Butterpilz

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Butterpilz
2005-09-12 Suillus luteus cropped.jpg

Butterpilz (Suillus luteus)

Systematik
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Dickröhrlingsartige (Boletales)
Unterordnung: Suillineae
Familie: Schmierröhrlingsverwandte (Suillaceae)
Gattung: Schmierröhrlinge (Suillus)
Art: Butterpilz
Wissenschaftlicher Name
Suillus luteus
(L. : Fr.) Roussel 1796

Der Butterpilz oder Butter-Röhrling (Suillus luteus) ist eine Pilzart aus der Familie der Schmierröhrlingsverwandten. Er wächst oft in Symbiose mit Kiefern. Wenngleich er meist zu den Speisepilzen gerechnet wird, ist er nach neueren Erkenntnissen gesundheitlich bedenklich.

Merkmale[Bearbeiten]

Eine Gruppe Butterpilze unter Rhododendron mit Riesen-Lebensbäumen und Kiefern in der Nähe

Der gelb- bis schokoladenbraune Hut wird bis zu 12 cm breit. Er ist zunächst halbkugelig und dann polsterförmig ausgebreitet. Der Hut ist schleimig-schmierig, kahl und trocken glänzend, glatt. Die Röhren sind blassgelb, später trüboliv bis braungelb gefärbt und am Stiel etwas angewachsen bis schwach daran herablaufend. Der Stiel wird 6–12 cm lang und 1–2,5 cm dick. Meist ist er zylindrisch oder zur Basis hin etwas keulig verdickt. Ein weißliches Velum partiale (Teilhülle) verbindet ihn anfangs mit dem Hutrand und bleibt später als häutiger Ring zurück – nur wenige Dickröhrlingsartige besitzen einen Stielring.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Zu den Doppelgängern zählt der Ringlose Butterpilz (S. collinitus), der jedoch nur auf Kalkböden vorkommt und einen ringlosen Stiel mit einer rosafarbenen Basis aufweist. Der Körnchen-Röhrling (S. granulatus) hat ebenfalls keinen Ring und einen weißlich bis gelblich gefärbten Stiel gänzlich ohne Rosatöne. Neben diesen beiden Kiefernbegleitern kann auch der streng an Lärchen gebundene Gold-Röhrling (S grevillei) ähnlich aussehen. Die Fruchtkörper haben aber nur selten einen braunen sondern meist einen zitronengelb bis rotorange gefärbten Hut.

Verbreitung, Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Der Butter-Röhrling wächst in Kiefernwäldern.

Der Butterpilz ist über die ganze nördliche Erdhalbkugel verbreitet und gilt in Europa als gemein. Er begleitet die Kiefernarten von den Meeresküsten bis in die alpinen Zonen. Er hat eine Vorliebe für kaltgemäßigtes Klima und stellt keine direkten Bodenansprüche, er scheint aber saure, nährstoffarme Böden vorzuziehen.

In der Zeit von September bis Oktober findet man ihn oft in Gruppen stehend.

Bedeutung[Bearbeiten]

Briefmarke mit dem Butterpilz aus der ehemaligen Sowjetunion
Illustration von Albin Schmalfuß (1897)

Trivialnamen[Bearbeiten]

In den USA, wo der Butterpilz durch Kiefernanpflanzungen weit verbreitet wurde, hat er aufgrund seiner schleimigen Beschaffenheit den Namen „Slippery Jack“ bekommen, was so viel wie „Schlüpfriger Hans“ bedeutet. In Bayern nennt man ihn deshalb auch „Rotzer“.

Speisewert[Bearbeiten]

Die Essbarkeit des Pilzes ist umstritten.[1] Zumeist wird er allerdings als essbar eingestuft, wenngleich er etwas bitter schmeckt. Seine näheren Verwandten schmecken besser als er und werden nicht so schnell wurmstichig.

Bresinsky und Besl führen Berichte aus Nordamerika an, wonach die gelatinöse Huthaut Verdauungsbeschwerden verursacht.[2] Flammer und Horak bestätigen, dass ungehäutete Pilzhüte zu Durchfällen mit einer kurzen Latenzzeit führen.[3] Haberl und Zilker schreiben, die Art ruft bei manchen Patienten eine Pilzvergiftung mit Magen-Darm-Reizung hervor.[4] Sehr selten löst der Butterpilz wie der Kahle Krempling (Paxillus involutus) eine allergische Antigen-Abwehrreaktion aus – ein Fall ist dokumentiert.[5]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut und Renate Grünert: Pilze. Mosaik-Verlag, 1984, 287 Seiten
  • Meinhard Moser, Helmut Gams: Kleine Kryptogamenflora. Band 2, Die Röhrlinge, Blätter- und Bauchpilze (Agaricales und Gastromycetales). Fischer-Verlag 1980

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kuulo Kalamees, Vello Liiv: 400 Eesti Seent. Eesti Loodusfoto, Tartu 2005, ISBN 978-9985-830-63-5 (316 Seiten, estnisch, übersetzt: „400 estnische Pilze“).
  2.  Andreas Bresinsky, Helmut Besl: Giftpilze. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1985, ISBN 978-3-8047-0680-4 (295 Seiten).
  3.  René Flammer, Egon Horak: Giftpilze – Pilzgifte. Pilzvergiftungen. Ein Nachschlagewerk für Ärzte, Apotheker, Biologen, Mykologen, Pilzexperten und Pilzsammler. Schwabe, Basel (CH) 2003, ISBN 978-3-7965-2008-2 (204 Seiten).
  4. Bettina Haberl, Thomas Zilker: Pilzdatenbank: Butterpilz (Suillus luteus). In: Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik der Technischen Universität München. 2000, abgerufen am 8. September 2012.
  5.  H. Bobrowski: Acute renal failure in the course of an acute haemolytic reaction in a subject sensitive to Boletus luteus. In: Polski Tygodnik Lekarski. 21, Nr. 48, Warschau 1966, ISSN 0032-3756, S. 1864-1865 (polnisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Suillus luteus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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