Christine Dorothea Lachs

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Christine Dorothea Lachs (genannt die Lachsin; * 1672; † nach 1716) war eine deutsche Dichterin und Librettistin.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Christine Dorothea Lachs war eine von vier Töchtern des kursächsischen Hofkapellmeisters Nicolaus Adam Strungk. Sie trat wahrscheinlich ebenso wie ihre Schwestern in der von Strungk geleiteten Leipziger Oper auf. Im Jahr 1701 heiratete sie in der Kreuzkirche zu Dresden den Regensburger Pfarrer Johann David Lachs, durch dessen Tod 1709 sie Witwe wurde. Sie übertrug für Georg Philipp Telemann drei Opernlibretti aus dem Italienischen ins Deutsche:

  • Germanicus (Leipzig 1704/1710)
  • Der lachende Democritus (Leipzig 1704)
  • Cajus Caligula (Leipzig 1704)

Im Jahr 1715 wird sie im Lexikon „Teutschlands Galante Poetinnen“ von Georg Christian Lehms erwähnt, der über Sie schrieb:

… Von ihrer vortrefflichen Fertigkeit in der Poesie ist so viel, als von ihrem herrlichen Verstand /
und von ihrer guten Conduite zu sagen …

Eines ihrer bekanntesten Gedichte ist

„Die schönste Inclination“

Du fragest / was denn wohl mein freyes Hertz kann binden /
Weil es ein schwartzes Aug und Haar nicht fesseln kann?
Ob mich ein schöner Leib und Fuß nicht könn entzünden /
Die sonst den Weibern leicht die Ketten legten an?
So würd ein rother Mund mir etwan wohlgefallen /
Ein angenehmer Blick und eine weiße Hand?
Doch wisse / werther Freund / von diesen Stücken allen
Hat keines noch bisher die Freyheit mir entwandt.
Ich tadele zwar nicht die Lobens-werthen Gaben /
Die manchem die Natur vor andern mitgetheilt:
Doch solt er Schönheit auch als wie Adonis haben /
Daß / wie Narcissus er damit zum Brunnen eilt:
So kann im minsten diß mein Hertze nicht bewegen /
Daß es sich fesseln läßt mit einem Sclaven-Band.
Was aber meiner Brust die Netze weiß zu legen /
Das ist ein hoher Geist und trefflicher Verstand /
Ein wohlberedter Mund / ein ungezwungnes Wesen /
Ein auffgeweckter Sinn und unverrückte Treu:
Diß hat mein Hertze sich vor jenen außerlesen.
Nun sag / ob meine Wahl hierinn zu tadeln sey?

Literatur[Bearbeiten]

  • Linda Maria Koldau: Frauen – Musik – Kultur. Ein Handbuch zum deutschen Sprachgebiet der Frühen Neuzeit. Böhlau, Köln et al. 2005, ISBN 3-41224-505-4.
  • Georg Christian Lehms: Teutschlands Galante Poetinnen. Zu finden bey Samuel Tobias Hocker. Gedruckt bey Anton Heinscheidt, Franckfurt am Mayn 1715, S. 89–96 (Digitalisat bei Wikisource).

Weblinks[Bearbeiten]