Bildhauerei

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Allegorie der Bildhauerei mit den Attributen Fäustel und Werk, Skulptur von Johannes Benk am Kunsthistorischen Museum in Wien

Der Begriff Bildhauerei umfasst das ganze Feld der Herstellung von Skulpturen und Plastiken in Kunst und Kunsthandwerk.

Wortherkunft und -verwendung[Bearbeiten]

Das Wort steht daher für:

Ursprünglich bezeichnet der Begriff Bildhauer nur den Skulpteur (Skulpturenmacher), aber der Begriff des Modelleurs (Verfertiger von Plastiken) ist darin aufgegangen, als sich der Modellbegriff im Laufe der Neuzeit veränderte. Im deutschen Sprachgebrauch unterteilt man die Bildhauerei durch Lehnwörter in Skulptur als das subtraktive, welches Materie wie zum Beispiel Marmor, Sandstein oder Holz abträgt und Plastik als das additive Arbeiten, welches Materie wie zum Beispiel Ton, Wachs, Gips oder Metall anträgt. Ein Zwischenbereich stellt sich in der Metallbildhauerei dar, welche mit der Schmiedetechnik oder Treibtechnik arbeitet. Hier wird weder subtraktiv noch additiv gearbeitet, sondern verformt.

Eine Erweiterung erfuhr das bildhauerisch-plastische Arbeiten in der Moderne mit dem künstlerisch-kreativen Zusammenfügen ganz verschiedener Materialien in der Objektkunst. Die Methode der Assemblage ist hier hervorzuheben.

Historisches Zitat: Der Bildhauer „ist ein Künstler, der mit dem Hammer, Schlägel, Meißel und Messer, nach einem vorgezeichneten Risse, oder wirklichen Original, und nach einem in Wachs, Ton oder Gyps [sic] gemachten Modell, in Steine, Sand, Marmor, Alabaster, Holz, Metall etc. Bilder schnitzet, hauet, gräbt und schneidet.“ (Aus Oeconomische Encyclopädie von Johann Georg Krünitz[1])

Bildhauerei als Werk eines Bildhauers[Bearbeiten]

Bildhauer, sein Werk erschaffend

Schon in der Altsteinzeit gaben Menschen Steinen eine Form. Diese Faustkeile wurden zwar als Werkzeuge geschaffen, können jedoch streng genommen als die ersten Skulpturen der Menschheitsgeschichte angesehen werden (siehe auch Venus vom Hohlen Fels, Löwenmensch). Steinschlagen zu ornamentalen Zwecken wurde jedoch erst in der späten Jungsteinzeit aufgenommen. Im Laufe der Jahrtausende wurden Alltagsutensilien immer aufwendiger gestaltet, da sie nicht mehr nur ihren eigentlichen Zweck erfüllen sollten, sondern auch der Zierde dienten. Cro-Magnon-Menschen benutzten dann bereits Gravierwerkzeuge wie Stichel, um Knochen und Elfenbein zu gravieren und zu skulptieren. Es wurden auch leichter zu bearbeitende Materialien wie Ton oder Holz verwendet, allerdings sind diese Artefakte heute größtenteils nicht mehr erhalten. Beispielhaft für die plastische Gestaltungskunst des frühen modernen Menschen sind die Knochen- und Elfenbeinskulpturen des Aurignacien im Lohne-Tal, die Frauenstatuetten des Gravettien oder die Reliefs des Magdalénien (Bisondarstellungen in den Volp-Höhlen).

