Chemin de Fer du Salève

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Historisches Bild eines Triebwagen der Salève-Bahn in den 1890er Jahren.

Die Salève-Bahn (frz.: Chemin de Fer du Salève), war die erste elektrische Zahnradbahn der Welt. Bekannt ist die im französischen Departement Hoch-Savoyen, südlich von Genf gelegene Chemin de Fer du Salève, obschon sie keine Seilbahn war, auch unter dem Begriff Funiculaire du Salève. Die vollständige Französische Bezeichnung lautet: Société anonyme des Chemins de fer du Salève (CFS). Auf Deutsch: Aktiengesellschaft der Salève-Eisenbahnen.

Die meterspurige Zahnradbahn war mit einer zweilamelligen Zahnstange System Abt ausgerüstet und bezog den Strom wie eine U-Bahn aus einer Stromschiene, die sich seitlich der Fahrschienen befand. Diese während der ganzen Betriebsdauer beibehaltene nicht ungefährliche Stromzuführung führte zum Tod dreier Menschen sowie einer nicht bekannten Anzahl von Wild- und Nutztieren.

Zwölf Triebwagen für den Personenverkehr mit einem Leergewicht von 10,4 Tonnen, ausgelegt für 40 Passagiere, besorgten zusammen mit 6 Loren für den Güterverkehr den gesamten Verkehr. Die Triebwagen waren 8,5 Meter lang, 2,1 Meter breit und 3 Meter hoch. Zwei Motoren von 40 PS (29 kW) ermöglichten eine Betriebsgeschwindigkeit zwischen 5,4 und 10,8 km/h.

Die erste Linie ÉtrembièresMornexMonnetier-MairieTreize-Arbres (Mont Salève) von 6 km Länge wurde 1893 eröffnet, die zweite Linie Veyrier - Monnetier-Mairie von 3 km Länge 1894.

Die Züge verließen Etrembières und Veyrier zur selben Zeit und trafen sich in Monnetier-Mairie. Von dort aus fuhren sie im Konvoi aus einzeln fahrenden Triebwagen bis zur auf 1140 m ü. M. gelegenen Endstation Treize-Arbres.

Rekonstruiertes Modell eines Salève-Bahn Zahnradbahntriebwagen auf der Gartenbahnanlage in Hindelbank (Schweiz).

Im Sommer 1914 dauerte eine Berg- oder Talfahrt etwa eine Stunde. Die Fahrtkosten für eine Fahrt von Veyrier nach Treize-Arbres und zurück in der 1. Klasse betrugen FF 10.- und in der 2. Klasse FF 7.- .

Zu Beginn war die Salève-Bahn rentabel. Nach dem Ersten Weltkrieg, auch infolge des aufkommenden Automobilverkehrs, erlebte die Zahnradbahn weniger rosige Zeiten. Mit der Eröffnung der konkurrierenden Luftseilbahn Veyrier – Treize-Arbres im Jahre 1932 war das Ende der nun veralteten und zu langsamen Zahnradbahn besiegelt. 1937 wurde der Betrieb auf dem letzten Teilstück eingestellt, nachdem bereits im Winter 1931/1932 die Dörfer im Streckenabschnitt Étrembières –Monnetier-Mairie durch einen Autobusbetrieb erschlossen wurde. Bereits 1938 war die gesamte Strecke abgebrochen.

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