Cholita

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Cholita in La Paz, Bolivien

Als Cholita (abgeleitet von Cholo) werden die traditionell gekleideten Frauen in Bolivien, Chile und Peru bezeichnet. Die Kleidung der Cholitas besteht aus der Pollera (einem Überrock), bis zu 10 Unterröcken, dem Schultertuch und dem typischen Hut. Meist erscheinen Cholitas durch die vielen Lagen an Kleidung rundlich bis übergewichtig.

War der Ausdruck Cholita einst die Bezeichnung für die "zivilisierte", an die spanische Kultur angepasste Mestizin, so kann Cholita heutzutage auch Frauen bezeichnen, die zwar stark indigener Herkunft sind, die indigene Tracht aber gegen die pollera eingetauscht haben. Diese Röcke unterscheiden sich in Länge, Stoff und Anzahl der Volants stark nach Region und finanzieller Situation der Trägerin.

Geschichte der Gewandteile[Bearbeiten]

Ein Cholita-Rock besteht aus 6–8 Metern Stoff und wird mit 4–5 Centros (Unterröcken) getragen, sie sind allerdings nicht von indigener Herkunft, sondern wurden von spanischen Kolonialherren eingeführt. Der Schmuck kann sehr teuer werden, besonders modern ist es gerade, sich als Cholita Goldzähne machen zu lassen. Der Schal nennt sich manta. Der Hut der Cholitas war im 19. Jahrhundert der Hut einer spanischen Frau. Um 1920 kam die Veränderung zum männlichen Huttyp. Ein italienischer Huthersteller hat versehentlich eine große Lieferung von Herrenhüten im Bowler- oder Melonestil nach Bolivien exportiert. Männer haben die Exponate nicht gekauft und so begann die Importfirma das Produkt an arme Frauen zu verkaufen, die Melonen wurden als jüngste italienische Frauenmode gepriesen. Somit begann die bis heute andauernde Tradition.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philipp Schauer: La Paz. La Paz 2013, ISBN 978-99954-862-6-6, S. 16.