Auch die Pharaonen im alten Ägypten ließen kleinere und größere Skulpturen aus wertvollen Gesteinen wie Lapislazuli und Jaspis fertigen, wie auch als Beigabe zu den Grabstätten. Die wichtigsten Werkzeuge basierten auf härteren Steinsorten und oder bestanden aus Holz; diese wurde vielseitig eingesetzt, so als Untersatz zum Rollen oder Ziehen schwerer Steinblöcke, als Griff an den Werkzeugen oder zum Absprengen von Steinfragmenten, indem man es mit Wasser übergoss und die Raumausdehnung in einer Fuge nutzte.
Im Antiken Griechenland schuf man lebensnahe Statuen aus Marmor und Ton, die leider zu einem Großteil nicht erhalten geblieben sind; von einigen Werken sind aber römische Kopien bekannt.
Im fernen Osten dagegen wurde eher mit Jade, Elfenbein und Bronze gearbeitet. Das Motiv waren oft Tiere, wie beispielsweise Pferde, Büffel, Bären, Nashörner, Elefanten und Tiger. In Nordamerika töpferten Indianer neben Tiermodellen auch Gegenstände für den täglichen Gebrauch, wie Schalen, und Musikinstrumente aus Ton. Bemerkenswerte Beispiele der Bildhauerei sind in der hethitischen Steinmetzwerkstatt von Yesemek in der Türkei zu sehen.

Im Altertum wurde das Spektrum der Bearbeitungsverfahren dann um den Guss von Metallen in vorgefertigte Formen erweitert. Während des europäischen Mittelalters benutzte man bereits eine Vielzahl von Werkzeugen, die in ähnlicher Form auch noch heute verwendet werden.

Bildhauerei als Gattungsbezeichnung[Bearbeiten]

David Esterly: Botanical Head, Lindenholzschnitzerei 2005

Die Bildhauerei ist eine der ältesten bildenden Künste der Kulturgeschichte. Der Unterschied von bildhauerischen Arbeiten zur Malerei besteht in der Dreidimensionalität der Kunstwerke. In der Bildhauerei werden Formen und Gebilde unter Verwendung verschiedener Materialien und durch unterschiedliche Bearbeitungstechniken von Bildhauern räumlich erfahrbar gemacht. Die geschaffenen Skulpturen oder Plastiken können realistisch darstellen, die Realität kreativ verändern oder völlig abstrakt sein.

Die Bandbreite der verwendeten Materialien reicht von klassischen Stoffen, wie Stein, Holz, Elfenbein, Metall, Ton und Gips, über Glas, diverse Kunststoffe bis hin zu Textilien und Papier. Synonyme Bezeichnung für den Holzbildhauer ist (Holz-)Bildschnitzer und für die Metallbildhauerei auch Metallgestalter oder Kunstschmied.

Formen eines Reliefs sind mit der Architektur und Baukunst als Träger fest verbunden. Je nach räumlicher Ausformung unterscheidet man Hochrelief, Halbrelief und Flachrelief.

Denkmäler sind sich an antiken Vorbildern orientierende selbständige Vollplastiken und Architekturen mit städtebaulichem Bezug oder in Parklandschaften. Hier schließen moderne Installationen, Rauminstallationen, Land-Art oder auch die Konzeptkunst an.

Hauen ist die alte Bezeichnung für das Treiben einer dreidimensionalen Metallarbeit z. B. von Blechen aus Kupfer oder anderen Metallen. Der Begriff der Bildhauerei wird hier auch auf monumentale Treibarbeiten ausgedehnt sowie auf die Werkstätten (Ateliers) und Firmen, die solche ausführen (Metallbildhauerei oder einer Formschmiede, siehe Kunstschmiede oder Kupferschmiede). Bei Monumentalausführungen, wie z. B. der Quadriga in Berlin wird die getriebene Arbeit innen durch tragende Gerüste stabilisiert. Als Treibtechnik wird auch die Arbeit eines Gürtlers bezeichnet.

Im Gegensatz dazu wird in den Kunstgießereien das flüssige Metall, zumeist Bronze, zum vom Bildhauer entworfenen Modell und danach in der Gießerei geschaffenen Gussform vergossen. Dabei werden meist die Techniken des Sandgusses und des Wachsgusses verwendet.

Herausragende Bildhauer[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

      • auch als Nachdruck ab 1991 erhältlich[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sculptors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Bildhauer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oeconomische Encyclopädie, Universität Trier
  2. Angaben der Deutschen Nationalbibliothek