Burgruine Windegg

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Dieser Artikel erläutert die Burg in Oberösterreich, siehe auch Windegg und Windeck (Begriffsklärung).
Burgruine Windegg
Die Burg Windegg um 1674, Kupferstich von Georg Matthäus Vischer

Die Burg Windegg um 1674, Kupferstich von Georg Matthäus Vischer

Entstehungszeit: 12. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Schwertberg
Geographische Lage 48° 17′ 38″ N, 14° 35′ 48″ O48.29388888888914.596666666667315Koordinaten: 48° 17′ 38″ N, 14° 35′ 48″ O
Höhe: 315 m ü. A.
Burgruine Windegg (Oberösterreich)
Burgruine Windegg

Die Burgruine Windegg (auch: Windeck) liegt ca. 3 km nördlich von Schwertberg im Bezirk Perg im Mühlviertel in Oberösterreich. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und wechselte mehrmals den Besitzer. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg mit der Herrschaft Schwertberg vereinigt und verfiel ab 1675 zur Ruine. Heute ist die Burg in Privatbesitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Als möglicher Erbauer wird der Regensburger Domvogt Otto von Lengenbach (1170–1237) vermutet. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg war 1208, als die Burg von Dietrich de Windeckke verwaltet wurde. Zwischen 1267 und 1313 war Leuthold I. von Kuenring der Lehensinhaber des Regensburger Eigentums. Wie viele andere, spätere Inhaber wohnte er nicht auf der kleinen Burg, sondern ließ sie von Pflegern verwalten. Um 1300 war sein Vetter Albero von Kuenring der Burgherr. Leuthold III. von Kuenring verkaufte 1354 die Herrschaft an Ulrich und Eberhard von Kapellen. Die Wallseer beanspruchten Teile der Herrschaft, und konnten die Kapeller zu einem Verzicht bewegen. So erhielten 1410 die Wallseer die Burg. Nach dem Tode Reinprechts von Wallsee (1422) ging die Burg an seine Söhne Wolfgang und Reinprecht. Nach dem Tod Wolfgangs im Jahr 1483 erbte seine Tochter Barbara die Burg. Sie war mit dem Grafen Siegmund von Schaunburg verheiratet und so kam die Burg in deren Familienbesitz. Sein Nachfolger war Eustach von Scherffenberg.

1557 kaufte Christoph von Tschernembl die Burg von Eustach von Scherffenberg. Da sein Sohn Hanns von Tschernembl auch das Schloss Schwertberg kaufte, wurden diese Herrschaften vereinigt. 1594 zählte die Burg zu den Fluchtburgen für die Bevölkerung im Zuge der Türkengefahr. 1605 kaufte Georg Erasmus von Tschernembl um 1500 Gulden die Burg den Regensburger Eigentümern ab und übernahm sie als freies Eigen. Im Zuge der Gegenreformation musste der protestantische Georg 1620 flüchten und die Burg übernahm der kaiserliche Oberhofmeister Graf Leonhard Helfrich von Meggau, der zahlreiche Besitztümer enteigneter Protestanten im unteren Mühlviertel erwarb. Seine Tochter heiratete 1644 den Grafen Heinrich Wilhelm von Starhemberg. 1675 erbte Graf Heinrich Lobgott Kuefstein die Burg. In dieser Zeit begann der Verfall der Burg, da sie bald nur mehr als Speicher genutzt wurde. 1724 kam die Burg durch Heirat in die Familie Thürheim und blieb bis 1899 im Familienbesitz. Ab 1899 dann besaß Baronin Therese von Schwitter das Schloss. 1911 kaufte Graf Alexander Hoyos das Schloss, noch heute befindet sich das Schloss im Besitz der Familie. Seit 1980 wird die Ruine von einem lokalen Burgenverein renoviert.

Bau[Bearbeiten]

Bergfried Burgruine Windegg

Die Burg liegt auf einem Feldsporn, der aus dem Tal des Windeggerbaches emporragt. Die Hauptburg hat eine Fläche von rund 1042 Quadratmetern, die Vorburg ist 3518 Quadratmeter groß. Die Burg ist ein Bau im Stil romanischen Buckelquadermauerwerks, eine seltene Bauart in Oberösterreich. Der 25 Meter hohe Bergfried ist 10 x 10 Meter groß und hat eine Mauerstärke von 2 bis 2,5 Meter. Die Ostseite und die Ringmauer wurden seit 1980 wieder instand gesetzt. Die Mauer ist 8 Meter hoch und bis zu 2 Meter dick.

Vom Palas sind nur noch die Ursprungsmauern erhalten. Der Palas selbst stammt noch aus der Gründungszeit und zeigt noch Schlitzfenster. Von den anderen Wohnbauten sind nur noch wenige Reste vorhanden.

Seit Gründung des Arbeitskreises Windegg 1980 wird die Burgruine Windegg kontinuierlich von Freiwilligen wieder aufgebaut. Inzwischen sind sowohl Bergfried als auch Palas weitgehend wieder hergestellt. Die Burgruine dient als Veranstaltungsort, im Bergfried finden seit Fertigstellung zudem jährlich Kunstausstellungen in der "Galerie im Turm" statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Leopold Mayböck: Beitrag zum 800-jährigen Burgjubiläum von Windegg. In: Windegger Geschehen. Mitteilungsblatt des Arbeitskreises Windegg im Schwertberger Kulturring. Heft 06.2008. Arbeitskreis Windegg im Schwertberger Kulturring, Schwertberg 2008, OBV, S. 2–19. – Volltext online (PDF; 1,7 MB).
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser von Oberösterreich. 2. Auflage. Wilhelm Ennsthaler, Steyr 1992, ISBN 3-85068-323-0.

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Burgruine Windegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien