Chapel Royal

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Die Chapels Royal (engl. [ˈtʃæpɘlz ˈɹɔɪɘl] „königliche Kapellen“) sind zwei Kapellen im St. James’s Palace in London: Die eigentliche Chapel Royal und die Queen's Chapel. Zur Chapel Royal gehört auch der königliche Chor, der bei Gottesdiensten in den Chapels Royal und bei königlichen Festakten auftritt.

Ursprünglich bezeichnete der Begriff nur einen Teil des Hofstaates der Britischen Monarchie. Die Chapel Royal umfasste Geistliche, Musiker und Sänger, welche für die Durchführung der religiösen Handlungen am Hofe des Monarchen zuständig waren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Begriff Chapel Royal dann auch für die Gebäude verwendet, die den jeweiligen Herrschern als Kapelle oder Gebetsraum dienten. Der Dekan der Chapel Royal wird von der Königin persönlich ernannt. Seit 1995 ist es der Bischof von London Richard Chartres.

Geschichte[Bearbeiten]

Im späten 13. Jahrhundert bildete sich die Einrichtung der Chapel Royal als ortsgebundene Institution heraus, während sie zuvor, wie der gesamte restliche Hofstaat, stets mit dem Monarchen reiste und Gottesdienste jeweils an dessen Aufenthaltsort abhielt. Im 17. Jahrhundert hatte die Chapel ein eigenes Gebäude im Palace of Whitehall, der 1698 niederbrannte; seit 1702 befindet sie sich im St. James’s Palace.

Die Chapel Royal verfügte über einen bedeutenden Chor. Dieser erreichte seine größte Blüte während der Regierungszeit Elisabeth I., als William Byrd und Thomas Tallis gemeinsam das Amt der königlichen Organisten ausübten. Der Master of the Children verfügte bis 1684 über das Recht, besonders begabte Sängerknaben aus den Chören des Landes für den Dienst in der königlichen Kapelle zwangszuverpflichten. Diese Sängerknaben waren bis 1626 außerdem als Schauspieler in Theaterproduktionen am Hof und im 18. Jahrhundert als Sopranisten in Aufführungen von Georg Friedrich Händels Oratorien und anderen Werken im Einsatz. Unter Charles II. wurde der Chor häufig durch Streicher des königlichen Orchesters verstärkt, darüber hinaus hat die Chapel Royal außer Sängern und Organisten auch Komponisten, Lautenisten und Gambenspieler in ihren Reihen beschäftigt.

Die Chapel Royal existiert bis heute, hat jedoch an Bedeutung und Ausstrahlung gegenüber früheren Jahrhunderten deutlich verloren. Derzeit ist Andrew Gant Organist und Chorleiter der Chapel Royal. Der Chor besteht heute aus sechs professionellen Sängern sowie zehn Chorknaben.

German Chapel[Bearbeiten]

Um 1780 - zur Zeit Georg III. - fertigte der junge Johann Heinrich Ramberg ein Altarbild für die German Chapel im St. James’s Palace.[1]

Berühmte Musiker[Bearbeiten]

Zu den berühmtesten Musikern, die an der Chapel Royal tätig waren, gehören John Sheppard, Thomas Tallis, William Byrd, Orlando Gibbons und Henry Purcell. Auch Georg Friedrich Händel war als Komponist für die Chapel Royal tätig, er trug den Titel eines Composer of Musick of His Majesty's Chappel Royal, konnte aber als Deutscher kein reguläres Mitglied werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Baldwin: The Chapel Royal. Ancient & Modern. Duckworth, London 1990, ISBN 0-7156-2349-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chapel Royal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Chapel Royal - Offizielle Seite des Britischen Königshauses

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alheidis von RohrRamberg, Johann Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 128 f. (Digitalisat).