über deren Grund das einst für den Salzbabbau benötigte Holz transportiert wurde, ein Deputat von einem Altzentner Salz (56 kg) ausgefolgt.[2] Neben dem Tauerngold war das Halleiner Salz die wirtschaftliche Basis für die große wirtschaftliche Souveränität des Fürsterzbistum Salzburg, das erst 1816, nach dem sog. Befreiungskrieg und in Folge der Beschlüsse des Wiener Kongress', dem Kaisertum Österreich angegliedert wurde.

Im 17. und im frühen 18 Jahrhundert war Dürrnberg ein Zentrum der besonders unter den Bergknappen populären reformatorischen Bewegung. 1731 erließ der Salzburger Fürsterzbischof Leopold Anton Graf von Firmian das Emigrationsedikt, es zwang mehr als 20.000 Evangelische zur Auswanderung aus Salzburg; dieses galt aber explizit nicht für die Knappen des am Dürrnberg gelegenen Salzbergwerks von Hallein: deren Auswanderung hätte die Einkünfte aus dem Bergbau erheblich geschmälert. Dennoch entschlossen sich die protestantischen Knappen zur illegalen Auswanderung (Exulanten). Als Ziel wählten sie allerdings nicht, wie ihre Stadt-Salzburger Glaubensgenossen, Ostpreußen, sondern die Niederlande. So kam es am 30. November 1732[3] zum Auszug vom Dürrnberg: 780 Knappen schifften sich in Hallein ein. Nach langer, entbehrungsreicher Reise (allein 100 starben während der Fahrt an einer Fieberepidemie) kamen knapp 600 von ihnen schließlich auf der holländischen Insel Cadzand im heutigen Zeeuws Vlaanderen (Seeländisch Flandern) an, und nur etwas mehr als 200 schafften es, sich dort tatsächlich eine dauerhafte neue Existenz aufzubauen.

In dem mit den Volkszählungen in Zusammenhang stehenden Ortsverzeichnis wurde bis zur Ausgabe 1910 die Ortschaft Dürnberg genannt. (Eine Ausnahme bildeten 1890 die Special-Orts-Repertorien der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder,[4] die Dürrnberg vermerkten.)[5]

1938, mit dem Anschluss, als allerorten in Österreich Großgemeinden geschaffen wurden, kommen selbstständige Ortsgemeinde wie Katastralgemeinde per 1. Jänner 1939 der Stadt Hallein zwangseingemeindet („Groß-Hallein").[5]

Das Gebiet Dürrnberg der Stadtgemeinde Hallein wurde gemäß dem Salzburger Heilvorkommen- und Kurortegesetz im Juli 1976 als Kurort anerkannt.[6] Der Ortsteil trägt gemäß Ortsverzeichnis 1981 (wegen seines sich auf Solebäder gründenden Status als Heilbad) den vorangestellten Namenszusatz „Bad“. Die Bezeichnung Heilbad Dürrnberg bezog sich zumindest bis ins Jahr 2000 auf den Kurort bzw. den Kurrayon und wurde in den 1980er Jahren auch offiziell postalisch verwendet.[5]

1989, nach über 2½ Jahrtausenden Salzabbau, wurde der Bergbau von den Salinen Austria stillgelegt; die Mine wird seither als Schaubergwerk betrieben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Dürrnberg, Grenzübergang, von Deutschland aus gesehen (1982) [Anm. 2]

Im Juni 1982[7] wurde die L256 Dürrnberg Landesstraße[8] fertiggestellt. Diese führt, bei 5,7 km Länge und Steigungen von maximal zehn Prozent, von der Hallein durchziehenden Salzachtal Straße (B 159) bis zur Staatsgrenze zu Deutschland beim Grenzübergang Dürrnberg.

Bis zur Eröffnung der Landesstraße konnte Bad Dürrnberg nur auf einer einspurigen, bis zu 34 Prozent steilen Straße erreicht werden. Größere Fahrzeuge mussten über deutsches Staatsgebiet (Grenzübergang Neuhäusl, Marktschellenberg, Bayern) auf den Dürrnberg fahren.[7]

Von August 1952 bis zur Eröffnung der Landesstraße, 1982, war das für den Dürrnberg bestimmende öffentliche Verkehrsmittel die Salzbergbahn Hallein, eine aus Mitteln des Marshallplans errichtete Umlauf-Kabinenbahn (System Girak), die von Hallein (Salzberghalle) zu der unweit der Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt gelegenen Bergstation bei 1.550 Metern Länge 349 Höhenmeter überwand. Ende der 1990er Jahre wurde die Privatisierung der Bahn angestrebt. Erfolglose Bemühungen sowie unter anderem der Vorzug von Investitionen im Bereich der Zinkenlifte mündeten in die Einstellung: Nach 49 Jahren fuhr am 30. September 2001 die Bahn zum letzten Mal.[9] In der Folge wurde die Anlage abgebaut, diverse Grundstücke wurden (zur Bebauung) veräußert.

Die Linie 41 des Regionalverband Tennengau, betrieben von der Postbus-AG, verbindet heute Bad Dürrnberg mit dem Bahnhof, dem Krankenhaus und dem Stadtzentrum von Hallein. Die Busse verkehren jeweils fünf Minuten vor der vollen Stunde vom Bahnhof Hallein aus. Haltestellen gibt es sowohl beim Salzbergwerk als auch beim Skigebiet (Zinkenlift). Das Dorfzentrum, in dem sich das Kurhaus befindet, liegt etwas abgelegen und nicht von der Buslinie bedient, kann jedoch in etwa zehn Minuten von der Haltestelle Zinkenlift erreicht werden.

