Choleriker
Als Choleriker (von altgriechisch χολή [χolæ], deutsch Galle) wird in der heutigen Umgangssprache ein leicht erregbarer, unausgeglichener, jähzorniger, zu Wutanfällen neigender Mensch bezeichnet. Er bildet mit dem Melancholiker, Phlegmatiker und Sanguiniker die inzwischen als überholt geltenden vier Temperamente. Sie beruhen auf der Viersäftelehre der Humoralpathologie.
Im positiven Sinn werden Choleriker als willensstark, furchtlos und entschlossen beschrieben.
In der Medizingeschichte ist der Choleriker allgemein ein Grundtypus menschlicher Charakterzüge, der als für die mit seinem Typ assoziierten Leidenschaften und Krankheiten besonders empfänglich gilt. Sowohl die Stärke der einzelnen Temperamente als auch ihre Mischung wurde für Personen individuell verschieden angesehen. Den gesunden und wünschenswerten Zustand stellt nach Galenos das Gleichgewicht zwischen den Temperamenten dar. Ein Mensch mit einem stark überwiegenden Temperament wie der Choleriker kann nach dieser Ansicht als krank bezeichnet werden. Moderne Krankheitsklassifikationen wie der ICD 10 kennen „cholerisch“ nicht als Diagnose. Nach Eysenck ist das cholerische Temperament durch die Kombination von emotionaler Instabilität mit Extraversion gekennzeichnet.