Campo de Hielo Sur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Campo de Hielo Sur
Satellitenaufnahme eines Abschnitts im Nordosten des Campo de Hielo Sur, in Bildmitte liegt der der O'Higgins-Gletscher, einer der größeren Auslassgletscher. Im oberen Bildausschnitt befindet sich der Vulkan Lautaro.

Satellitenaufnahme eines Abschnitts im Nordosten des Campo de Hielo Sur, in Bildmitte liegt der der O'Higgins-Gletscher, einer der größeren Auslassgletscher. Im oberen Bildausschnitt befindet sich der Vulkan Lautaro.

Lage Patagonien, Chile/Argentinien
Gebirge Anden
Typ Plateaugletscher
Länge 350 km [1]
Fläche 13.000 km² [1]
Höhenbereich 3380 m – m [2]
Breite durchschnittlich 30–40 km[2]
Koordinaten 50° 0′ S, 73° 30′ W-50-73.51690Koordinaten: 50° 0′ S, 73° 30′ W
Campo de Hielo Sur (Chile)
Campo de Hielo Sur
Entwässerung Diverse Auslassgletscher
Besonderheiten Größtes Gletschergebiet auf der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis

f

Der Campo de Hielo Sur (spanisch: „südliches Eisfeld“; auch Campo de Hielo Patagónico Sur) ist das größte Gletschergebiet Patagoniens, zudem das größte auf der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis. Es liegt in den Anden, teilweise in Chile, teilweise in Argentinien.

Die Länge des Gletschergebiets, die Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung, beträgt 350 km, die Breite liegt meist zwischen 30 und 40 km. Die Fläche beträgt ungefähr 13.000 km².[1]

Im Jahr 1943 wurde das Gletschergebiet im Auftrag der chilenischen Regierung mit Militärflugzeugen aus der Luft fotografiert. Danach wurde die Gegend durch die Expeditionen von Federico Reichert und Alberto de Agostini erforscht. Trotzdem sind bis heute Teile des Gebiets noch nicht betreten worden.

Der Campo de Hielo Sur gilt als das größte Süßwasserreservoir in Südamerika. Es ist zugleich das drittgrößte nach der Antarktis und nach Grönland.

Grenzziehung[Bearbeiten]

Für den 60 km langen Abschnitt der chilenisch-argentinischen Grenze zwischen den Bergen Fitz Roy und dem El Murallón konnte bislang keine einvernehmliche Festlegung gefunden werden. Der Abschnitt des Gletschers konnte noch nicht exakt vermessen werden.

Im Jahre 1998 erklärten die Präsidenten Eduardo Frei Ruiz-Tagle (Chile) und Carlos Menem (Argentinien) diesen Abschnitt zu einer besonderen Zone. Sie vereinbarten, diese Zone auf allen Landkarten markieren zu lassen. Die Zone sollte von einem Viereck eingerahmt werden und innerhalb des Rahmens sollte keine Grenze gezogen werden. Dazu sollte eine kurze erklärende Note gedruckt werden.

Das argentinische Instituto Geográfico Militar veröffentlichte 2006 eine Landkarte ohne den Rahmen, ohne die erklärende Note und mit der maximalen argentinischen Forderung einer amtlichen Grenzlinie. Nach einer diplomatischen Protestnote und einem Gipfeltreffen zwischen Michelle Bachelet und Néstor Kirchner wurde die Karte aus dem Verkehr gezogen.[3][4]

Gletscher[Bearbeiten]

Upsala-Gletscher

Zum Campo de Hielo Sur gehören zahlreiche, teils riesige Auslassgletscher. Mit Ausnahme zweier Gletscher kalben alle größeren Gletscher an ihrem Ende. Die westlichen erreichen dabei einen pazifischen Fjord, die östlichen kalben in Gletscherrandseen.

Zu den größten Gletschern des Campo de Hielo Sur zählen folgende:

Nationalparks[Bearbeiten]

Teile des Campo de Hielo Sur gehören zu folgenden Nationalparks:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Campo de Hielo Sur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c A. White, L. Copland: Spatial and temporal variations of glacier extent across the Southern Patagonian Icefield since the 1970s. In: The Cryosphere Discussion. 7: 1–34, 2013 (online; PDF; 5,9 MB)
  2. a b M. Aniya et al.: The use of satellite and airborne imagery to inventory outlet glaciers of the Southern Patagonia Icefield, South America. In: Photogrammetric Engineering & Remote Sensing. 12: 1361–1369, 1996 (online; PDF; 2,8 MB)
  3. Subsecretario argentino de turismo dice que mapa de Campos de Hielo es oficial, El Mercurio, 29. August 2006
  4. Hielos Continentales: reclamo de Chile por los mapas argentinos, Clarín, 29. August 2006