Cer(IV)-sulfat

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Strukturformel
Cerion\mathrm{ \ \Biggl[}Sulfation\mathrm{ \ \!\ \Biggr]_2}
Allgemeines
Name Cer(IV)-sulfat
Andere Namen

Cerdisulfat

Summenformel Ce(SO4)2
CAS-Nummer
  • 13590-82-4 (wasserfrei)
  • 10294-42-5 (Tetrahydrat)
PubChem 159684
Kurzbeschreibung

orangefarbener Feststoff (Tetrahydrat)[1]

Eigenschaften
Molare Masse 332,23 g·mol−1 (wasserfrei)
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,02 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

180–200 °C (Abgabe von Kristallwasser)[1]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (38 g·l−1 bei 50 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319
P: 302+352​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/38
S: 26
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Cer(IV)-sulfat oder Cerdisulfat ist ein Salz des Seltenerd-Metalls Cer mit Schwefelsäure.

Darstellung[Bearbeiten]

Die Darstellung erfolgt durch die Umsetzung von Cerdioxid mit konz. Schwefelsäure unter Erhitzen:

\mathrm{CeO_2 + 2 \ H_2SO_4 \longrightarrow Ce(SO_4)_2 + 2 \ H_2O}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Cer(IV)-sulfat

Wie alle Cer(IV)-Salze ist Cer(IV)-sulfat insbesondere unter sauren Bedingungen ein starkes Oxidationsmittel. Aus verdünnter Salzsäure setzt Cer(IV)-sulfat unter diesen Bedingungen elementares Chlor frei; wenn auch die Reaktionsgeschwindigkeit niedrig ist. Mit starken Reduktionsmitteln reagiert es aber sehr viel schneller.

Cer-Verbindungen treten in den Oxidationsstufen +3 und +4 auf. Dieser Monovalenz folgend reagiert Cer(IV)-sulfat bei der Umsetzung mit Reduktionsmitteln unter Bildung von Ce(III):

\mathrm{Ce^{4+} + e^- \longrightarrow Ce^{3+}}

Verwendung[Bearbeiten]

Auf Grund seiner oxidativen Eigenschaft in Kombination mit der Monovalenz und der dadurch bedingten Eindeutigkeit der Reaktion findet Cer(IV)-sulfat Verwendung in der Redoxtitrimetrie (Cerimetrie), z. B. zur Gehaltsbestimmung von Paracetamol nach dem Europäischen Arzneibuch. Für derartige Anwendungen sind Maßlösungen im Handel erhältlich.
Ferner wird es in der organischen Synthese, beispielsweise der Oxidation von 1,2-Glycolen oder der Chinonsynthese, eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Arnold Willmes: Textbuch Chemische Substanzen. 1. Auflage. Eigenverlag der Dr. Willmes GmbH, Thun/Frankfurt am Main 1990.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Datenblatt Cer(IV)-sulfat bei Merck, abgerufen am 20. Januar 2013.
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.