Busch-Nelke

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Busch-Nelke
Dianthus-seguieri-flower.JPG

Busch-Nelke (Dianthus seguieri)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Tribus: Caryophylleae
Gattung: Nelken (Dianthus)
Art: Busch-Nelke
Wissenschaftlicher Name
Dianthus seguieri
Vill.

Die Busch-Nelke (Dianthus seguieri) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nelken (Dianthus) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Die Verbreitung ist fast auf Europa beschränkt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration

Die Busch-Nelke wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis, meist 25 bis 60 Zentimeter. Die kriechenden bis aufsteigenden und unverzweigt Stängel sind in sieben bis zwölf Internodien gegliedert. Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die Blattscheide ist 3 bis 5 mm lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 30 bis 60 mm und einer Breite von 1 bis 5 mm schmal lineal-lanzettlich.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen einzeln oder zu wenigen in einem rispigen Blütenstand zusammen, die auch kopfförmig zusammengezogen sein können. Es sind meist vier (zwei bis sechs) eiförmige Kelchschuppen mit borstlicher Spitze vorhanden, die höchstens halb so lang sind wie die Kelchröhre (Dianthus seguieri subsp. gautieri und Dianthus seguieri subsp. glaber) oder etwa so lang sind wie die Kelchröhre (Dianthus seguieri subsp. seguieri). Die Kelchröhre ist bei einer Länge von 14 bis 20 mm zylindrisch. Die Platte der Kronblätter ist meist 10 bis 14 mm (7 bis 17 mm) lang, keilförmig, vorn gezähnt, hell- bis dunkelrot und ohne Zeichnung oder mit einem Querstreifen tief purpurroter Punkte bzw. am Grunde mit weißen Punkten.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Busch-Nelke kommt in den Mittelgebirgen West- und Mitteleuropas vor. Das Verbreitungsgebiet reicht dabei von Spanien, Norditalien und Frankreich bis zur Schweiz, Deutschland und Tschechien sowie der türkischen Provinz Kars.[1] In Österreich kommt sie nur in Vorarlberg vor, wo sie neu entdeckt wurde.

Die Busch-Nelke gedeiht auf Magerrasen, an Wald- und Gebüsch-Rändern, auch in lichten Kastanienwäldern oder auf wenig gedüngten Wiesen, auf mäßig frischen, kalkarmen Lehm- oder sandigem Lehmböden. Sie ist lichtliebend.

Blüte der Kahlen Busch-Nelke (Dianthus seguieri subsp. glaber)

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Dianthus seguieri erfolgte 1786 durch Dominique Villars in Histoire des Plantes de Dauphiné, 1, S. 330.[2] Das Artepitheton seguieri ehrt den französischen Botaniker Jean-François Séguier.

Von Dianthus seguieri gibt es mindestens drei Unterarten:

  • Séguier-Busch-Nelke (Dianthus seguieri Vill. subsp. seguieri, Syn.: Dianthus seguieri subsp. italicus Tutin): Ihre Blätter sind 1 bis 2 mm breit, aber die Seitennerven sind viel weniger deutlich als der Mittelnerv. Sie kommt besonders in den Südalpen, in Südost-Frankreich, der Schweiz und in Nord-Italien vor. Ihre Chromosomenzahl ist 2n = 90.
  • Gautier-Busch-Nelke (Dianthus seguieri subsp. gautieri (Sennen) Tutin, Syn.: Dianthus gautieri Sennen, Dianthus neglectus Loisel.): Ihre Blätter sind 1 bis 2 mm breit und die Seitennerven sind ebenso deutlich wie der Mittelnerv. Die Hüllschuppen des Kelchs sind etwa halb so lang wie der Kelch. Sie kommt nur in Andorra und in den östlichen Pyrenäen von Spanien und Frankreich vor.[1]
  • Kahle Busch-Nelke (Dianthus seguieri subsp. glaber Čelak., Syn.: Dianthus sylvaticus Hoppe ex Willd.). Diese Unterart hat 2 bis 5 mm breite Blätter. Sie kommt in Frankreich, Deutschland, Österreich und Tschechien vor. Ihre Chromosomenzahl ist 2n = 60.

Naturschutz[Bearbeiten]

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Wie alle in Deutschland heimischen Nelken-Arten ist auch diese Art in Deutschland durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt. Da Dianthus seguieri aber in Europa wohl überall selten ist, ist es wichtig, ihre Gefährdung näher zu untersuchen, um zu ihrem Schutz beizutragen. Dies geschah beispielsweise für Dianthus seguieri subsp. glaber durch eine Arbeit am Bayerische Landesamt für Umweltschutz.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Gaskell Tutin, Stuart Max Walters: Dianthus. In:  T. G. Tutin, N. A. Burges, A. O. Chater, J. R. Edmondson, V. H. Heywood, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. 2., überarbeitete Auflage. Volume 1: Psilotaceae to Platanaceae, Cambridge University Press, Cambridge/New York/Melbourne 1993, ISBN 0-521-41007-X, S. 237 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Hans-Christian Friedrich: Dianthus. In:  Karl Heinz Rechinger (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 2., völlig neubearbeitete Auflage. Band III. Teil 2: Angiospermae: Dicotyledones 1 (Phytolaccaceae – Portulacaceae), Paul Parey, Berlin/Hamburg 1959–1979, ISBN 3-489-60020-7, S. 998–1000.
  • Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 7. Caryophyllaceae (Silenoideae). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1986, ISBN 951-9108-06-8, S. 149.
  • Busch-Nelke. In: FloraWeb.de.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Dianthus seguieri im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. Dianthus seguieri bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Gabriela Schneider: Busch-Nelke (Dianthus seguieri ssp. glaber). In: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Hrsg.): Merkblatt Artenschutz. 2. Auflage. Band 2, 2009, S. 1–4 (PDF-Datei; 0,8 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Busch-Nelke (Dianthus seguieri) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien