Cabernet Mitos

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Cabernet Mitos Traube

Cabernet Mitos ist eine deutsche, neu gezüchtete rote Rebsorte. Sie entstand aus der Kreuzung der Sorten Blaufränkisch und Teinturier du Cher. Die ursprünglichen Angaben der Züchter Helmut Schleip und Bernd H.E. Hill, es handele sich um eine Kreuzung von Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon, konnten in der Zwischenzeit durch eine DNA-Analyse widerlegt werden. [1]

Sie wurde 1970 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg vorgestellt. Am 24. Januar 2001 wurde der Sortenschutz beim Bundessortenamt bewilligt. Seitdem nimmt die Rebfläche ständig zu. In Deutschland waren im Jahr 2007 320 Hektar ( = 0,3 % der deutschen Rebfläche) [2] mit der Rebsorte Cabernet Mitos bestockt. Im Jahr 2006 waren noch 317 Hektar [3] Anbaufläche bestockt, nachdem im Jahr 2001 immerhin 102 Hektar [4] erhoben wurden. Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt. (1,7 Hektar, Stand 2007, Quelle: Office fédéral de l'agriculture OFAG [5])

Die Rebe verfügt über eine gute Winterhärte, geschmacklich bestehen Parallelen zum Cabernet Sauvignon. Cabernet Mitos ist zum Ausbau im Barrique geeignet. Der Wein ist reich an Gerbstoffen und verlangt somit eine längere Lagerung.

Darüber hinaus kann der Wein zur Farbunterstützung anderer Rotweine eingesetzt werden, da der Cabernet Mitos der Familie der Färbertrauben zugeordnet werden kann. Die Beeren der Färbertrauben verfügen nicht nur über eine rote Haut, sondern auch über rotes, anstatt grauem oder farblosem Fruchtfleisch, so dass auch im Saft ein erheblicher Anteil roter Farbpigmente vorhanden ist, was den daraus gekelterten Wein besonders farbkräftig macht. Die Farbpigmente sind im gesamten Pflanzengewebe vorhanden. Dadurch färben sich auch die Blätter relativ früh rot. Cabernet Mitos ist eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.

Synonym: Zuchtstammnummer We 70-77-4 F

Abstammung: die Rebe ist eine Kreuzung aus den Rebsorten Blaufränkisch x Teinturier du Cher.

Aus einer ähnlichen Kreuzung entstammt die Rebsorte Cabernet Cubin.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Deutschland und Weinbau in der Schweiz sowie die Liste der Rebsorten.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Rebflächen in Deutschland verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete:

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar)
Ahr 1
Baden 133
Franken 2
Hessische Bergstraße 3
Mittelrhein -
Mosel 2
Nahe 4
Pfalz 79
Rheingau 2
Rheinhessen 62
Saale-Unstrut 2
Sachsen unter 0,5
Stargader Land -
Württemberg 29
TOTAL Deutschland 2007 320

Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, Seite 198ff. [6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “ Die Kreuzungseltern deutscher Rebenneuzüchtungen im Fokus – Was sagt der genetische Fingerabdruck”, von Erika Maul, Fritz Schumann, Bernd H.E. Hill, Frauke Dörner, Heike Bennek, Valérie Laucou, Jean-Michel Boursiquot, Thierry Lacombe, Eva Zyprian, Rudolf Eibach und Reinhard Töpfer; in „Deutsches Weinjahrbuch 2013“ (64. Jahrgang) – Seite 128 bis 142, ISBN 978-3800177837
  2.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2008/2009, (PDF Datei; 444 kB). Mainz 2008.
  3.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2007/2008, (PDF Datei; 420 kB). Mainz 2007.
  4.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2004/2005, (PDF Datei; 759 kB). Mainz 2004.
  5. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l'agriculture OFAG
  6. Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008(PDF; 507 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-X.