Fremdenverkehr und Sport[Bearbeiten]

Auf dem Zinkenkopf (regional auch Zinkenkogel, deutscherseits auch nur Zinken), beim Ort Gmerk, gibt es ein kleines, im Bedarfsfall künstlich beschneites, mit Berchtesgaden grenzübergreifendes Skigebiet[10] mit mehreren Liften sowie seit August 2000[11] einer 2,2 km langen Sommerrodelbahn, der längsten des Landes Salzburg.

Von 2. bis 5. Februar 2012 fanden auf dem Zinkenkogel im Rahmen der Nationalen Winterspiele von Special Olympics 2012 die Bewerbe Ski Alpin sowie Snowboard statt.[12]

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Tradition[Bearbeiten]

Wallfahrtskirche (2012)
  • Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt (15. August), bedeutendes Beispiel frühbarocker Sakralarchitektur, zwischen 1594 und 1612 teils auf gewachsenem Fels und teils auf einer Abraumhalde des Dürrnberger Steinbruchs errichtet
  • Lieb-Frauen-Bründl (Mitte 16. Jahrhundert)[13]
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hallein-Dürnberg

Literatur[Bearbeiten]

Bergbau:

  • Dürrnberg-Forschungen. Schriftenreihe, hrsg. v. Amt der Salzburger Landesregierung, Landesarchäologie Carolino Augusteum, Salzburger Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Österreichisches Forschungszentrum Dürrnberg (Hallein), Vorgeschichtliches Seminar der Universität Marburg, Naturhistorisches Museum Wien und Deutsches Bergbau-Museum Bochum, ISSN 1437-8841, Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf. 1999. (Übersicht auf vml.de).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Salzburg – Flachau–Krispl – 37. Hallein. In: Österreichischer Amtskalender online. Jusline Österreich (Verlag Österreich), Wien 2002–, ZDB-ID 2126440-5, abgerufen am 17. September 2013.
  2.  Salzgabe nach ältestem Staatsvertrag. In: Salzburger Nachrichten. 13. Dezember 2010.
  3. Wilfried Keplinger: Die Emigration der Dürrnberger Bergknappen 1732. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 100. Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 1960, OBV, S. 171–208.
  4. OBV.
  5. a b c Wilhelm Rausch (Hrsg.), Hermann Rafetseder (Bearb.): Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs, Band 2. Landesverlag, Linz (an der Donau) 1989, ISBN 3-900387-22-2, S. 138.
  6. Sbg LGBl 1977/24. In: Landesgesetzblatt für das Land Salzburg, Jahrgang 1977, S. 46. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgs.
  7. a b Keltenfunde beim Straßenbau. In: auto touring, Heft Nr. 7/1981, S. 20.
  8. Sbg LGBl 1996/31, Anlage (…) Landesstraßen II. Ordnung. In: Landesgesetzblatt für das Land Salzburg, Jahrgang 1996, S. 140, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgs.
  9.  Birgitta Schörghofer: Letzte Gondelfahrt. In: Salzburger Nachrichten. 1. Oktober 2001, lokal. Einstellung aus „Betriebsleitungs- und Sicherheitsgründen“
  10.  Rettungspläne und Investitionspaket für Skigebiete. In: Salzburger Nachrichten. 4. Dezember 2010.
  11.  Birgitta Schörghofer: Halleiner Seilbahn vor Verkauf. In: Salzburger Nachrichten. 19. April 2001, lokal.
  12. Rainer Hilbrand (Red.): Haslauer eröffnete die 4. Special Olympics Winterspiele 2012 für Ski Alpin im Salzburger Land. Dürrnberg kommt zu olympischen Ehren. In: salz-tv.at, 2. Februar 2012, abgerufen am 17. September 2013;
    Nationale Winterspiele von Special Olympics 2012. In: specialolympics.at, abgerufen am 17. September 2013.
  13. Eintrag zu Bad Dürrnberg „Lieb-Frauen Bründl“ Quelle und Wallfahrtskirche in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online
  14. Kelten Dürrnberg/Hallein. In: kelten.co.at, abgerufen am 17. September 2013;
    Johannes Alexander Haidn (Red.): Alauni – Lebendige Geschichte. In: alauni.at, abgerufen am 17. September 2013.
  15. Franz Kurz, Karl Zinnburg: 400 Jahre Dürrnberger Knappenmusik – 400 Jahre Dürrnberger Knappen- oder Schwerttanz. 1586–1986. Hrsg.: Salinen Austria, Bad Ischl. Bad Ischl 1986, OBV.
  16. Sbg LGBl 1978/56 § 3 Abs 2. In: Landesgesetzblatt für das Land Salzburg, Jahrgang 1978, S. 85 f. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgs.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Amtlich greift die Ortschaft im Südosten noch über die Katastralgemeinde bis zum Wasserfall Schrambach aus. Das kleine Geländestück ist unbesiedelt.
  2. Links, am Rande des unbefestigten Parkplatzes, das aufgelassene, im Freistaat Bayern gelegene Abfertigungsgebäude; rechts, an der Schranke, die im Land Salzburg auf Basis von BGBl. Nr. 101/1971 vom 25. März 1971 neu errichtete vorgeschobene deutsche Grenzdienststelle.
  3. Naturdenkmal 00169 Predigtstuhl am Dürrnberg.