Chryselephantin

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Chryselephantin (altgriech. χρυσός (chrysós) „Gold“; ἔλεφας, ἐλέφαντος (élephas, eléphantos) „Elefant“, „Elfenbein“) steht im engeren Sinne für ein Kunstwerk aus Gold und Elfenbein.

Die Technik war besonders in der griechischen Antike verbreitet und geht bis ins 15. Jahrhundert v. Chr. zurück. Eine etwa 40 cm hohe spätminoische Figur besteht aus Holz, Goldblech, Elfenbein, Serpentin und Bleikristall. Die Bildwerke hatten einen Holzkern, der mit Elfenbeinplättchen (für die Hautpartien) und (oft in Teilstücken) abnehmbaren Goldstücken (für Gewandung, Schuhe, Haare) verkleidet war. Die weitere Ausschmückung wurde mit Edelsteinen, Edelmetallen, auch Glas, Glaspaste und Malerei verwirklicht.

Die berühmtesten Goldelfenbeinstatuen der Antike waren der Zeus im Zeustempel in Olympia und die Athena Parthenos im Parthenon in Athen, beide vom griechischen Bildhauer Phidias.

Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff auch viele andere Kombinationen metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe in der Bildhauerei, wie sie seit dem frühen 19. Jahrhundert von den französischen Zentren der Elfenbeinschnitzerei ausgehend in Mode kamen. Von kunstgeschichtlicher Bedeutung sind hier besonders die im Zeitalter des Art Déco in großen Auflagen produzierten Skulpturen aus Elfenbein und Bronze, die oft mit weiteren Materialien wie Farbe, Email und Lapislazuli kombiniert wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Neudecker: Goldelfenbeintechnik. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 4, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01474-6, Sp. 1140–1142.
  • Kenneth Lapatin: Chryselephantine statuary in the Ancient Mediterranean World. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-815311-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chryselephantinskulpturen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien