Cimetière des chiens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cimetière des chiens: Denkmal für den Bernhardiner Barry

Der Cimetière des chiens (deutsch: Hundefriedhof) ist ein Tierfriedhof auf der Île des Ravageurs in Asnières-sur-Seine, Département Hauts-de-Seine, Frankreich, am nordwestlichen Ufer der Seine gegenüber von Paris.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 25. März 1899 erschien von dem Journalisten Georges Harnois unter dem Titel „L’Ami des Chiens“ („Der Freund der Hunde“) ein Artikel, in dem er seine Absicht offenbarte, in Paris einen Hundefriedhof zu errichten. Daraufhin gründeten er und Journalisten-Kollegin und Frauenrechtlerin Marguerite Durand am 2. Mai 1899 die Société Française anonyme du Cimetière pour chiens et autres animaux domestiques („Französische Friedhofsgesellschaft für Hunde und andere Haustiere AG“). Am 15. Juni 1899 wurde das Gelände in Asniéres erworben und danach umgegraben. Nachdem der Betreiber versichert hatte, das neue Gesetz vom 21. Juni 1898 über die Beseitigung der Haustiere zu beachten, hatte der Präfekt keine Einwände mehr gegen den Friedhof, der schließlich zum Sommerende 1899 eröffnet wurde. Er gilt damit als der älteste Tierfriedhof der Welt. Hier sind neben Hunden auch Katzen, Kaninchen, Wellensittiche, aber auch ein Löwe und ein Pferd begraben.

Cimetière des chiens: Eingang von der Seine aus gesehen
Cimetière des chiens: Tipsy

Seit Eröffnung erfreute sich der Friedhof eines großen Zulaufs. Bis zum 20. Oktober 1900 wurden bereits 193 Bestattungen gezählt, 1988 gab es 55.000 Grabsteine. Inzwischen sind 100.000 Tiere begraben worden. Rin Tin Tin († 10. August 1932) ist hier begraben; Sein Nachfolger in der gleichnamigen Fernsehserie (ab 15. Oktober 1954) liegt nicht in Asnières. Zu erwähnen ist auch das 1919 begrabene Maskottchen der franz. Infanterie, Hund Mémère. Ebenfalls hier bestattet sind der Hauslöwe der Mitbegründerin des Friedhofs Marguerite Durand und das Schoßtier von Camille Saint-Saëns, dem Komponisten des Karnevals der Tiere.

Grabraub[Bearbeiten]

In der Nacht zum 5. Februar 2012 wurde das Grab des Kleinhunds Tipsy aufgebrochen und ein mit Diamanten besetztes Halsband im Wert von 9.000 Euro gestohlen.[1]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Tierfriedhof wird heute durch die Stadt Asnières betrieben und wurde 1987 vom französischen Staat unter Denkmalschutz gestellt.

Weitere Tierfriedhöfe gibt es in Edinburgh, Stockholm, auf Norderney oder in Berlin-Lankwitz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cimetière des Chiens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Le Parisien vom 16. Februar 2012, Asnières: la tombe profanée du caniche contenait un collier de diamants


48.9094444444442.2966666666667Koordinaten: 48° 54′ 34″ N, 2° 17′ 48″ O